The Motley Fool

3 Fehler beim Vermögensaufbau, die (noch) viel zu oft begangen werden

Noch nie in der Geschichte der Menschheit war der Vermögensaufbau so einfach wie jetzt. Das ist meine feste Überzeugung.

Ja, früher waren die Zinsen höher. Aber dafür gab es kein Internet, mit dem man sich die Ideen der weltweit besten Analysten direkt ins Wohnzimmer holen konnte. Ganz zu schweigen von der enorm gewachsenen Auswahl an ETFs, mit denen sich heutzutage praktisch jede nur denkbare Anlagestrategie abbilden lässt.

Trotz der geradezu lächerlich niedrigen Hürden für Investoren sehe ich (noch) viel zu häufig, wie die folgenden drei Fehler beim Vermögensaufbau begangen werden.

1. Der Herde hinterherlaufen

Wer erinnert sich noch an die Bitcoin-Explosion im Jahre 2017? Ab etwa 10.000 US-Dollar pro Bitcoin fühlte ich mich wie ein Naturforscher, der die Gattung „Homo Exponentia“ bei der rituellen Verflüssigung der Hirnwindungen beobachtet.

Passend dazu lief die Erfolgsserie „The Walking Dead“ bei mir rauf und runter. In einer Staffel trieben die Überlebenden eine kritische Masse Zombies zusammen, die dann so viel Krach erzeugten, dass sämtliche Zombies der näheren Umgebung zu einem stetig wachsenden Knäuel verschmolzen – der Herde.

Wer soll es den Zombies auch verübeln? Ohne funktionsfähigen Stirnlappen bleibt einem nicht viel anderes übrig außer sich der Herde anzuschließen.

Da die meisten mir bekannten Investoren keine Zombies sind, sollte das mit dem Stirnlappen eigentlich kein Problem sein. Es fehlt wahrscheinlich oftmals nur der Mut – der Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen (frei nach Kant).

Alle kaufen Immobilien? Gut, dann rechne ich aus, wann und ob das für mich persönlich infrage kommt. Alle kaufen DAX-Aktien? Okay, mal schauen, ob sich da auch etwas findet, das meinen persönlichen Qualitätsansprüchen genügt.

Vielleicht hat die Herde recht. Vielleicht aber auch nicht. Aber erst zu handeln und dann zu denken ist ein Fehler, der bei mir ganz vorne im Giftschrank steht.

2. Zu spät anfangen

Man kann viele Dinge aufschieben. Ich schiebe seit Jahren einen Besuch der hochgelobten Dresdner Innenstadt vor mir her. Dabei würde mich eine Zugfahrt in die Hauptstadt der multiepochalen Architektur kaum mehr als zwei Stunden Fahrtzeit kosten.

Beim Vermögensaufbau sieht die Sache anders aus. Hier gilt: Je früher, desto besser. Schuld ist der Zinseszinseffekt. Der blüht nämlich erst bei langen Zeiträumen so richtig auf.

Angenommen, du investierst 1.000 Euro bei einem jährlichen Zinssatz von 10 %. Nach 10 Jahren werden aus deinen 1.000 Euro sehenswerte 2.593 Euro. Mehr als verdoppelt! Aber nach 30 Jahren werden aus deinen 1.000 Euro erstaunliche 17.449 Euro. Unterschied Endkapital: Faktor 7. Unterschied Zeiteinsatz: Faktor 3. Dein linear denkendes Gehirn wird jetzt sicher einiges zu verarbeiten haben. Aber es stimmt. Rechne es nach.

Mag sein, dass die mickrigen Zinserträge in jungen Jahren wenig vielversprechend und die langen Zeiträume wie die Unendlichkeit wirken. Aber wie die Beispielrechnung zeigt, wäre es ein großer Fehler, den langfristigen Effekt des Zinseszinses zu unterschätzen.

3. Selbstüberschätzung

Du hast von Warren Buffett gehört und kaufst jetzt voller Begeisterung ein paar Aktien? Was soll da auch schiefgehen? Ein paar Klicks und die Aktien sind im Depot.

Eigentlich könnten der Maserati und die Yacht gleich mitbestellt werden. Denn die Kurse der gewählten Aktien haben sich im vergangenen Jahr verdoppelt. 1.000 Euro bei 100 % Rendite pro Jahr über 10 Jahre investiert und fertig ist der Millionär.

Kenner werden jetzt lachen und sich fragen, wer denn so naiv investiert? Warren Buffett wäre schließlich nicht das Wunderkind der Branche, wenn es viele Investoren gäbe, die ähnliche Leistungen vollbringen könnten.

Das sieht offenbar auch Warren Buffett selbst so. Denn der Altmeister empfiehlt für die breite Masse nicht etwa den Kauf einzelner Aktien, sondern den Kauf eines möglichst günstigen ETFs auf den marktbreiten S&P 500.

Das bedeutet meiner Meinung nach nicht, dass niemand außer Warren Buffett ausgewählte Aktien im Depot haben sollte. Ich schätze, das „Orakel von Omaha“ empfindet das passive Investieren einfach als geeigneter für die meisten Investoren.

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach, dass man sich nicht selbst überschätzt. Es mag Investoren geben, die ein Händchen für IT-Aktien haben. Für andere ist bereits ein „langweiliger“ Index-ETF das Höchste der Gefühle. Jedem das Seine.

„Erkenne dich selbst“ – die Inschrift auf dem Apollontempel von Delphi gilt aus meiner Sicht auch für Investoren.

Ich mache immer noch Fehler

Immer wenn ich denke, dass ich jetzt alles durch habe, zeigt mir die Börse den Mittelfinger. Komplexe Systeme wie „den Markt“ kann man eben nicht auf eine Weltformel herunterbrechen. Leider! Denn mit einer mathematisch korrekten Formel könnte man endlich fehlerfrei investieren.

In der Realität gibt es dafür nur eine Möglichkeit: Gar nicht investieren. Wenn es mein Ziel wäre, alle Fehler zu vermeiden, bräuchte ich also gar nicht erst mit dem Investieren anzufangen. Zum Glück genügt es meiner Erfahrung nach völlig, so wenig Fehler wie möglich zu machen.

Wer die genannten drei Fehler nicht macht, ist aus meiner Sicht bereits im dunkelgrünen Bereich. Alles Weitere fällt bei mir unter Feintuning. Aber garantiert die Vermeidung der gröbsten Fehler automatisch exorbitant hohe Gewinne? Nein. Aber ich muss auch nicht unbedingt gewinnen. Ich will vor allem nicht verlieren.

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