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Die Wirecard-Aktie war schon lange nicht mehr so attraktiv wie heute

Investoren der Wirecard (WKN: 747206)-Aktie haben in den letzten Wochen eine wahre Achterbahnfahrt erlebt. Die US-Finanzzeitung Financial Times hatte Wirecard mehrmals vorgeworfen, Dokumenten- und Kontofälschungen oder sogar Geldwäsche im Singapur-Geschäft betrieben zu haben. Das Ergebnis waren zeitweise Kursverluste bei der Wirecard-Aktie um bis zu 50 %.

Doch nun hat das Hin und Her endlich ein Ende: Die Compliance-Kanzlei Rajah&Tann hat ihren Abschlussbericht zur Causa Wirecard vorgelegt. Das Ergebnis in Kurzform: Die Vorwürfe der Financial Times konnten nicht bestätigt werden. Die Anleger feierten den positiven Bericht am Dienstag und schickten die Aktie um gut ein Viertel nach oben.

Zwar hat die Financial Times vor einigen Tagen noch einmal nachgelegt und neue Vorwürfe gegen Wirecard angebracht. Doch nachdem die Anschuldigungen, um die es bisher ging, sich eher als Griff ins Klo herausgestellt haben, hat die Financial Times aus Sicht vieler Beobachter ihre Glaubwürdigkeit verspielt.

Die nervenaufreibenden Ereignisse der vergangenen Wochen könnten Investoren dazu verleiten, der Wirecard-Aktie fernzubleiben. Doch nicht so vorschnell! Ich denke, dass die Wirecard-Aktie jetzt so interessant ist wie lange nicht mehr. Warum? Das erfährst du, wenn du weiterliest.

Entlastung schafft Sicherheit

Meine größte Sorge als Wirecard-Investor waren weniger die unmittelbaren Folgen einer möglichen Konto- und Umsatzfälschung. Viel schlimmer für Wirecard wären aus meiner Sicht die langfristigen Folgen gewesen: Ein nachhaltiger Vertrauensverlust bei bestehenden und potenziellen Kunden hätte die ganze Wachstumsstory Wirecards stark beeinträchtigen können.

Zwar ist die Aktie auch in Zukunft nicht sicher vor vergleichbaren Angriffen – schon 2016 war Wirecard einmal Ziel einer Shortseller-Attacke –, doch das Unternehmen scheint seine gesetzlichen Pflichten ernst zu nehmen und die Auswirkungen solcher Attacken halten sich meist sehr in Grenzen, wenn sich die Vorwürfe nicht bewahrheiten.

Hervorragende Geschäftsentwicklung

So wie es aussieht, sind die Vorwürfe der Financial Times nun erst mal abgehakt und damit dürften sich die Investoren wieder der operativen Geschäftsentwicklung bei Wirecard zuwenden, die ganz ausgezeichnet läuft:

Der Ausblick für das laufende Jahr verrät uns, dass das Unternehmen beim EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ein beeindruckendes Wachstum von 30 bis 41 % im Vergleich zum Vorjahr hinlegen will. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein – allerdings wächst das Unternehmen schon seit mehreren Jahren in einem ähnlichen Tempo!

Auch über 2019 hinaus sind die Pläne des Unternehmens kein Stück bescheidener: Im Rahmen seiner „Vision 2025“ plant das Unternehmen, im Jahr 2025 ein EBITDA von über 3,3 Mrd. Euro zu erreichen, was – von 2018 aus gerechnet – einer jährlichen Wachstumsrate von 28,6 % in diesem Zeitraum entspräche.

Wie ist die Aktie bewertet?

Doch auch das tollste Wachstum ist nichts wert, wenn es schon im Aktienpreis enthalten ist. Doch hier kommen wir zum entscheidenden Punkt: Das ist aus meiner Sicht nicht der Fall.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des für 2019 erwarteten Gewinns liegt Stand heute (29. März 2019) bei gerade einmal 27. Zum Vergleich: Der holländische Wirecard-Konkurrent Adyen (WKN: A2JNF4) kommt auf ein 2019er KGV von wahnsinnigen 111, und das bei relativ ähnlichen Wachstumsraten.

Auch das Price-Earnings-Growth-Ratio (PEG-Ratio), das das KGV durch die erwartete Gewinnwachstumsrate teilt und eine gute Kennzahl für Wachstumsunternehmen darstellt, zeigt mit einem Wert von 0,9 eher eine Unterbewertung der Wirecard-Aktie an.

Zusammengefasst

Mein Fazit fällt relativ eindeutig aus: Die Sorge, dass die Wirecard-Wachstumsstory ein jähes Ende finden könnte, ist vorerst vom Tisch. Das Unternehmen scheint ein rasantes langfristiges Wachstum vor sich zu haben und die Aktie spiegelt diese Tatsachen aus meiner Sicht nicht vollumfänglich wider.

Ja, das Unternehmen ist in einem hart umkämpften Markt unterwegs und ist nicht der einzige Anbieter von Zahlungsdienstleistungen, der sich große Ziele gesetzt hat. Doch das ist nichts Neues und bisher hat sich Wirecard in diesem Markt hervorragend behauptet.

Wenn man auf die letzten Monate zurückblickt, dann scheint es für mich so, dass jetzt definitiv einer der besseren Momente ist, sich Aktien von Wirecard zuzulegen.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool empfiehlt ADYEN.