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Wirecard-Aktie nach Abschlussbericht: Die Analysten werden mutiger (ach, was!)

Die Wirecard (WKN: 747206)-Aktie ist wieder zurück! Seitdem der innovative Zahlungsdienstleister sämtliche Vorwürfe der „Financial Times“ im Rahmen der Ergebnisse des Abschlussberichtes durch die renommierte Compliance-Kanzlei Rajah & Tann entkräften konnte, startete das Papier eine sprunghafte Aufholjagd. Die zugegebenermaßen in den letzten Tagen durch Gewinnmitnahmen ins Stocken geraten ist. Dennoch scheinen viele Investoren dem Papier inzwischen wieder mehr zuzutrauen.

Wie es zudem scheint, trauen sich so einige Analysten gegenwärtig wieder aus der Reserve und bepreisen das Papier mit höheren Kurszielen. Lass uns daher im Folgenden einen Blick auf ein paar spannende Kursziele werfen sowie überlegen, was uns die aktuelle Causa Wirecard möglicherweise im Hinblick auf die Vorgehensweise von Analysten lehren kann.

So sehen derzeit die Analystenkursziele aus

Wie ein Artikel des Börsenmagazins „Der Aktionär“ vor wenigen Tagen offenbarte, bepreisen viele Analysten namhafter Banken die Aktie von Wirecard wieder mit höheren Kurszielen. So würde sich das durchschnittliche Kursziel sämtlicher größerer Banken inzwischen wieder auf ca. 200 Euro belaufen. Das entspräche auf Basis der aktuellen Kurse einem Kurspotenzial von ca. 60 %. Definitiv ein spannendes Kursziel, nicht wahr?

Besonders optimistisch scheinen derzeit die Analysten der Banken ODDO BHF und Keppler Cheuvrex zu sein, die der Aktie des innovativen Zahlungsdienstleisters sogar auf Sicht der kommenden zwölf Monate ein Kursniveau zwischen 225,00 Euro und 230,00 Euro zutrauen. Das entspräche beim derzeitigen Kursniveau von 122,70 Euro sogar einem weiteren Potenzial von mehr als 90 %. Wow!

Vor allem spannend im Kontext dieser zwei Banken: Auch wenn sich die Analysten dieser Geldhäuser inzwischen erneut mit der Aktie von Wirecard beschäftigten, haben sie ihre Einschätzung unterm Strich nur auf dem hohen Niveau bestätigt. Sprich, seit der Causa Wirecard sowie der inzwischen erfolgten glimpflichen Einigung hat sich hier nichts an der grundsätzlichen Haltung geändert. Durchaus ein positives Vorgehen dieser zwei Analysten, wenn du mich fragst, das man durchaus mal hervorheben darf.

Lediglich die Analysten von Independent Research scheinen der Entwicklung bei Wirecard noch nicht so recht zu trauen. So beläuft sich das Kursziel dieser Analysten auf lediglich 115,00 Euro und die Einschätzung ist entsprechend negativ. Ein einziger, kleiner Ausreißer in einer ganzen Reihe inzwischen wieder positiver Einschätzungen.

Viele Analysten könnten Kursziele nachziehen

Spannend dürfte in meinen Augen jedoch sein, wie die Analysten nun weiter reagieren. Viele Analysten distanzierten sich in Anbetracht der immer weiter eskalierenden Causa Wirecard in den vergangenen Wochen von dem Papier des innovativen Zahlungsdienstleisters. Einige aufgrund von fundamentalen Einschätzungen, einige aber auch, so schien es zumindest, weil sich der Wind bei Wirecard zu drehen begann und die Kritiker zumindest zeitweise mal etwas Oberwasser zu bekommen schienen.

Entsprechend könnte es nun in Anbetracht des glimpflichen Ausgangs wieder sein, dass viele dieser Analysten erneut ihre Einschätzung revidieren, wobei sie lediglich die neuerlichen Wendungen anpassen und womöglich wieder höhere Kursziele herausgeben werden.

Zugegeben, es hat sich in den vergangenen Handelstagen auch wirklich viel verändert im Umfeld der Wirecard-Aktie. Allerdings könnte so ein Verhalten durchaus den faden Beigeschmack eines Fähnchens haben, das sich immer nach dem Wind dreht.

Bilde dir deine eigene Meinung!

Wie wir daher unterm Strich sehen, könnte durchaus auch die aktuelle Causa Wirecard ein Lehrbeispiel dafür werden, wie schnell sich die Meinungen der Analysten verändern, sobald sich Neuigkeiten ergeben. Das ist im Grunde genommen nicht besonders weitsichtig, sondern einfach ein Verfolgen des Tagesgeschehens, wie es wohl auch jeder Wirecard-Investor in den vergangenen Tagen und Wochen getan haben dürfte.

Entsprechend dürfte es sich auch weiterhin anbieten, sich stets seine eigene Meinung zu einem Unternehmen und einer Aktie zu bilden und auf diese zu vertrauen. Und, möglicherweise, lediglich vergleichend mal vorsichtig auf Kursziele zu schielen. Wobei diese durchaus manchmal sprunghafter sein können, als man denkt.

Der turbulente Verfahrensgang der Causa Wirecard hat ein solches Vorgehen der Analysten jedoch in den vergangenen Wochen bereits so einige Male gezeigt. Und ich bin mir fast sicher, dass die kommenden Wochen, wenn es nun wirklich ruhiger im Umfeld der Wirecard-Aktie wird, ähnliche Anpassungen zeigen dürften. Denn der Wind hat sich inzwischen gedreht und so einige Fähnchen dürften sich möglicherweise nun neu orientieren.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.