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Die Retail-Apokalypse ist nicht so schlimm, wie es scheint

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Es ist erst Mitte März und die US-Einzelhändler haben seit Anfang des Jahres bereits fast 5.000 Filialschließungen angekündigt. Das entspricht laut Coresight Research beinahe schon dem Wert von 5.524, der im gesamten Jahr 2018 erreicht wurde.

Dieser Datenpunkt mag den Anschein erwecken, dass die Apokalypse des Einzelhandels im Jahr 2019 eine dramatische Wende zum Schlechten genommen hat. Allerdings werden Ankündigungen zur Schließung von Geschäften in der Regel in der Nähe des Jahresbeginns gebündelt, da die Einzelhändler ihre Position nach dem arbeitsreichen Weihnachtsquartal bewerten.

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Darüber hinaus ist die Gesamtzahl der Filialschließungen nicht unbedingt die beste Kennzahl: Um die Auswirkungen der Apokalypse auf Einkaufszentren und Shoppingcenter im ganzen Land zu verfolgen, ist das Tempo der Filialschließungen im Jahr 2019 im Vergleich zur Nachfrage nach neuen Flächen sehr überschaubar.

Nicht alle Filialschließungen werden gleich umgesetzt

In den Jahren 2017 und 2018 wurde der Einzelhandel von einer massiven Welle von Kaufhausschließungen erschüttert. Macy’s und J.C. Penney (WKN:851991) schlossen zusammen mehr als 200 Geschäfte – mit mehr als 20 Mio. Quadratfuß Fläche –, während sie versuchten, ihre Rendite zu steigern. Bon-Ton Stores, die Anfang 2017 über 262 Filialen mit insgesamt 24 Mio. Quadratfuß verfügten, stellten 2018 ihre Geschäftstätigkeit ein und schlossen alle ihre Filialen.

Vor allem Sears Holdings schrumpfte dramatisch. Anfang 2017 verfügte das Unternehmen in den USA (einschließlich Puerto Rico) über mehr als 1.400 Kmart und Sears-Vollsortimentgeschäfte. Der kleine Bruchteil davon, der Ende 2018 einen Insolvenzantrag überlebte, wird in Zukunft rund 425 Filialen betreiben. Die rund 1.000 Geschäfte, die geschlossen wurden, hatten eine Fläche von weit über 100 Mio. Quadratfuß.

Im Gegensatz dazu betrifft die überwiegende Mehrheit der 2019 geschlossenen Filialen „In-line“-Einzelhändler, die viel kleinere Filialen betreiben.

Tatsächlich beziehen sich mehr als 70 % der 2019 angekündigten Schließungen in den USA auf die Insolvenzen von Payless ShoeSource, Gymboree und Charlotte Russe. Die meisten Payless-Filialen reichen von 2.000 Quadratfuß bis 4.000 Quadratfuß. Gymboree verfügt durchschnittlich über etwas mehr als 2.000 Quadratfuß. Charlotte-Russe-Geschäfte sind etwas größer und haben im Durchschnitt etwas mehr als 7.000 Quadratfuß. Die 3.500 Filialen, die diese drei Unternehmen 2019 schließen, umfassen zusammengenommen wahrscheinlich nur 12 Mio. Quadratfuß Verkaufsfläche.

Um fair zu sein, muss man sagen, dass auch einige Einzelhändler, die größere Filialen betreiben, 2019 weiter Flächen abbauen. J.C. Penney plant, in diesem Jahr weitere 27 Filialen zu schließen, obwohl einige davon kleinere Standorte sind. Shopko schließt im Zusammenhang mit dem Insolvenzantrag mehr als 250 Filialen. Einige davon sind Vollsortiment-Geschäfte, die durchschnittlich rund 80.000 Quadratfuß groß sind, aber viele sind kleinere Shopko-Hometown-Geschäfte, deren Fläche bei 15.000 bis 35.000 Quadratfuß liegt.

Ironischerweise dürften diew meisten Schließungen in diesem Jahr (wieder) bei Sears liegen. Im Zusammenhang mit dem Konkursverfahren kündigte die Handelskette Ende 2018 mehr als 250 Filialschließungen an, die in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 umgesetzt werden.

Der Platzbedarf ist enorm

Während einige Einzelhändler Probleme haben, blühen viele andere auf und wollen wachsen. So hat beispielsweise der Off-Price-Einzelhandel in den letzten Jahren viele Flächen übernommen, die zuvor von Kaufhäusern und Big-Box-Einzelhändlern genutzt wurden. Der Branchenführender TJX Companies (WKN:854854) expandiert weiterhin rasant, ebenso wie kleinere Wettbewerber wie Ross Stores (WKN:870053) und Burlington Stores (WKN:A1W54Y).

Im Jahr 2019 plant TJX die Eröffnung von rund 150 neuen Filialen in den USA. Ross Stores und Burlington zusammen werden eine ähnliche Anzahl eröffnen. Diese rund 300 neuen Filialen werden etwa 8 Mio. Quadratfuß Fläche benötigen. Ein Laden wie Burlington oder HomeGoods kann kein vollwertiges ehemaliges J.C.-Penney-Geschäft übernehmen, aber er kann als starker Hauptmieter für eine Sanierung dienen, die ein ehemaliges Kaufhaus in kleinere Räume unterteilt.

Auch die Fitnesskategorie wächst rasant, angeführt von Planet Fitness, das im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von 230 neuen Fitnessstudios eröffnete, die fast 5 Mio. Quadratfuß Immobilien umfassen. Auch Dollar-Läden und Lebensmittelgeschäfte expandieren mit rasantem Tempo.

Im Moment gibt es einen erheblichen Überhang an leeren Flächen aufgrund der massiven Anzahl von Geschäften, die von Sears, Kmart und Bon-Ton (sowie Toys R Us und Babies R Us) in den Jahren 2017 und 2018 geschlossen wurden. Eine Handvoll schnell wachsender Unternehmen wie diese könnte jedoch in den nächsten Jahren einen großen Teil dieser Fläche übernehmen, wenn man davon ausgeht, dass das Tempo der Kaufhausschließungen weiterhin moderat ist.

Die Besetzung der Flächen von Payless, Gymboree und Charlotte Russe, die im Jahr 2019 frei geworden sind, wird noch einfacher sein. Eine Reihe von Einzelhändlern kann gut Räume gebrauchen, die kleiner als 10.000 Quadratfuß sind. Sie reichen von lokalen Boutiquen und Restaurants über angesagte E-Commerce-Marken, die nach physischen Showrooms suchen, bis hin zu erfolgreichen nationalen Fachgeschäften.

In den USA wird es aller Voraussicht nach weiterhin Tausende von Filialschließungen pro Jahr geben, da die Einzelhändler auf veränderte Einkaufsgewohnheiten reagieren müssen. Aber solange Kaufhäuser und Big-Box-Stores nur einen relativ kleinen Prozentsatz dieser Ladenschließungen ausmachen – wie es bisher der Fall war –, werden Amerikas Einkaufszentren und Shoppingmalls nicht so schnell zu Geisterstädten werden.

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Dieser Artikel wurde von Adam Levine-Weinberg auf Englisch verfasst und am 16.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool empfiehlt PLNT und The TJX Companies.

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