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Dividendenperle Royal Dutch Shell macht Ernst – und tritt aus Öllobbyverband aus

Foto: Getty Images

Es sind weiterhin spannende Meldungen, die derzeit die Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) bewegen. Nachdem das Unternehmen erst vor einigen Wochen durchsickern ließ, dass sich der eigentliche Öl- und Erdgasmulti neu aufstellen möchte und vermehrt in Elektrizität investieren will, gibt es nun erneut gewichtige Nachrichten.

Denn wie auch diese Maßnahme unterstreichen dürfte, scheint es Royal Dutch Shell durchaus ernst dabei zu sein, ein nachhaltigerer und möglicherweise sauberer Konzern zu werden.

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Lass uns daher nun einen Foolishen Blick darauf riskieren, was der britisch-niederländische Konzern nun verkündet hat, was das möglicherweise bedeutet – sowie, natürlich, was alle Investoren diesbezüglich wissen sollten.

Royal Dutch Shell beendet weiteres Ölkapitel

Wie Royal Dutch Shell vor wenigen Tagen für viele Marktbeobachter überraschend verkündete, wird der Konzern die sogenannte American Fuel & Petrochemical Manufacturers, oder kurz AFPM, verlassen. Hierbei handelt es sich um eine US-amerikanische Interessenvereinigung aus dem Ölbereich. Oder, man könnte angesichts der Größe dieses Lobbyverbandes wohl auch sagen, gewissermaßen die US-amerikanische Interessenvereinigung dieser Branche.

Royal Dutch Shell begründet diesen Schritt damit, dass im Rahmen einer Gesamtüberprüfung gravierende Interessenkonflikte bezüglich der jeweiligen Klimapolitik aufgefallen seien. Ferner werde man auch die Mitgliedschaften in 19 weiteren Interessenverbänden überprüfen sowie auch hier nötigenfalls die Reißleine ziehen, sofern die eigenen Interessen nicht mehr mit denen des jeweiligen Verbandes einhergehen.

Zudem scheint Royal Dutch Shell generell entschlossen zu sein, ein eigenes klimapolitisches und möglicherweise bedeutendes Zeichen zu setzen. So betonte der britisch-niederländische Konzern beispielsweise auch noch einmal, dass man sich generell an Klimaziele halten wolle – wozu beispielsweise auch das Klimaabkommen von Paris zähle.

Eine Spitze, möglicherweise auch generell gegen die US-amerikanischen Vertreter. Denn immerhin dürften viele der (noch?) schmutzigen US-Konzerne gegenwärtig davon profitieren, dass deren Präsident Trump bei diesem bedeutenden Abkommen vor einigen Monaten die Reißleine gezogen hat.

Shell scheint strategische Neuausrichtung ernst zu nehmen

Insgesamt scheint Royal Dutch Shell somit die eigene strategische Neuausrichtung hin zu einem etwas saubereren Konzern mit nachhaltigeren Ressourcen ernst zu nehmen. Und der Austritt aus den jeweiligen Interessenverbänden, die nicht mehr mit den eigenen Interessen einherzugehen scheinen, ist hier nur ein weiteres Mosaikteilchen in einem größeren Kontext.

Shell scheint inzwischen jedoch begriffen zu haben, dass die bisherigen Rohstoffe wie Öl und Erdgas angezählte Modelle sind, die gegenwärtig zwar noch ausgereizt werden können. Langfristig dürften allerdings neue Ressourcen viele Bereiche – wie eben auch die Antriebstechnologie – revolutionieren und entsprechend könnte der britisch-niederländische Konzern nun bereits frühzeitig versuchen, sich zu positionieren.

In meinen Augen scheinen auch die bisherigen Ziele eine solche These zu stützen. So möchte der Konzern beispielsweise bis zum Jahre 2030 lediglich die drei Bereiche Erdöl, Erdgas und Elektrizität in etwa gleich gewichten, was tendenziell eine schonende und nachhaltige Umwälzung der bisherigen altgedienten Konzernstrukturen einläuten könnte.

Das Management denkt mit – den Investoren gefällt’s

In meinen Augen versucht sich Royal Dutch Shell daher insgesamt sehr spannend für die Zukunft zu rüsten – langsam aber sicher weg von alten Ressourcen hin zu neueren, sauberen und zukunftsorientierteren Energieträgern scheint hier die Devise zu sein. Wobei eine Betonung durchaus auch auf langsam zu liegen scheint, um nichts von der bisherigen operativen Stärke zu verlieren.

Das dürfte auch allen Investoren durchaus gefallen, die noch viele Jahre von der britisch-niederländischen Dividendenperle profitieren wollen. Denn auch abseits von Öl und Gas scheint es definitiv eine Zukunft für Royal Dutch Shell zu geben – und der Konzern scheint sich, wie auch dieser Schritt nun beweist, effektiv für dieses Szenario zu rüsten.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell (B-Aktien). The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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