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3 Pot-Aktien, die man laut der Wall Street verkaufen sollte

Obwohl es jetzt schwer zu glauben sein mag, galt die Marihuana-Industrie noch vor kurzem als tabu. Erst 2005 befürwortete nur ein Drittel der Befragten in Gallups Cannabis-Umfrage die Legalisierung von Marihuana, und nur eine Handvoll US-Bundesstaaten hatten die Verwendung von medizinischem Marihuana legalisiert. Außerdem hatte kein Land der Welt überhaupt daran gedacht, Cannabis für den Freizeitgebrauch für Erwachsene zu legalisieren.

Heute befürworten zwei von drei Amerikanern die Legalisierung, wir zählen 33 Staaten, die medizinisches Cannabis legalisiert haben und 10, die auch den Freizeitkonsum erlauben. Kanada wurde das erste Industrieland der Welt und erst das zweite (hinter Uruguay), das im vergangenen Oktober Freizeit-Marihuana legalisiert hat. Mit der voranschreitenden grünen Welle steigen die globalen Umsatzschätzungen der wenigen Wall Street-Investmentbanken, die über die Branche Bericht erstatten.

Drei Marihuana-Aktien, die von der Wall Street Verkaufsempfehlungen erhalten haben

Natürlich erhält nicht jede Marihuana-Aktie in der frühen Phase eine gute Bewertung der Wall Street. Drei Pot-Aktien haben von den Wall Street-Investmentbanken das Verkaufen-Rating erhalten.

Cronos Group

Wenn es von der Wall Street einen Preis für den Besten unter den Unterperformern gäbe, dann würde der Preis an den kanadischen Anbauer Cronos Group (WKN:A2DMQY) gehen, das von Jefferies und BMO Capital Markets ein Verkaufen-Rating und von der Cowen Group, dem wohl größten Befürworter der Cannabis-Branche, ein Halten-Rating erhielt.

Obwohl die Analystenbewertungen in der Regel nur sehr kurzfristige Auswirkungen auf den Aktienkurs eines Unternehmens haben, stimme ich in diesem Fall der Analyse der Wall Street uneingeschränkt zu. Nachdem ich Cronos als die am meisten überbewertete Pot-Aktie bezeichnet habe, glaube ich, dass es mehrere Gründe gibt, warum der Aktienkurs deutlich niedriger fallen könnte.

Das wohl größte Problem ist, dass die Produktion von Cronos einfach nicht mit der der Mid-Cap- und Large-Cap-Konkurrenten mithalten kann. Das Joint-Venture-Projekt von Cronos (das bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein wird), Peace Naturals, und die Anbaugebiete im Übersee haben vielleicht das Potenzial, 120.000 Kilo an jährlicher Spitzenproduktion zu erreichen. Im Vergleich dazu könnten die Investoren eine Handvoll Anbaubetriebe mit einem Ertrag von mehr als 100.000 Kilogramm pro Jahr für weniger als ein Drittel der Marktkapitalisierung von Cronos erwerben.

Cronos Group wird auf fundamentaler Basis sehr aggressiv bewertet. Das ist ein Unternehmen, das derzeit mit mehr als dem 400fachen Gewinn des nächsten Jahres handelt und das keine besonders gute Arbeit bei der Expansion in Überseemärkte geleistet hat. Internationale Vertriebskanäle werden wichtig sein, wenn es zur Überversorgung mit getrockneten Cannabis-Pflanzen kommt und wenn sie im Inland kommerzialisiert werden (voraussichtlich bis 2021 oder 2022). Ohne ausreichende internationale Vertriebskanäle könnte Cronos Group eine Verschlechterung der Margen verzeichnen.

Selbst unter Berücksichtigung der 1,8 Mrd. US-Dollar, die Cronos von Altria erhalten wird, würde ich sagen, dass ein attraktiver Kurs mehr als 50 % unter dem aktuellen Wert liegt, was die Verkaufen-Empfehlungen der Wall Street umso passender macht.

Tilray

Ein weiterer Cannabis-Anbauer, der den Zorn der Wall Street-Investmentbanken auf sich zieht, ist Tilray (WKN:A2JQSCY), das letzte Woche von Jefferies ein Verkaufen-Rating erhielt, zusammen mit einem Kursziel von 61 US-Dollar. Das ist ein weiterer Fall, bei dem ich glaube, dass die Wall Street recht hat.

Auf der einen Seite hat Tilray einen Schwerpunkt auf Patienten, die medizinisches Marihuana nutzen, was eine margenstärkere Basis darstellt. Das sind Kunden, die viel eher bereit sind, alternative Cannabis-Produkte wie Öle zu kaufen, die höhere Preise und viel bessere Margen haben als Trockenpflanzen. Dank Tilrays erstklassigem medizinischem Branding und dem Vorstoß ins Ausland ist leicht zu erkennen, dass das Unternehmen einen attraktiven Wert hat, aber zum richtigen Kurs.

Andererseits wird Tilray wahrscheinlich für die nächsten ein oder zwei Jahre Geld verlieren. Kapazitätserweiterungen, Forschung im Bereich des medizinischen Cannabis, der Aufbau von Freizeit-Cannabis-Marken, die Schaffung von Grundlagen auf internationalen Märkten und mögliche Übernahmen werden das Unternehmen vorerst tief in die Verlustzone führen.

Wie die Cronos Group hat Tilray in der Produktion nicht annähernd genug getan, um mit den großen Wettbewerbern konkurrieren zu können. Mit rund 850.000 Quadratfuß inländischer Kapazität, die bis Ende 2018 fertiggestellt wurde, und rund 250.000 Quadratfuß Kapazität in Überseemärkten ist das ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von fast 7 Mrd. US-Dollar, das eine ähnliche Produktion wie die Anbaubetriebe mit einer Marktkapitalisierung von 700 Mio. US-Dollar aufweist. Das ergibt nicht viel Sinn.

Selbst unter Berücksichtigung der Partnerschaften von Tilray und der bekannten Marken stimme ich zu, dass die Aktie niedriger liegen sollte.

HEXO

Wenn es jedoch um den in Quebec ansässigen Anbauer HEXO (WKN:A2N455) geht, bin ich ein wenig verwirrt. HEXO erhielt von Jefferies ein Verkaufen-Rating, das einen Rückgang von 25 % gegenüber dem aktuellen Kurs vorsieht. HEXOs Aussichten sehen im Gegensatz zu Tilray und der Cronos Group im Vergleich zu seiner Bewertung deutlich positiver aus.

Ich vermute, dass es zwei Gründe für die unterdurchschnittliche Sicht von Jefferies auf HEXO gibt. Erstens hat HEXO nicht viel für die Expansion der Marke in internationale Märkte getan. Das Unternehmen hat gute Arbeit geleistet, um einen massiven Liefervertrag mit Quebec – insgesamt 200.000 Kilo über einen Zeitraum von fünf Jahren – und in den anderen Provinzen zu sichern, aber es hat sich außerhalb Kanadas keinen Namen gemacht.

Es könnte auch die Sorge bestehen, dass das Joint Venture von HEXO mit Molson Coors Brewing (WKN:A0DQWU) aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs im Bereich der alkoholfreien Cannabis-infundierten Getränke nicht die gewünschten Ergebnisse liefern wird. Obwohl das Joint Venture (bekannt als Truss) zwischen Molson Coors und HEXO im August 2018 angekündigt wurde, werden diese Produkte voraussichtlich erst ab Oktober 2019 gesetzlich zum Verkauf angeboten. Diese Verzögerung gab dem Wettbewerb von Molson Coors und HEXO genügend Zeit, um aufzuholen, sodass das Joint Venture vielleicht nicht der Umsatztreiber ist, den die Investoren erwartet haben.

Obwohl ich die Sichtweise von Jefferies verstehen kann, bin ich in diesem Fall nicht unbedingt damit einverstanden. HEXO ist bei der Vollendung des Kapazitätsausbaus den ähnlich großen Konkurrenten voraus. Während die Rendite in etwa im Durchschnitt oder vielleicht sogar ein bisschen unter dem Durchschnitt liegt, dürfte das Unternehmen kein Problem haben, 108.000 Kilo Spitzenproduktion zu erreichen und im Geschäftsjahr 2020 möglicherweise sogar einen gesunden Gewinn zu erzielen.

Um ganz klar zu sein, ich sage nicht dass es sich lohnt, HEXO zu kaufen. Allerdings denke ich auch nicht, dass man diese Aktie verkaufen sollte.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 14.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Molson Coors Brewing. The Motley Fool empfiehlt HEXO.