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Warum Auroras neueste Strategie nach Verzweiflung riecht

Foto: Getty Images.

Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) hat kürzlich einen Versuch unternommen, die Investoren davon zu überzeugen, dass die Entscheidungen auf der Führungsebene in Zukunft besser werden, und es hat funktioniert. Die Aktien von Aurora beendeten die Handelssitzung am Mittwoch um 13,9 % höher, weil das Unternehmen einen aktivistischen Investor (ein Investor der Einfluss auf das Management und Unternehmensstrategie ausübt) anheuerte, um einige Treffen mit großen Konsumgüterunternehmen einzuberufen, die bereit waren, einen Deal abzuschließen.

Was aktivistische Investoren tun

Aktivistische Investoren sind Investoren, die durch eine Beteiligung am Unternehmen versuchen, Einfluss auf das Management auch damit auf die Unternehmensstrategie auszuüben. Ziel ist die Wertsteigerung der eigenen Beteiligung bzw. das Erzielen höherer Renditen. Das ist oft der schlimmste Alptraum eines jedes Hauptgeschäftsführers (CEO), aber für alltägliche Investoren wie uns kann es ein Traum sein, der wahr wird.

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Jana Partners ist zum Beispiel ein aktivistischer Hedgefonds, der Anfang 2017 eine 8 %ige Beteiligung an Whole Foods übernommen hat. Das war genug, um den Ball ins Rollen zu bringen und das Unternehmen zum Verkauf anzubieten. Innerhalb weniger Monate stürmte Amazon.com mit 13,7 Mrd. US-Dollar in bar heran, was den Aktienkurs von Whole Foods sofort um 28 % erhöhte.

John Mackey Hauptgeschäftsführer von Whole Foods nannte Jana Partners „gierige Bastarde“, aber die Investoren des Lebensmittelhändlers sind wahrscheinlich so besser dran.

Wer stellt einen Aktivisten ein, um als Berater zu fungieren?

Im Allgemeinen versuchen die Aktivisten, den Aktionären zu helfen, indem sie das Management von vornherein dazu bringen, etwas zu tun, was es nicht tun will. Daher ist es sinnlos einen Berater zu engagieren.

Das hinderte begeisterte Investoren nicht daran, die Aktie zu kaufen, als Aurora Cannabis sagte, Nelson Peltz, ein bekannter Aktivist ist mit viel Erfahrung im Bereich des Lebensmittel, offiziell Teil des Managementteams von Aurora als „Senior Strategic Advisor“ werden würde. Obwohl Peltz Hauptgeschäftsführer von Trian Fund Management ist, hat sein Fonds keine Investmentanteile an Aurora Cannabis gemeldet.

Wenn Trian Fund nicht im Besitz der Aktie ist, müssen die Manager von Aurora nicht den Rat befolgen, für den sie Peltz bezahlen. Trotz der geringen Chancen, dass diese Partnerschaft mehr als eine Pressemitteilung hervorbringt, stieg die Marktkapitalisierung von Aurora Cannabis am Tag der Bekanntgabe um rund 1 Mrd. US-Dollar.

Hier ein Ratschlag

Peltz und Aurora werden an der Suche nach Partnerschaften und dem Ausbau der globale Präsenz arbeiten, aber dieser Zug ist schon lange abgefahren. Zwischen August 2016 und Dezember 2018 tätigte Aurora Cannabis 15 Übernahmen und tätigte Investitionen in 12 weitere. Nachdem das Unternehmen seine Bemühungen bereits mit großem Aufwand auf 24 verschiedene Länder ausgedehnt hat, erscheint uns eine weitere Expansion, als eine schlechte Idee.

Sollte Peltz einen Vorstandsposten erhalten, würde er höchstwahrscheinlich die verwässernden Übernahmen beenden, die es den langfristigen Aurora-Aktionären bereits unmöglich gemacht haben, eine angemessene Rendite zu erzielen. Diese Unternehmen haben mit eigenen Aktien expandiert, was viel teurer ist, als die meisten Investoren glauben.

Die Aurora Cannabis-Aktie ist in den letzten zwei Jahren um 396 % gestiegen, aber die meisten Investoren haben die Anzahl der neuen Aktien übersehen, die das Unternehmen geschaffen hat. Im gleichen Zeitraum hat sich die Anzahl der ausstehenden Aktien nahezu verdreifacht. Um die von den Investoren erhoffte Rendite zu erzielen, mussten die Gewinne dreimal so stark steigen, wie die Anleger erwartet hatten.

Strategie-Lektionen von Peltz

Peltz ist ein bekannter Investor, der versucht auf das Management und Unternehmen Einfluss zu nehmen, aber nicht, weil er in letzter Zeit besonders erfolgreich war. Im Jahr 2015 investierte sein Fonds 2,5 Mrd. US-Dollar in General Electric (WKN:851144). Die Aktien des Konglomerats haben den S&P 500 um 86 % unterboten, seit Trian Fund Management seine Beteiligung bekannt gab.

Kurz nach seiner Beteiligung bei GE eröffnete der Trian Fund eine Position bei Procter & Gamble (WKN:852062), die mit 3,5 Mrd. US-Dollar zu seiner größten wurde. Vor einem Jahrzehnt hatte P&G eine Handvoll Konkurrenten, die sogar davon träumen konnten, eine neue Marke von Herrenrasierern auf den Markt zu bringen. Jetzt haben die großen Konsumgüterunternehmen Probleme, Start-ups zu kaufen, die auf eine Art konkurrieren, die vor kurzem noch nicht möglich war.

Erfahrene Cannabiskonsumenten in Kanada wissen bereits, dass die Marken von Aurora in Bezug auf die Qualität nicht mit ihren bevorzugten Mom-and-Pop-Unternehmen konkurrieren können. Vergleiche mal eine Dose Budweiser mit einem frischen Bier aus der Brauerei, in der es hergestellt wurde. Der große Unterschied ist, dass Kleinserien-Marihuana in der Regel deutlich billiger ist.

Peltz hat es mit den etablierten Marken von P&G schwer, aber das ist nichts im Vergleich zu den Herausforderungen von Aurora. Der Versuch, Marken in stark besteuerten Märkten aufzubauen, wobei die Konkurrenz in unbesteuerten illegalen Märkten einem im Nacken sitzt, wird schwer — gelinde gesagt.

Was Peltz bewegen könnte

Fast jede Woche, steigt mindestens eine Marihuana-Aktie, nachdem die Aktiengesellschaft verkündet, eine Übernahme mit Aktien finanzieren zu wollen. In anderen Branchen wäre das verheerend für den Kurs. Die Marihuana-Industrie wird nicht aufhören zu feiern wie der Tech-Sektor vor der Dotcom-Blase und Peltz wird Aurora nicht davon abhalten, weiter Aktien auszugeben.

Auroras gewagtes Kunststück riecht nach Verzweiflung. Peltz als Berater zu bezahlen, könnten aber einige als vernünftig ansehen. Die Hoffnung, dass ein weiteres verzweifeltes Unternehmen schlechte Entscheidungen trifft, ist jedoch keine sehr gute Investitionsstrategie.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Amazon-Tochterunternehmen, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Cory Renauer auf Englisch verfasst und am 13.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon. The Motley Fool besitzt eine Shortposition auf Procter & Gamble.

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