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Liebe Wall Street: Werde den Dow Jones Industrial Average so schnell wie möglich los

Am 26. Mai feiert der Dow Jones Industrial Average (WKN:969420) seinen 123. “Geburtstag”. An dem Tag hat der Gründer Charles Dow den Investoren den Index vorgestellt. Ursprünglich bestand der Dow aus 12 Komponenten — von denen keine mehr im Index ist, seit General Electric im vergangenen Jahr entfernt wurde. Doch seit dem 1. Oktober 1928 bis heute hat der Dow 30 Komponenten.

Zu sagen, dass der Dow Jones Industrial Average geschichtsträchtig ist, wäre untertrieben. Nachdem die Komponenten in über 122 Jahren etwas mehr als 50 mal angepasst wurden, hat der Dow versucht, die wichtigsten Unternehmen der Vereinigten Staaten, die für die Entwicklung seiner Wirtschaft verantwortlich sind, abzubilden. Seit Jahrzehnten ist der Index der Maßstab, an dem der Erfolg der US-Wirtschaft und der Investoren gemessen wird.

Heute ist der Dow Jones Industrial Average jedoch eine Farce, und je schneller die Wall Street seine Bedeutung anzweifelt, desto besser sind wir als Investoren dran.

Es ist an der Zeit, dass die Wall Street den Dow ein für alle Mal los wird

Montag, der 11. März, bot ein Beispiel aus erster Hand dafür, warum der Dow weit über seine Blütezeit hinaus ist.

An besagtem Montag stürzte der Industrieriese und Dow-Bestandteil Boeing (WKN:850471) in den ersten Handelsmomenten auf 57 US-Dollar pro Aktie, nachdem bekannt wurde, dass eine zweite Boeing 737 Max 8 innerhalb der letzten fünf Monate abgestürzt war. Diesmal hatten 157 Passagiere ihr Leben verloren, und die Wall Street musste sich überlegen, welche Auswirkungen das auf einen der weltweit größten Hersteller von Verkehrsflugzeugen haben könnte.

Der Rückgang ließ den Dow auch leicht abrutschen, da Boeing fast 387 Punkte in den Index einbringt. Du siehst, der Dow ist ein preisgewichteter Index, kein marktkapitalgewichteter. Das heißt, je höher der Aktienkurs eines Unternehmens, desto mehr Einfluss hat es innerhalb des Index. Da Boeing letzte Woche bei einem Kurs von 422,54 US-Dollar pro Aktie geschlossen hatte, hatte das Unternehmen mindestens den doppelten Einfluss jeder anderen Komponente des Index, mit Ausnahme der UnitedHealth Group mit einem Aktienkurs von 237,29 US-Dollar.

Um den Wert des Dow Jones zu ermitteln, werden die Aktienkurse seiner 30 Komponenten addiert und durch den Dow Divisor geteilt. Derzeit beträgt dieser Divisor 0,14748071991788, und das bedeutet, dass jeder US-Dollar eines Aktienkurses etwa 6,781 Dow-Punkten entspricht. Daher war Boeing an diesem Wochenende für 2.865,05 Dow-Punkte verantwortlich, was 11,26 % des gesamten Index entspricht.

Der Aktienkurs von Boeing, der am Montag nach der Erholung den Tag bei fast 400 US-Dollar beendete, hat mehr Einfluss auf den Dow als Pfizer, Cola-Cola, Cisco Systems, Intel, DowDuPont, Verizon und Walgreens Boots Alliancezusammen!

Man könnte auch sagen, dass Boeing mehr Einfluss auf den Dow hat als Apple, Microsoft und ExxonMobil zusammen. Diese drei Unternehmen haben eine Gesamtmarkt-Kapitalisierung von 2,05 Billionen US-Dollar, was mehr als neunmal so hoch ist wie die Marktkapitalisierung von Boeing, auch wenn das Unternehmen einen größeren Einfluss auf den Index ausübt.

Aber warte … da ist noch mehr

Ich wünschte, ich könnte sagen, dass die Mängel des Dow hier enden, aber dem ist nicht so.

Da es sich um einen preisgewichteten Index handelt — und selbst mit der Aussicht, den Dow Divisor bei Bedarf anzupassen –, haben einige der größten Unternehmen der Welt absolut keine Chance, jemals aufgenommen zu werden. Es sei denn, es handelt sich um einen sehr umfangreichen Aktiensplit. Amazon, das Google-Mutterunternehmen Alphabet und Warren Buffetts Berkshire Hathaway, sind die jeweils dritt-, viert- und fünftgrößten börsennotierten Unternehmen in den USA. Leider würden ihre jeweiligen massiven Aktienkurse von mehr als 1.670 US-Dollar, rund 1.175 US-Dollar und über 303.000 US-Dollar jede Chance ausschließen, sie in den Dow aufzunehmen.

Ich bin immer noch nicht fertig. Da der Dow auf 30 Komponenten begrenzt ist, ist die Vielfalt innerhalb des Index sehr begrenzt. Daher sind beispielsweise keine Versorgungsunternehmen jeglicher Form und auch keine Unternehmen, die eine Immobilienpräsenz haben, vertreten. Das gibt den Anlegern nicht annähernd so einen breiten Einblick in die US-Wirtschaft, wie man meinen würde.

Vergleiche dies, nicht das

Anstatt sich auf einen Index zu verlassen, der vor langer Zeit seine Bedeutung verloren hat, schlage ich vor, den S&P 500 (WKN:A0AET0) vorzuziehen. Wie der Name schon sagt, enthält der S&P 500 die 500 größten Unternehmen der USA und sogar einige wenige, die ihren Sitz im Ausland haben. Jeder einzelne Sektor, und so ziemlich jede größere Branche, die du dir vorstellen können, ist innerhalb des S&P 500 in irgendeiner Weise vertreten. Es ist definitiv von Vorteil, wenn es 500 statt 30 Plätze zu verteilen gibt.

Noch wichtiger ist, dass der S&P 500 ein marktkapitalgewichteter Index ist, was bedeutet, dass die Größe des  Unternehmens und nicht der Aktienkurs für die Bedeutung der Gesamtgewichtung ausschlaggebend ist. Wenn Apple oder Microsoft einen guten oder schlechten Tag haben, sollte es der S&P 500 spüren.

Der Dow Jones Industrial Average hatte einen guten Lauf, verlor aber vor langer Zeit seine Bedeutung. Folge dem Hinweis, Wall Street, und nimm ihn nicht mehr als Richtwert.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Amazon-Tochterunternehmen, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einem Tochterunternehmen von Microsoft, ist Mitglied im Vorstand von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon, Appl und Berkshire Hathaway (B shares). The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft und hat folgende Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt UnitedHealth Group und Verizon Communications.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 13.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.