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Darum verlief das US-Debüt dieser Cannabisaktie so enttäuschend

2019 war ein bislang großartiges Jahr für Cannabisaktien, da Investoren voll auf die Wachstumsaussichten und langfristigen Chancen der Cannabisbranche setzen. Viele namhafte Züchter berichten große Umsatzsteigerungen, die zum großen Teil auf den Marktstart für frei verkäufliches Cannabis in Kanada zurückzuführen sind. Das Potenzial für weitere Umsatzzuwächse scheint grenzenlos.

Cannabisunternehmen nutzen das Interesse an ihren Aktien voll aus und unternehmen Schritte, um den Anlegern den Zugang zu ihren Aktien zu erleichtern. Am 25. Februar wurde CannTrust Holdings (WKN:A2DWH4) das jüngste Unternehmen, das seine Aktien an der renommierten New York Stock Exchange gelistet hat. Wer jedoch erwartet hatte, dass dies auch einen Anstieg des Aktienkurses mit sich bringen würde, wurde schwer enttäuscht. Und das steht symptomatisch für ein grundlegendes Missverständnis, das viele Investoren beim Wechsel zu wichtigen US-Börsen haben.

Enttäuschender Rückgang der CannTrust-Aktien

Der erste Handelstag von CannTrust an der NYSE verlief nicht so, wie viele erwartet hatten. Die Aktien stiegen zunächst um etwa 3 % an und kletterten schließlich Anfang des ersten Tages auf 5 %. Doch zu diesem Zeitpunkt kam der Verkaufsdruck, und die Aktie fiel schließlich fast 6 %.

Seitdem hat die CannTrust-Aktie typische Höhen und Tiefen durchgemacht, allerdings ohne dabei groß von der Stelle zu kommen. Selbst nachdem die Verluste zurückerobert wurden, bleibt der Aktienkurs von CannTrust unter dem Niveau vom Wochenbeginn.

Viele Cannabisanleger nahmen dies schnell zum Anlass für Kritik am Geschäftsmodell und den Zukunftsaussichten von CannTrust. Aber es gab noch einige andere Faktoren, die für den Rückgang verantwortlich waren:

  • Auch wenn CannTrust-Aktien am 25. Februar erstmals an der NYSE verfügbar waren, wurden sie doch zuvor anderswo gehandelt. In der Woche vor der Notierung von CannTrust an der NYSE stiegen diese Aktien um 18 %. Der anschließende Rückgang bedeutete also nur einen kleinen Verlust nach dem Kursanstieg.
  • CannTrust war nicht die einzige Cannabisaktie, die einen schwarzen Tag erwischte. So verzeichnete Cronos Group aufgrund negativer Kommentare von Aktienanalysten einen Kursrückgang von 8 %. Tilray erlebte einen Rückgang von 2 %.

Am wichtigsten ist natürlich dabei, dass man die Performance einer Aktie innerhalb nur weniger Tage nicht wirklich beurteilen kann. Kurzfristig denkende Trader haben so viele verschiedene Motivationen für ihre Taten, dass diese kurzfristig mal Auswirkungen auf den Aktienkurs haben können. Es braucht Zeit, bis die fundamentale Stärke eines Unternehmens zur Geltung kommt.

Kann CannTrust richtig groß werden?

Um die grundlegenden Perspektiven von CannTrust einzuschätzen, ist es sinnvoll, auf das für das Unternehmen sehr wichtige Jahr 2018 zurückzublicken. CannTrust eröffnete einen Teil der riesigen Anbaufläche in seiner Zuchtanlage in Niagara und fügte 450.000 Quadratmeter hinzu, um die Gesamtkapazität seiner Cannabiszucht drastisch zu erhöhen. Wenn Niagara fertig ist, wird die Anlage mehr als 1 Million Quadratfuß umfassen, und CannTrust erwartet, dass man dadurch jährlich mehr als 100.000 Kilo Cannabis produzieren kann.

Darüber hinaus haben weitere Schritte dazu beigetragen, dass CannTrust ein wichtiger Player auf dem Markt ist. Vier Verbrauchermarken, darunter die Marke Peak Leaf, richten sich an verschiedene Kategorien von Cannabiskunden. CannTrust hat sich bemüht, alternative Produkte über getrocknetes Cannabis und vorgewalzte Verbindungen hinaus anzubieten. Der Geschäftssinn des neuen CEOs Peter Aceto hat schon in den ersten Monaten einen großen positiven Einfluss gehabt.

Am Ende verfügt CannTrust über einige attraktive Eigenschaften, die den meisten Wettbewerbern schlicht fehlen. Das Umsatzniveau ist bereits mit Aktien mit deutlich höherer Marktkapitalisierung vergleichbar, und CannTrust konnte bereits hohe Margen erzielen. Das liegt vor allem am Produktmix und hat den doppelten Vorteil, dass sich die Produktlinien von CannTrust auch von denen der Wettbewerber unterscheiden.

CannTrust gut im Auge behalten

Der Wechsel von CannTrust an die NYSE hat den Aktionären vielleicht keine sofortige Freude beschert, aber er spiegelt die verbesserten Aussichten des Cannabisunternehmens wider. Da jetzt mehr Anleger Zugang zur Aktie haben, wird CannTrust viel stärker ins Bewusstsein gespült. Und das sollte sich auszahlen, wenn der Marihuanazüchter weiterhin ähnlich großen Erfolg einfährt wie bislang.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von CannTrust Holdings. Dan Caplinger besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 3.3.2019 auf Fool.com und wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.