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4 große Fragen an die Cronos Group nach den Ergebnissen zum vierten Quartal

Foto: Getty Images

Die Cronos Group (WKN:A2DMQY) veröffentlichte ihren Bericht zum vierten Quartal vor Handelsbeginn am Dienstag, aber es schien, als wollte das Unternehmen diese Ergebnisse eher nicht in den Mittelpunkt stellen.

Die erste Erwähnung von Finanzdaten erfolgte erst im 28. Absatz der Pressemitteilung, in der die Ergebnisse des vierten Quartals veröffentlicht wurden. Und diese Pressemitteilung enthielt nicht einmal den Quartalsfehlbetrag. Man musste auf Seite 18 des Zulassungsantrags blättern, um festzustellen, dass das Unternehmen im vierten Quartal 11,8 Mio. kanadische Dollar verloren hat.

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Auch wenn es vielleicht ein wenig Recherchearbeit brauchte, wissen wir nun, dass der Umsatz der Cronos Group im vierten Quartal nach oben geschnellt ist (+248 % auf 5,6 Mio. Kanadische Dollar) und sich das Ergebnis aufgrund starker Ausgabenerhöhungen verschlechtert hat. Allerdings gibt es  noch vier große Fragen, die unbeantwortet bleiben.

1. Welche zusätzlichen Maßnahmen wird Cronos ergreifen, um seine Produktionskapazitäten zu erweitern?

CEO Mike Gorenstein versuchte, die Bedeutung der Produktionskapazität für den Erfolg seines Unternehmens in der Telefonkonferenz zum vierten Quartal kleinzureden. Er sagte, dass „unser Geschäftsmodell nicht darin besteht, ein Anbaubetrieb zu sein“, und fügte hinzu, dass Cronos es vorziehe, den Käse herzustellen, anstatt die Kühe zu melken.

Natürlich besteht das Problem in der Cannabis-Industrie derzeit, um Gorensteins Analogie zu verwenden, darin, dass es nicht genug Milch gibt, um alle Kundenwünsche zu erfüllen. Der Absatz der großen kanadischen Marihuana-Produzenten wird durch ihre Produktionskapazität eingeschränkt. Aus diesem Grund betonen die meisten Konkurrenten der Cronos Group ihre kontinuierlichen Bemühungen zur Steigerung der Produktion.

Cronos kann derzeit auf durchschnittlicher jährlicher Basis rund 40.000 kg Cannabis anbauen. Die größte Initiative zur Kapazitätserweiterung ist das Joint Venture Cronos GrowCo, das voraussichtlich rund 70.000 kg pro Jahr produzieren kann, aber erst 2020 fertiggestellt sein wird.

Die Übernahme der kolumbianischen NatuEra durch das Unternehmen sollte auch die Kapazität erhöhen, aber die Pläne für die dortigen Anbauanlagen sind noch nicht abgeschlossen.

Als die Cronos Group im Dezember ihre Partnerschaft mit Altria bekannt gab, nannte sie die Erhöhung der Produktionskapazität als einen der Hauptvorteile der Transaktion. Bislang ist jedoch nicht bekannt, welche zusätzlichen Maßnahmen das Unternehmen ergreifen könnte, um dieses Ziel zu erreichen.

2. Wie viel verkauft das Unternehmen tatsächlich auf dem Freizeit- und dem internationalen Markt?

Es überrascht nicht, dass die Cronos Group einen Großteil ihres Umsatzwachstums im vierten Quartal dem kanadischen Marihuana-Markt für Erwachsene zu verdanken hat. Aber das Unternehmen machte keine genauen Angaben dazu, was seine Umsätze auf diesem Markt waren.

Cronos hat auch eine Partnerschaft mit Pohl-Boskamp für den Vertrieb von medizinischen Cannabis-Produkten in Deutschland. Doch auch im vierten Quartal gab das Unternehmen keine Details über seine internationalen Umsätze preis.

Warum hat Cronos die Umsatzverteilung für die Freizeit- und Medizinmärkte in Kanada und den internationalen Vertrieb nicht bekannt gegeben? Auf die direkte Frage in der Telefonkonferenz zum vierten Quartal antwortete Gorenstein, dass das Unternehmen in Zukunft möglicherweise mehr Details mitteilen werde, das aber vorerst noch nicht der Fall sein würde. Von den vier anderen großen kanadischen Marihuana-Produzenten nach Marktkapitalisierung entschied sich außer Cronos nur Tilray, seine Freizeit-Marihuana- und internationalen Verkaufsergebnisse nicht offenzulegen.

3. Welche Pläne hat die Cronos Group für den US-Hanfmarkt?

Der Konkurrent Canopy Growth gab im Januar bekannt, dass er im Bundesstaat New York eine große Hanfproduktionsanlage baue. Tilray hat kürzlich Manitoba Harvest übernommen, das weltweit größte Hanflebensmittelunternehmen mit einer großen Präsenz in den USA. Wir wissen immer noch nicht, was die Cronos Group für den US-Hanfmarkt plant.

Auch in der Telefonkonferenz zum vierten Quartal stand Gorenstein einer Frage zu diesem Thema gegenüber. Er erinnerte zunächst an die ursprüngliche Strategie der Cronos Group, in den US-Markt einzusteigen, sobald Marihuana auf Bundesebene legal sei, und sprach dann darüber, wie die Verabschiedung des neuen Agrargesetzes in den USA neue Möglichkeiten eröffnen würde. Letztendlich enthüllte Gorenstein aber nur, dass Cronos den US-Hanfmarkt genau beobachten, aber nicht „unsere Strategie telegrafieren“ werde.

4. Ist Cronos bereit für den kanadischen Cannabis-Lebensmittelmarkt?

Viele Investoren warten gespannt auf die Öffnung des kanadischen Marktes für Cannabis-Lebensmittel, -Getränke und -Konzentrate, die im Vaping verwendet werden, was für Oktober 2019 erwartet wird. Gorenstein wurde von einem der Analysten während der Telefonkonferenz nach seiner Bereitschaft gefragt, noch in diesem Jahr in diesen Zweig des Cannabis-Konsums einzusteigen. Seine Antwort: „Wir sind voller Hoffnung.“

Gorenstein erläuterte weiter, dass die genaue Art und Weise, wie die Regulierungen dieses Bereichs umgesetzt werden, außerhalb der Kontrolle der Cronos Group liege, und stellte fest, dass es oft zu Verzögerungen komme, wenn ein neuer Rechtsrahmen umgesetzt werden muss.

Im Gegensatz dazu erklärte kürzlich der CEO von Aurora Cannabis, Terry Booth, dass sein Unternehmen ein First-Mover bei der Einführung neuer Produkte für den Lebensmittelmarkt sein werde. Bruce Linton, Co-CEO von Canopy Growth, äußerte sich ähnlich zuversichtlich in der jüngsten Telefonkonferenz seines Unternehmens und erklärte: „Wenn es legal ist, werden wir es haben.“ Solche klaren Antworten lassen Gorensteins „hoffnungsvolle“ Bemerkung im Vergleich zumindest etwas beunruhigend erscheinen.

Ein Ausrufezeichen

Obwohl es für die Cronos Group nach dem Quartalsbericht definitiv mehrere Fragezeichen gibt, gibt es auch mindestens ein großes Ausrufezeichen. Mit dem Abschluss der Altria-Investition im März verfügt Cronos über einen riesigen Barbestand von rund 1,8 Mrd. US-Dollar und ist damit für die Zukunft gut aufgestellt.

Das Unternehmen hat bereits einen Teil der Erlöse aus dem Altria-Deal genutzt, um seine Kreditlinie bei der Canadian Imperial Bank of Commerce und der Bank of Montreal vollständig zurückzuzahlen. Gorenstein sagte, dass die beiden wichtigsten Prioritäten der Cronos Group hinsichtlich der Nutzung ihres neu gewonnenen Vermögens aus der Altria-Investition die Einstellung neuer Talente sowie der Ausbau der Produktforschung und -entwicklung durch organische Investitionen und externe Unternehmungen seien.

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Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 26.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.

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