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Ein definitiver Investitionsleitfaden für Dividendenaktien

Die Verwendung von Dividendenaktien als Rückgrat eines diversifizierten Portfolios ist eine wunderbare Sache. Diejenigen, die neu beim Investieren sind, könnten jedoch einige Fragen zur Dividende haben. Zu wissen, was eine Dividende ist und wie Dividenden funktionieren, ist nur die halbe Miete, denn erst das Wissen, wie man Dividenden optimal nutzt, kann einen auf den Weg zu wahrer finanzieller Freiheit bringen. Hier findest du einen Leitfaden für Dividendeninvestitionen, der dir ein grundlegendes Verständnis davon vermittelt, was Dividenden sind, und dir hilft, deine eigene Dividendenportfoliostrategie zu entwickeln.

Was ist eine Dividende?

Ein Aktieninvestment ist im Kern ein Anspruch auf den langfristigen Cashflow, der von einem Unternehmen generiert wird, oder auf das vom Unternehmen erwirtschaftete Geld. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von diesen Cashflows zu profitieren, wobei die beiden Hauptquellen ein Anstieg der Aktienkurse aufgrund des Wachstums sind, der als Kapitalzuwachs bezeichnet wird, und Barausschüttungen, die durch die laufenden Cashflows finanziert werden. Dividenden sind eine Form der Barausschüttung und stellen eine materielle Rendite dar, die du dann für andere Zwecke nutzen kannst.

Eine Dividenden zahlende Gesellschaft stellt im Wesentlichen einen Scheck an ihre Aktionäre aus, der durch den von ihr erwirtschafteten Gewinn gedeckt wird. Für die Investoren, die einen Broker verwenden, was auf die meisten Investoren zutrifft, ist dieser Scheck einfach eine Einzahlung, die auf ihrem Depotauszug erscheint. Dividenden werden in der Regel in regelmäßigen Abständen an die Aktionäre ausgezahlt, wobei das in den Vereinigten Staaten meist vierteljährlich stattfindet. Dividenden können jedoch auch monatlich, halbjährlich, jährlich und bei „Sonderdividenden“ sogar einmalig gezahlt werden. (Weitere Informationen zum Thema „Frequenz“ findest du unten.)

Dabei gilt es, einige wichtige Daten zu beachten, insbesondere das Ex-Dividendendatum, worunter der erste Handelstag zu verstehen ist, an dem eine zukünftige Dividendenzahlung nicht im Aktienkurs enthalten ist. Nach dem Ex-Dividendendatum handelt eine Aktie so, als ob sie die Dividende bereits gezahlt hätte. Wenn du die Aktie vor diesem Datum kaufst, bekommst du die Dividende. Wenn du die Aktie nach dem Ex-Dividendendatum kaufst, erhältst du die Dividende nicht.

Das alles kann im ersten Moment ein wenig kompliziert klingen, aber nachdem du ein wenig Zeit damit verbracht hast, dich in die Logik von Dividenden einzuarbeiten, wirst du sehen, dass es eigentlich recht einfach ist, das alles in deinen Kopf zu bekommen. Obwohl sie einem einfachen Prinzip folgen, können Dividenden einen großen Einfluss auf dein finanzielles Leben haben. Ein Beispiel aus der Praxis wird hier wahrscheinlich helfen. Die ExxonMobil Corporation (WKN:852549) zahlt vierteljährliche Dividenden im März, Juni, September und Dezember. Zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 31. Dezember 2018 fiel die Aktie der Gesellschaft um rund 15 %. Aber die Anleger, die diese vierteljährlichen Dividenden einkassiert haben und davon mehr Exxon-Aktien kauften (das nennt man Reinvestition), hätten über die zehnjährige Spanne einen Gewinn von 15 % erzielt. Das liegt daran, dass sie die ganze Zeit Aktien zugekauft und ihre Hauptinvestition mit den erhaltenen Dividenden erhöht haben.

Sind Dividenden eine gute Sache?

Für einige Investoren sind Dividenden großartig … für andere sind sie eher lästig. Am Ende wird es wirklich von deinem Investmentansatz und deinem Temperament abhängen, ob Dividenden für dich gut oder schlecht sind. Beispielsweise verwenden einige Anleger ihre Dividenden, um ihre Sozialversicherungsleistungen für den Ruhestand zu ergänzen. Solche Investoren lieben Dividenden. Andere Investoren, die Steuern vermeiden wollen oder noch immer dabei sind, Ersparnisse aufzubauen, könnten es vorziehen, dass ein Unternehmen sein gesamtes Geld in das Unternehmen reinvestiert, um ein höheres Wachstum zu erreichen. Solche Investoren könnten Dividenden auch für eine Verschwendung  halten.

Einige Anleger ziehen es vielleicht auch vor, wenn ein Unternehmen sein Geld für den Rückkauf von Aktien anstelle von Dividenden verwendet. Der Rückkauf von Aktien ist eine weitere Möglichkeit, wie Unternehmen Geld an die Aktionäre zurückgeben können, ohne das Geld tatsächlich an die Aktionäre auszuzahlen. Die Beteiligung an einem Unternehmen verteilt sich auf die Gesamtzahl der von einem Unternehmen ausgegebenen Aktien. Durch die Reduzierung der Anzahl der ausstehenden Aktien im Rahmen eines Rückkaufs kann das Unternehmen den Gewinn auf eine kleinere Aktienbasis verteilen. Hierdurch erhält jede Aktie einen größeren Anteil am Ergebnis, was wiederum das Wachstum des Ergebnisses pro Aktie steigert. Erträge sind eine wichtige Kennzahl, nach der der Erfolg einer Investition bewertet wird, und höhere Erträge führen in der Regel zu höheren Aktienkursen.

Einige Unternehmen nutzen gerne Aktienrückkaufspläne, weil sie nicht unbedingt Rückkäufe tätigen müssen, auch wenn sie diese ankündigen. Das bietet mehr Flexibilität, falls sich das Unternehmensumfeld ändert. Die Investoren reagieren hingegen tendenziell negativ, wenn Dividendenzahlungen gekürzt werden, auch wenn ein Unternehmen sonst in Schwierigkeiten gerät.

Wie wird die Dividende beschlossen?

Dabei  unterbreitet der Chief Executive Officer eines Unternehmens dem Verwaltungsrat einen Vorschlag zu einer seiner Meinung nach angemessenen Dividendenpolitik. Oftmals gibt es auch keine spezifische bekannt gegebene Politik, sondern nur die Dividendenvorgeschichte. Einige Unternehmen veröffentlichen jedoch ihre Dividendenziele. Beispielsweise streben einige Unternehmen einen Prozentsatz des Ergebnisses oder des Cashflows an. Brookfield Renewable Partners zielt beispielsweise darauf ab, 70 % des ausschüttungsfähigen Cashflows als Dividende auszuschütten. Das ist ein Nicht-GAAP-Maß, das angibt, wie viel Geld das Unternehmen zahlen könnte, wenn es wollte. Allerdings ist beabsichtigt, die Dividende zusammen mit dem Wachstum des Unternehmens weiter zu erhöhen, sodass sie im Laufe der Zeit schwanken wird. Du solltest recherchieren, um herauszufinden, ob ein Unternehmen eine festgelegte Richtlinie hat, aber oft wirst du dich mit nichts anderem als der Geschichte der konkreten Dividendenzahlungen eines Unternehmens beschäftigen müssen.

Es ist wichtig zu beachten, dass der CEO hier nicht derjenige ist, der letzte Entscheidung trifft, sondern der Vorstand. Dieser Personenkreis umfasst die von den Aktionären gewählten Vertreter. Sie sind praktisch der Chef des CEO und haben das letzte Wort bei Schlüsselfragen, einschließlich der Frage, wie der Gewinn eines Unternehmens verwendet werden soll. Dividenden sind hier ein wichtiger Gesichtspunkt. Der Vorstand nimmt also den Rat des CEO zur Kenntnis, diskutiert ihn und stimmt darüber ab, wie die Dividende auszusehen hat. Zu den Faktoren, die der Vorstand in seine Entscheidung einbeziehen kann, gehören unter anderem die Rendite, die verfügbaren liquiden Mittel, die Schulden und der zukünftige Kapitalbedarf.

Dabei ist zu beachten, dass die Erträge bzw. das Ergebnis eines Unternehmens zwar ein wichtiger Faktor in diesem Prozess sind, die Dividende aber tatsächlich aus dem Cashflow kommt. Das Ergebnis ist eine Rechnungslegungsgröße, die durch ein einheitliches Regelwerk vorgegeben ist, das versucht, Umsatz und Ergebnis an bestimmte Zeiträume zu binden. Die Barmittel, die an das Unternehmen fließen und die es ausgibt – der Cashflow –, funktionieren nicht auf die gleiche Weise. Zum Beispiel wird eine große Kapitalinvestition wie ein Lastwagen beim Kauf bezahlt, wo durch die Barmittel, über die ein Unternehmen am Tag des Erwerbs verfügt, reduziert werden. Aus Ertragsgründen werden die Kosten jedoch über die Nutzungsdauer des Lkw verteilt, da er jedes Quartal ein wenig genutzt wird. Das wird als Abschreibung bezeichnet und hat keinen Einfluss auf den Cashflow, kann aber ein nennenswertes Problem für das Ergebnis darstellen.

Da Dividenden aus den liquiden Mitteln eines Unternehmens ausgezahlt werden und sich auf diese auswirken, ohne das Ergebnis zu beeinflussen, werden Dividendenzahlungen in der Kapitalflussrechnung ausgewiesen. Diese Rechnung verfolgt tatsächlich die Barmittel, die während eines bestimmten Zeitraums an das Unternehmen fließen oder von ihm ausgegeben werden. Um auf das obige Lkw-Beispiel zurückzukommen: Das Ergebnis eines Unternehmens kann durch Abschreibungen auf diese Aufwendungen jahrelang belastet werden, aber die Einnahmen und Ausgaben des Unternehmens werden davon nicht beeinträchtigt, da das Geld bereits ausgegeben wurde. Daher kann der verfügbare Barmittelbestand eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich höher sein als der Gewinn, den ein Unternehmen ausweist. Das erklärt, wie ein Unternehmen mehr Dividenden ausschütten kann, als es verdient, da nichtliquiditätswirksame Aufwendungen wie Abschreibungen das Ergebnis senken können, während sie gleichzeitig wenig bis gar keinen Einfluss auf die Liquidität haben, die ein Unternehmen erwirtschaftet.

Unterm Strich ist die Kapitalflussrechnung näher an der Wirklichkeit, wie du bei deinen eigenen Finanzen selbst merkst. Obwohl die Gewinn- und Verlustrechnung wichtig ist, ist die Kapitalflussrechnung der beste Weg, um zu sehen, ob sich ein Unternehmen die Dividende, die es zahlt, tatsächlich leisten kann.

Einige wichtige Dividendendaten

Es gibt einige wichtige Daten, wenn es um Dividenden geht, vor allem im Zusammenhang mit dem Timing. Das erste ist das Datum der Erklärung einer Dividende, d. h. der Zeitpunkt, zu dem ein Unternehmen seine Dividendenpläne dem Markt bekannt gibt. In dieser Erklärung werden zusätzlich zum tatsächlichen Dividendenbetrag der Stichtag, das Ex-Datum und das Zahlungsdatum angegeben. Um diesen Prozess zu verstehen, kann es hilfreich sein, sich ein reales Beispiel anzusehen.

Am 31. Oktober 2018 veröffentlichte ExxonMobil eine Pressemitteilung, in der die Investoren und die Öffentlichkeit über die Absicht des Unternehmens informiert wurden, im vierten Quartal eine Dividende von 0,82 US-Dollar pro Aktie auszuschütten. Diese Pressemitteilung war die Erklärung der Dividende. Zusätzlich zu dem Betrag meldete die Gesellschaft auch, dass die Dividende am 10. Dezember an die am 13. November eingetragenen Aktionäre ausgezahlt wird. Als Auszahlungstag gilt der Tag, an dem die Aktionäre die Dividende erhalten. Der Stichtag ist der Tag, an dem die Gesellschaft die Liste aller dividendenberechtigten Aktionäre erstellt.

Das einzige Datum, das nicht in der Mitteilung enthalten war, war das Ex-Dividendendatum, das in der Regel zwei Werktage vor dem Stichtag liegt, um die Zeit zu berücksichtigen, die für das Ausgleichen von Aktientransaktionen benötigt wird. (In diesem Fall war das Ex-Dividendendatum der 9. November, weil ein Wochenende dazwischen lag.) Dieses Datum stand nicht in der Pressemitteilung, sondern wurde auf der Website veröffentlicht. Kaufe die Aktien an oder vor diesem Datum und du bist zum Erhalt der Dividende berechtigt; kaufe nach dem Stichtag und der Vorbesitzer erhält die Dividende. Das Ex-Datum ist das genaue Datum, nach dem die Aktie ohne die im Kurs enthaltene Dividende gehandelt wird.

Für die meisten Investoren, insbesondere solche mit langfristiger Perspektive, werden diese Termine kein allzu großes Thema sein. Wenn du jedoch eine Aktie kaufen möchtest, solltest du die Daten überprüfen. Denn natürlich würdest du lieber eine Dividende mitnehmen, als sie um ein oder zwei Tage zu verpassen, nur weil du gezögert hast.

Einige Anleger versuchen unterdessen, Dividenden zu erzielen, indem sie gerade um diese Zeitpunkte herum investieren. Dieses Abgreifen von Dividenden ist eine Strategie, bei der die Anleger nur so lange Aktien halten, dass sie die Auszahlung erhalten, bevor sie zu einer anderen Aktie übergehen. Auf diese Weise kann der Anleger mit demselben Geld in viele Dividendenwerte investieren und mehr Dividenden „einfangen“. Obwohl das nach einer tollen Idee klingt, ist es kompliziert und zeitaufwendig.

Es gibt noch eine weitere Formalität, die den Ansatz des Dividendenabgreifens erschwert: Dividenden sind technisch gesehen eine Rückführung der Gewinnrücklagen (eine Bilanzposition). Daher sollte der Aktienkurs logischerweise um den Betrag der Dividende sinken, sobald er den Ex-Dividendentag erreicht. Es besteht auch das Risiko, dass sich der Aktienkurs während der Haltedauer durch Unternehmensnachrichten oder Ereignisse im Markt bewegt. Normalerweise generiert man aus der vereinnahmten Dividende eine Einnahme, man könnte aber beim Verkauf der Aktien auch einen Verlust erleiden. Es ist dabei sehr wahrscheinlich, dass der Nettovorteil geringer ist, als man es sich vielleicht erhofft, und deshalb sollten sich die meisten Anleger nicht mit dieser Strategie des Abgreifens von Dividenden befassen.

Einige wichtige Dividendenkennzahlen

Nun, da du die wichtigsten Daten im Hinterkopf hast, wirst du einige der wichtigsten Kennzahlen verstehen wollen, auf die du bei der Recherche nach Dividendenaktien stoßen wirst. Am prominentesten ist die Dividendenrendite. Dabei wird die jüngste Dividendenzahlung mit der Dividendenhäufigkeit (wie oft im Jahr die Dividende gezahlt wird) multipliziert und durch den aktuellen Aktienkurs dividiert.

Je höher die Rendite, desto besser für die meisten Ertragsanleger, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Anormal hohe Renditen können auf ein erhöhtes Risiko hinweisen. Ein guter Anhaltspunkt für die Investoren ist der Vergleich der Rendite einer Aktie mit der des S&P-500-Index, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob sie hoch oder niedrig ist, da sich die Marktbedingungen im Laufe der Zeit ändern können. Die Renditen sollten auch mit denen direkter Konkurrenten verglichen werden, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie hoch oder niedrig eine Rendite ist, da einige Branchen tendenziell höhere Renditen bieten als andere. Beachte, dass einige Datendienste eine abweichende Dividendenrendite ausweisen, die die historischen Dividenden berücksichtigt, die gezahlt wurden (normalerweise in den letzten zwölf Monaten), anstatt die aktuelle Dividende mit der Häufigkeit zu multiplizieren.

Eine weitere Kennzahl, auf die sich die Anleger konzentrieren, ist die Ausschüttungsquote. Sie ergibt sich aus der Dividendenausschüttung, geteilt durch das Ergebnis je Aktie. Obwohl Dividenden nicht aus dem Gewinn ausgezahlt werden, gibt dir das eine Vorstellung davon, wie gut sich ein Unternehmen seine Dividende leisten kann. Je niedriger die Ausschüttungsquote, desto besser – wird hier eine Quote von über 100 % erreicht, ist das in jedem Fall eine zusätzliche Überprüfung wert (wobei du feststellen wirst, dass einige Branchen, z. B. Immobilienfonds, fast immer eine Ausschüttungsquote von über 100 % haben, da die Quote aufgrund hoher Abschreibungskosten nach oben getrieben wird). Diese Zahl kann über verschiedene Zeiträume berechnet werden, aber sie wird in der Regel vierteljährlich, über die folgenden zwölf Monate oder auf Jahresbasis berechnet.

Einige Investoren werden sich auch mit der Rendite des Kaufpreises befassen. Man berechnet die Rendite auf den Kaufpreis, indem man die aktuelle Dividende pro Aktie nimmt und durch den durchschnittlichen Anschaffungspreis pro Aktie dividiert. Das ist eine Zahl, die natürlich für jeden einzelnen Anleger spezifisch ist. Sie ist am besten geeignet für Anleger, die seit sehr langer Zeit im Besitz einer Dividenden zahlenden Aktie sind, und für diejenigen, die den Durchschnittskosteneffekt zum Aufbau ihrer Position genutzt haben. Wenn du zum Beispiel die Microsoft Corporation am ersten Werktag des Jahres 1995 für 26,95 US-Dollar (den höchsten Kurs an diesem Tag) gekauft hättest, wäre die Dividende nur knapp 0,32 US-Dollar pro Aktie und Jahr gewesen, was den Investoren eine Dividendenrendite von etwa 1,2 % bescherte. Bis Ende 2018 stieg die Dividende jedoch auf 1,68 US-Dollar pro Aktie und Jahr. Das ist eine Kaufpreisrendite von 6,2 %!

Wie oft werden Dividenden ausgeschüttet?

In den Vereinigten Staaten zahlen die meisten Unternehmen vier Dividenden pro Jahr oder eine Dividende pro Quartal. Das ist jedoch nur eine Option. Einige Unternehmen wie der Immobilienfonds Realty Income zahlen monatlich Dividenden. (Es gibt nicht allzu viele monatliche Dividendenwerte, was schade ist, da die Dividendenausschüttungen dieser Unternehmen letztendlich ein regelmäßiges Gehalt nachahmen und damit für den Investor die Haushaltsbuchführung vereinfachen.) Andere zahlen zweimal im Jahr oder halbjährlich. Ein Beispiel dafür ist Disney, das im Januar und Juli bezahlt. Viele europäische Unternehmen zahlen nur zweimal im Jahr, mit einer kleinen Zwischenzahlung und einer größeren „Endzahlung“. Die meisten US-Unternehmen zahlen jedes Mal den gleichen Betrag. Einige Unternehmen zahlen nur einmal im Jahr, z. B. Cintas, das mit der Zahlung der jährlichen Dividende tendenziell bis zum Ende des Kalenderjahres wartet.

Um die Dividendenrendite und die Ausschüttungsquoten dieser Unternehmen richtig zu berechnen, muss die Dividendenfrequenz berücksichtigt werden. Beachte, dass einige Datendienste diesen Schritt nicht richtig ausführen, was zu fehlerhaften Daten führt. Daher solltest du immer die Website eines Unternehmens besuchen, um jede Dividendenstatistik, die ungewöhnlich erscheint, zu überprüfen.

Es gibt noch eine Sache, die man hier beachten sollte. Manchmal zahlen Unternehmen Sonderdividenden. Das sind Zahlungen, die außerhalb ihres typischen Dividendenplans erfolgen. Ein Beispiel ist das Unternehmen Kinder Morgan Canada, das 2018 einen großen Vermögenswert veräußerte und einen Teil der erwirtschafteten liquiden Mittel über eine einmalige Ausschüttung an die Aktionäre weitergab. Solche Dividenden sollten bei der Rendite oder Ausschüttungsquote nicht berücksichtigt werden, da es sich um ungewöhnliche Ereignisse handelt. Allerdings haben einige Unternehmen in der Vergangenheit regelmäßig Sonderdividenden gezahlt, z. B. L Brands, obwohl das in letzter Zeit nicht der Fall war, was zeigt, dass man sich nicht auf solche zusätzlichen Zahlungen verlassen sollte.

Nicht alle Dividenden werden in bar ausgezahlt

Um die Sache noch komplizierter zu machen, muss man hinzufügen, dass Dividenden nicht immer in bar ausgezahlt werden. Manchmal zahlt ein Unternehmen eine Aktiendividende, durch die es an jeden Investor zusätzliche Aktien ausgibt. Ein bedeutendes Beispiel hierfür ist Tootsie Roll Industries, ein Unternehmen, das eine sehr geringe Bardividende hat, aber in der Regel auch jedes Jahr eine kleine Aktiendividende ausschüttet. Der Nettovorteil für die Anleger besteht darin, dass die Anzahl der von ihnen gehaltenen Aktien mit der Zeit zunimmt.

In anderen Fällen erfolgt eine Auszahlung über eine Aktiendividende einer neuen Gesellschaft. Das geschieht, wenn ein Unternehmen den Aktionären frisch geschaffene Anteile an einem seiner Unternehmensbereiche zur Verfügung stellt, damit es den Unternehmensbereich als eigene Aktiengesellschaft ausgliedern kann. Eines der klassischen Beispiele dafür war die Aufspaltung von AT&T, liebevoll Ma Bell genannt, in ein gleichnamiges Unternehmen für die Abwicklung von Ferngesprächen und sieben sogenannte Baby Bells im Jahr 1984. Die Baby Bells besaßen die lokalen Telefongesellschaften, die verschiedene Regionen der Vereinigten Staaten belieferten. Für je zehn Aktien von AT&T erhielten die Investoren jeweils eine Aktie der sieben regionalen Telefongesellschaften. Dieser Schritt spaltete AT&T von einem Unternehmen in acht Unternehmen auf.

All das bedeutet, dass Aktiendividenden im Allgemeinen nicht die Regel sind, obwohl eine kleine Anzahl von Unternehmen eine lange Geschichte regelmäßiger Aktiendividenden haben.

Was ist eine Dividendenkürzung?

So weit, so gut, aber die Dividende steigt nicht immer. Manchmal, wenn ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät, muss es seine Dividende kürzen. Die Investoren mögen in der Regel keine Dividendenkürzungen, wie oben erwähnt, und werden Unternehmen verkaufen, die ihre Auszahlungen kürzen oder von denen sie glauben, dass sie sie wahrscheinlich kürzen werden. Deshalb solltest du Vorsicht walten lassen, wenn du Unternehmen mit hohen Renditen und hohen Ausschüttungsquoten betrachtest, denn beides könnte ein Zeichen dafür sein, dass die aktuelle Dividende nicht nachhaltig ist.

Allerdings haben einige Unternehmen variable Dividenden, sodass man fest davon ausgehen kann, dass ihre Dividenden im Laufe der Zeit steigen und fallen werden.

Dividendenänderungen bei solchen Unternehmen müssen anders betrachtet werden, da die Dividendenpolitik oft wichtiger ist als die Dividendenzahlung. Wheaton Precious Metals ist hier ein gutes Beispiel. Das Unternehmen strebt an, 30 % des durchschnittlichen Mittelzuflusses aus der laufenden Unternehmenstätigkeit der letzten vier Quartale auszuzahlen – und es zahlt auch genau diesen Betrag aus, unabhängig davon, ob er mehr oder weniger beträgt als die bisherige Dividende. Das ist deshalb wichtig, da Wheaton Umsätze durch den Verkauf von Edelmetallen generiert, deren Preise volatil sein können.

Was ist ein DRIP?

Eine Abkürzung, das man häufig im Zusammenhang mit Dividenden hören wird, ist DRIP, was für Dividenden-Reinvestitionsplan steht. Viele Unternehmen erlauben es dir, Aktien direkt von ihnen zu kaufen und dann die Dividenden zu nutzen, um im Laufe der Zeit automatisch zusätzliche Aktien zu kaufen. Manchmal bieten Unternehmen dafür Anreize, z. B. leicht unterdurchschnittliche Reinvestitionspreise, und in der Regel fallen bei diesen Transaktionen keine Maklergebühren an. Einige wenige Unternehmen verlangen, dass du Aktien von einem Dritten kaufst und dann die Aktien in dein Depot überträgst. Der wesentliche Punkt dabei ist jedoch, dass du die Dividende verwendest, um mehr Aktien zu kaufen. Damit folgst du im Grunde einer Durchschnittskostenstrategie oder, anders gesagt, einer Verteilung deiner Käufe über einen längeren Zeitraum.

Das ist jedoch ein Service, den viele Brokerunternehmen heute ohnehin kostenlos anbieten (ohne den Anreiz von unterdurchschnittlichen Preisen). Daher kann man oft dasselbe tun, ohne mehrere Konten bei verschiedenen Unternehmen eröffnen und beobachten zu müssen, was der Fall wäre, wenn man sich für mehrere unternehmensinterne DRIP-Pläne anmelden würde. Wenn du dein Leben so einfach wie möglich halten möchtest, frag deinen Broker, ob er eine kostenlose Wiederanlage der Dividende anbietet.

Was sind Dividendenkönige, -aristokraten, -champions, -challengers und Contender?

Die Investition in Dividendenunternehmen ist eine große Sache und die Anleger haben es verstanden, Dividendengesellschaften mit kurzen Begriffen zu beschreiben. Könige, Aristokraten, Champions, Challengers und Contender sind einige der Insider-Begriffe, mit denen auch du vielleicht umgehen möchtest. Jeder dieser Begriffe repräsentiert eine andere Reihe von jährlichen Dividendenerhöhungen:

Bedingungen für unterschiedliche Dividendenzahlungen
Dividendenkönige Mehr als 50 Jahre jährliche Dividendenerhöhungen
Aristokraten Mehr als 25 Jahre jährliche Dividendenerhöhungen
Champions Mehr als 25 Jahre jährliche Dividendenerhöhungen
Challengers 10 bis 24 Jahre jährliche Dividendenerhöhungen
Achievers Mehr als 10 Jahre jährliche Dividendenerhöhungen
Contenter 5 bis 9 Jahre jährliche Dividendenerhöhungen

Alle diese Begriffe stehen im Zusammenhang mit langjährigen Dividendenzahlern. Einige führen zu formellen Listen, die von Unternehmen wie Standard & Poor’s geführt werden (und zur Erstellung von Anlageprodukten wie Exchange Traded Funds oder ETFs verwendet werden), während andere auf informellen Listen auftauchen, die kostenlos auf Websites wie dem DRiP Investing Resource Center verfügbar sind.

Solche Listen sind ein guter Ausgangspunkt für die Suche nach Dividendenwerten, da Unternehmen mit einer langen Geschichte der Dividendensteigerung bewiesen haben, dass sie großen Wert auf die Belohnung ihrer Anleger legen.

Was ist eine Dividendenfalle?

„Dividendenfalle“ ist ein weiterer Begriff, den du hörst, wenn es darum geht, eine Dividendenaktie zu beschreiben, nur dass dieser überhaupt nicht positiv ist. Im Wesentlichen ist eine Dividendenfalle eine Aktie mit hoher Rendite, die von einer Dividende unterstützt wird, die nicht nachhaltig erscheint. Ein gutes Beispiel dafür ist das Telekommunikationsunternehmen Frontier Communications (WKN:A2DT04). Im Jahr 2017 zahlte das Unternehmen viermal pro Jahr eine Dividende von 0,60 US-Dollar pro Aktie, obwohl es die ganze Zeit über rote Zahlen schrieb. Da es keine Erträge gab, war der Deckungsgrad der Dividende sogar negativ. Das Unternehmen hatte seit einiger Zeit unter dem Einfluss verschlechterter Finanzergebnisse und einer hohen Schuldenlast aus Übernahmen zu leiden.

Das Unternehmen musste 2018 seine Dividende streichen. Im weiteren Verlauf des Jahres 2017 stieg die Dividendenrendite jedoch von rund 10 % auf unglaubliche 50 %, da die Aktie von mehr als 50 US-Dollar pro Aktie auf rund 6,75 US-Dollar abstürzte. Eine Rendite von 10 % ist hoch und verdient besondere Aufmerksamkeit, insbesondere bei einem Unternehmen mit hohem Fremdkapitalanteil. Aber eine Rendite von 50 % ist völlig lächerlich – die Börse hat ein sehr lautes Warnsignal ausgesendet. Bevor du auf eine fette Dividendenrendite anspringst, solltest du ein wenig Recherche betreiben, um sicherzustellen, dass die hohe Rendite nicht das Ergebnis materieller finanzieller Schwierigkeiten und schon bald zu einer Kürzung führen wird. Du solltest dein Bestes tun, um Dividendenfallen wie Frontier zu meiden.

Sagen dir Dividenden etwas über die Bewertung?

Häufig betrachten Anleger das Kurs-Gewinn-Verhältnis, um zu sehen, ob eine Aktie billig oder teuer gehandelt wird. Das KGV ist nur der Kurs dividiert durch das Ergebnis, ähnlich wie eine Dividendenrendite einfach die Dividendenzahlung dividiert durch den Aktienkurs ist. Beide sind relative Maße. Das KGV sagt dir, wie viel die Investoren bereit sind, für jeden US-Dollar, den ein Unternehmen verdient, zu zahlen, und die Dividendenrendite sagt dir ungefähr, wie hoch die Einnahmen sind, die Investoren von einem Unternehmen im Laufe der Zeit erwarten.

Um die Wahrheit zu sagen: Kurs-Gewinn-Verhältnis und Dividendenrendite allein sagen dir nicht allzu viel über die Bewertung. Wenn man sie jedoch mit der eigenen Geschichte eines Unternehmens oder mit einer breiteren Gruppe (wie einem Index oder direkten Branchenkollegen) vergleicht, kann man beginnen, Bewertungsmuster zu erkennen. So stieg beispielsweise die Dividende von Hormel Foods (WKN:850875) Ende 2017 auf über 2 %, gegen das obere Ende der historischen Renditebandbreite. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Unternehmens lag damals bei etwa 19, nachdem es Anfang 2016 von mehr als 30 gefallen war. Im Wesentlichen erzählte die Dividendenrendite eine ähnliche Entwicklung wie das KGV.

Es gibt in der Regel Gründe, warum Unternehmen mit niedrigen Bewertungen handeln; in diesem Fall hatte eine Verschiebung der Kaufgewohnheiten der Verbraucher hin zu frischen Lebensmitteln gegenüber Fertigprodukten, die das Portfolio von Hormel dominierten, die Wall Street verschreckt. Aber für langfristige Investoren kann eine hohe relative Dividendenrendite ein Kaufpotenzial sein. Hormel begann, seinen Unternehmensmix durch Übernahmen zu verändern, die sein Angebot in neuen Kategorien, insbesondere im Deli-Bereich, erweiterten. Bis Ende 2018 lag die Rendite von Hormel bei rund 1,8 % und das KGV wieder bei rund 22.

Dividendensteuern: Vater Staat bekommt seinen Anteil

Keine Diskussion über Dividenden wäre ohne die Erwähnung von Steuern vollständig. Die Regierung will hier mitverdienen. Du erhältst Steuerformulare von deinem Broker oder DRIP-Plan, die beschreiben, welche Dividenden du in einem bestimmten Jahr erhalten hast, und diese Informationen müssen in deiner Einkommensteuer wieder auftauchen.

Allerdings ändern sich die Steuergesetze im Laufe der Zeit, sodass der Steuersatz, den du für Dividendeneinnahmen zahlst, variieren wird. Dividenden werden oft steuerlich bevorzugt behandelt. Nicht alle Dividenden werden unterdessen gleich behandelt. Einige Unternehmen nehmen auch Kapitalrückzahlungen in ihre Dividenden auf. Solche Dividenden gelten als Rendite eines Teils deiner ursprünglichen Hauptinvestition und werden nicht besteuert, wenn du sie erhältst. Sie reduzieren deine Kostenbasis beim Verkauf und erhöhen so deine Kapitalgewinne (das ist der Unterschied zwischen dem, was du für eine Investition bezahlt hast, und dem, wofür du sie verkauft hast, vorausgesetzt, du hast einen Gewinn aus der Transaktion erzielt).

Andere Unternehmen, insbesondere Immobilienfonds, sind so strukturiert, dass sie einen Großteil der Erträge an die Anleger weitergeben, um eine Besteuerung auf Unternehmensebene zu vermeiden. Die meisten, wenn nicht sogar alle Dividenden, die sie zahlen, werden als regelmäßige Einnahmen behandelt – genau wie dein Gehalt. Diese Arten von Dividenden werden oft als unqualifiziert bezeichnet.

Qualifizierte Dividenden sind dagegen die Regel. Diese Art von Dividende wird von den meisten US-Unternehmen gezahlt und zu Sonderkonditionen besteuert. Zum Beispiel wurden im Jahr 2018 qualifizierte Dividenden, die an ein Paar gezahlt werden, das gemeinsam mit Einnahmen von weniger als 77.200 US-Dollar pro Jahr veranlagt wird, überhaupt nicht besteuert. Ein Paar, das weniger als 479.000 US-Dollar, aber mehr als 77.200 US-Dollar verdient, würde seine Dividenden mit einem Satz von 15 % besteuert sehen. Ein Paar, das mehr als 479.000 US-Dollar pro Jahr verdient, erhielte einen Dividendensteuersatz von 20 %.

Steuern sind ein komplexes Thema und du solltest hier einen Buchhalter oder Steuerberater konsultieren, um dir das noch ausführlicher erklären zu lassen. Aber sei versichert, dass du Uncle Sam über deine Dividenden informieren musst – oder das Finanzamt wird dich jagen und sich seinen Teil holen.

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Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einer Microsoft-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Reuben Gregg Brewer auf Englisch verfasst und am 25.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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