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Ist Aurora Cannabis ein Kauf?

Foto: Getty Images.

Wie lange muss eine Aktie einen Gewinn von 50 % liefern, damit man sie als Gewinner einstuft? Fünf Jahre? Kann hinkommen, andere hingegen wollen vielleicht nur drei Jahre in Folge große Renditen sehen. Aber was ist mit einer Aktie, die in nur zwei Monaten über 50 % gestiegen ist und in weniger als fünf Jahren um mehr als 730 % steigen konnte?

Genau darum handelt es sich bei Aurora Cannabis (WKN:A12GS7). Die meisten Investoren würden wohl zu dem Schluss kommen, dass das kanadischen Cannabisunternehmen ein großer Gewinner ist. Aber das dürfte echt nichts Neues sein: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist nicht unbedingt ein Wegweiser für zukünftigen Erfolg. Ist Aurora Cannabis also jetzt noch eine Aktie, deren Kauf sich lohnt?

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Gute Gründe, die Finger von Aurora Cannabis zu lassen

Es gibt mehrere Gründe dafür, besser die Finger von Aurora Cannabis zu lassen. Mein Kollege Sean Williams sagte, dass er die Aktie nicht einmal mit Spielgeld kaufen würde. Ein Grund für Sean ist das schwindelerregende Tempo des Unternehmens bei der Verwässerung seiner Aktien. Und das ist eine berechtigte Sorge.

Aurora hat wie verrückt neue Aktien ausgegeben. Man muss sich nur einmal die Entwicklung der Aktie im Jahr 2018 ansehen. Der Kurs ist in dem Jahr 35 % gefallen. Schlimm – und das bei einem gleichzeitigen Anstieg der Marktkapitalisierung von 60 %. Die große Diskrepanz ergab sich durch – keine Überraschung – Verwässung.

Diese Verwässerung ist auf den verzweifelten Versuch von Aurora Cannabis zurückzuführen, so schnell wie möglich andere Unternehmen zu kaufen. Das ist ein weiterer Grund, warum einige Anleger der Aktie misstrauisch gegenüberstehen. Auch in anderen Branchen sind viele Unternehmen auf Einkaufstour gegangen, nur um dann festzustellen, dass das Probleme macht und man diese neuen Firmen nur schwer integrieren kann. Aurora Cannabis könnte da leicht ganz ähnliche Erfahrungen machen.

Ich habe mich bei einigen Deals von Aurora skeptisch geäußert. Meine Sorge ist, dass das Unternehmen bei einigen seiner Übernahmen zu hastig vorging und zu viel auf den Tisch gelegt haben könnte.

Ein weiterer negativer Grund ist ein Deal, der noch gar nicht stattgefunden hat. Im Gegensatz zu einigen der großen Konkurrenten hat Aurora noch keine enge Beziehung zu einem Konzern außerhalb der Cannabisbranche aufgebaut. Das könnte dem Unternehmen schaden, weil die Wettbewerber mehr Geld für Investitionen in die Expansion haben und diese Partner sie mit Erfahrung und Fachwissen beim Aufbau internationaler Marken unterstützen.

So denkt man bei Aurora immer noch darüber nach, in den US-Hanfmarkt einzusteigen. Canopy Growth hat inzwischen schon eine Lizenz dazu im US-Bundesstaat New York erhalten und plant, dort in diesem Jahr eine große Hanfproduktionsstätte zu bauen. Tilray hingegen hat kürzlich angekündigt, dass man das weltweit größte Hanf-Lebensmittelunternehmen übernimmt, dessen Produkte in über 16.000 Geschäften in den USA und Kanada verkauft werden. Die Trägheit von Aurora könnte sich als großer Nachteil gegenüber der Konkurrenz erweisen.

Und dann ist da noch die Frage der Bewertung. Die Marktkapitalisierung von Aurora Cannabis von rund 7,5 Milliarden USD geht davon aus, dass in den nächsten Jahren ein enormes Wachstum stattfindet. Alles, was die Wachstumsaussichten negativ beeinträchtigt, könnte zu einem Kursverlust der Aktie führen.

Es ist aber nicht alles schlimm

Natürlich gibt es aber jede Menge gute Aspekte bei Aurora Cannabis. Zum Beispiel die enormen Wachstumsaussichten.

Die Führungskräfte von Aurora Cannabis gehen davon aus, dass der Cannabisweltmarkt einen Wert von 150 Milliarden USD oder mehr haben könnte. Das ist sogar eine vergleichsweise vorsichtige Schätzung. Man muss bedenken, dass Cannabis potenziell gleich mehrere Milliardenmärkte durchrütteln kann, u.a. Getränke, Schlafmittel und Gesundheitsprodukte für Tiere.

Die Unternehmen, die hier auf dem Weltmarkt erfolgreich sein werden, müssen über eine große Produktionskapazität und solide internationale Vertriebskanäle verfügen. Aurora Cannabis bietet beides.

Die Produktionskapazität von Aurora zählt bereits zu den beiden größten der Branche. Aber man ist auf Kurs, zur Nummer eins zu werden. Es sei darauf hingewiesen, dass die Akquisitionen von Aurora für den raschen Aufbau der Produktionskapazitäten von entscheidender Bedeutung waren.

Auch bei der Etablierung internationaler Aktivitäten ist das Unternehmen vielen Mitbewerbern voraus. Aurora ist in 24 Ländern auf fünf Kontinenten vertreten. Das Unternehmen hat einen führenden Marktanteil auf dem europäischen und lateinamerikanischen Markt für medizinisches Marihuana.

Damit Aurora Cannabis seinen Aktienkurs verdoppeln kann, müsste das Unternehmen in der Lage sein, einen Jahresumsatz von mindestens 2,5 Milliarden USD zu erzielen. Wenn der Cannabisweltmarkt tatsächlich 150 Milliarden USD erreicht, müsste Aurora also nur etwa 1,7 % des Marktes erobern, damit sich der Aktienkurs verdoppelt. Das scheint alles andere als unmöglich zu sein.

Was gilt denn jetzt?

Was also soll man jetzt denken? Ist die Aktie ein Kauf? Oder nicht? Antwort: beides.

Ich bin der Meinung, dass Aurora Cannabis sehr wohl auf lange Sicht ein großer Gewinner bleiben könnte. Aber es gibt Cannabisaktien, die Aurora in der Vergangenheit übertroffen haben und wahrscheinlich auch in Zukunft besser abschneiden werden. Ich sehe Aurora Cannabis nicht so negativ wie andere. Jedoch denke ich, dass man derzeit einfach bessere Cannabisaktien kaufen kann.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 3.3.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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