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3 Gründe, warum ich jetzt doch Bitcoins kaufen werde

Was für ein Sprung! Wie von der Tarantel gestochen schoss der Bitcoin heute um 15 % nach oben (Stand: 02.04.2019). Eine echte Abwechslung nach dem trübseligen Herumschaukeln der letzten Monate.

Aber ist das jetzt das Zeichen zum Einstieg? Oder handelt es sich bei diesem Ausbruch um eine waschechte „Bullenfalle“?

Letztes Jahr konnte ich mich mit dem Kryptosektor noch nicht anfreunden. Doch 2019 werde ich mir wohl trotzdem ein paar virtuelle Münzen in meine „Bitcoin-Wallet“ legen. Die folgenden drei Gründe haben meinen Widerstand gebrochen.

1. Virtueller Lagervorteil

Um eines vorwegzunehmen: Ja, ich halte Aktien nach wie vor für das Mittel der Wahl zum Vermögensaufbau. Wer denkt, ich tausche meine heißgeliebten Apple (WKN:865985)-Aktien gegen ein paar Bitcoins, kennt mich schlecht.

Trotzdem bin ich absolut kein Gegner alternativer Vermögensklassen. Eine Prise Edelmetalle hier und eine Prise Immobilien da kann je nach Lebenssituationen und Marktphase absolut sinnvoll sein.

Gold liegt zwar nur rum, ist aber trotzdem ein Wertspeicher der Superlative. Bereits vor über 6.000 Jahren war dieses Edelmetall den Menschen so wichtig, dass die Würdenträger es regelmäßig mit ins Grab nahmen. Ob die Menschen wohl damals schon wussten, dass zur Entstehung von Gold die Energie eines Supernova-Kernkollapses benötigt wird?

Fakt ist, dass Gold zwar keine Dividende zahlt, aber trotzdem noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehört. In den letzten zehn Jahren war eine Wertsteigerung von 72 % zu beobachten. Das ist zwar nichts gegen das DAX-Plus von 180 %, aber es ist auch nicht nichts (Stand für beide Kurse: 02.03.2019).

Was mich an Gold stört ist das, was Edelmetallfans normalerweise als Vorteil beschreiben: Ich weiß nicht wohin mit dem Zeug. Aber leider bin ich dazu gezwungen, mich mit dieser Frage zu beschäftigen, da es im Gegensatz zu Aktien physisch in meinem Besitz ist. Tresor? Tiefkühltruhe? Als Rolex oder Apple-Watch am Handgelenk?

Des Öfteren werden mir Zollfreilager als ultimativer Problemlöser empfohlen. Umsonst ist diese Lösung natürlich nicht. Ein grober Blick über die Preislisten verrät mir, dass ich je nach Menge und Komfort mit Lagerkosten zwischen 0,4 und 1,25 % des Marktwertes pro Jahr planen müsste. Auf ein paar Jahrzehnte hochgerechnet kommt da ganz schön was zusammen. Zum Vergleich: Der S&P 500 ETF meiner Wahl hat eine Gesamtkostenquote von 0,07 % pro Jahr.

Der Bitcoin war für mich immer näher am Gold als an einer Alltagswährung. Mit dem Unterschied, dass es beim Bitcoin nichts zu lagern gibt. Nach einer Transaktion sind „meine Bitcoins“ in der Blockchain. Fertig!

2. Schusselige Bitcoin-Besitzer

Stand heute können noch maximal 3.376.400 Bitcoins erzeugt werden (Stand: 02.04.2019). Damit werden Bitcoins über kurz oder lang knapp. Ein erstklassiger Entwertungsschutz, den (soweit ich weiß) niemand mal eben mit einem Fingerschnippen umgehen kann.

Hinzu kommt, dass immer mehr Bitcoins verloren gehen. Immer wieder tauchen verpeilte Bitcoin-Besitzer auf, die auf Müllkippen nach ihren alten Festplatten suchen. Teils mit schwerem Gerät und millionenschwerer Ausrüstung.

Fakt ist: Geht der private Schlüssel verloren, kennt die Blockchain keine Gnade. Es gibt keine Bitcoin-Hotline, die Fehler dieser Art korrigieren könnte.

Nicht nur mangelhafte Sorgfaltspflicht lässt Bitcoins verschwinden. Hin und wieder nehmen Bitcoin-Besitzer ihre Passwörter auch mit ins Grab. Wie die Würdenträger vor 6.000 Jahren das Gold. Wie auch immer: Was weg ist, ist weg und kann somit auch nicht mehr gehandelt werden.

Alles in allem gehe ich davon aus, dass die Schusseligkeit vieler Bitcoin-Besitzer die Verknappung viel stärker vorantreiben wird, als es die aktuellen Daten vermuten lassen.

3. Bitcoin Halving 2020

Bald ist es wieder so weit. Dann tritt erneut ein sogenanntes Halving in Kraft. Hierunter versteht man die Halbierung der Belohnung, die nach dem Schürfen eines Blocks an einen „Miner“ ausgeschüttet wird.

Aber was genau könnte das bewirken? Nun, offensichtlich wirkt sich das „Halving“ negativ auf das Bitcoin-Angebot aus. Die Bitcoin-Miner erhalten nach dem Schürfen nur noch halb so viele Bitcoins wie zuvor und können dann entsprechend weniger Bitcoins auf den Markt werfen. Eine Verknappung des Angebots bei konstanter Nachfrage müsste nach meiner Logik den Preis steigen lassen.

Das letzte „Halving“ im Juli 2016 könnte ein Grund für die starke Entwicklung des Bitcoins in den darauf folgenden Jahren gewesen sein. Auch auf das „Halving“ von 2012 folgten starke Kursschübe.

Noch ist es aber nicht so weit. Das nächste „Halving“ ist für den 24. Mai 2020 geplant. Aber bald ist ja auch schon wieder Weihnachten. Und wer die Bitcoins vor dem „Halving“ nicht hat, der hat sie wahrscheinlich auch nicht danach.

Ich entscheide mich jeden Tag neu

Letztes Jahr hätte ich den Kryptomarkt nicht mal mit der Kneifzange angefasst und jetzt mache ich mir doch die Bitcoin-Wallet voll. Heute so, morgen so? Ja, wieso auch nicht?

Alles verändert sich. Heute sind die Zinsen niedrig, morgen vielleicht hoch. Heute sind die Unternehmensgewinne hoch, morgen vielleicht niedrig.

Insgeheim sind vermutlich alle Investoren auf der Suche nach der geheimen Formel, die immer und zu jeder Zeit gilt. Die traurige Wahrheit ist aber, dass jemand, der vor 20 Jahren diese eine Formel gefunden hat, heute vermutlich nicht mehr viel damit anfangen kann, da sich so enorm viel verändert hat.

Sicherlich kann man sich mit der Zeit die eine oder andere Weisheit zurechtlegen. Dennoch kalkuliere ich meine Entscheidungen zu 90 % auf Basis tagesaktueller Bedingungen. Oder um es mit den Worten von Kant zu sagen: „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

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Stefan Naerger besitzt (noch) keine Bitcoins, dafür aber Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.