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Was bedeutet der neueste Ausblick von GE für die Investoren?

General Electrics (WKN:851144) CEO Larry Culp gab eine öffentliche Präsentation auf der JPMorgan Aviation, Transportation and Industrials Conference in New York. Was er jedoch zu sagen hatte, hat viele im Lager der Bullen enttäuscht. Culp bestätigte die meisten Befürchtungen, die Investoren und Analysten hinsichtlich der Prognose von GE für 2019 hatten. Lass uns einen Blick darauf werfen, was er gesagt hat, warum es wichtig ist und was die Investoren erwarten können.

Die neuesten Informationen von Larry Culp

Um die Präsentation in einen Kontext zu stellen, muss man auf die Verkündung der Quartalsergebnisse von GE zum vierten Quartal zurückblicken – es scheint, dass der CEO entschlossen war, die Ende Januar noch offenen Fragen zu beantworten.

Wie damals bereits erwähnt, fehlte es bei der Analystenkonferenz im vierten Quartal deutlich an kurz- und langfristigen Prognosen; die Unternehmensleitung ging von einer  gab auch keine Ergebnisprognose und gab keine Zahlen zum freien Cashflow und zur Performance des angeschlagenen Stromsegments im Jahr 2019.

Der JPMorgan-Veranstaltung waren unter anderem diese Klärungen zu einigen wichtigen Punkten zu entnehmen:

  • GE Power hatte 2018 einen freien Cashflow von 2,7 Mrd. US-Dollar und Culp teilte mit, dass dieser Wert 2019 schlechter ausfallen würde.
  • Der industrielle freie Cashflow betrug 2018 4,5 Mrd. US-Dollar, aber Culp erwartet hier 2019 einen negativen Wert.
  • Die gesamte industrielle Betriebsmarge sollte sich „ein wenig erhöhen“.
  • Die Marge des Bereichs Healthcare wird auf dem Niveau der 18,7 % von 2018 liegen und die Marge des Bereichs Aviation sollte ebenso in etwa gleich bleiben.

Was das für GE-Investoren bedeutet

Es gibt keine Möglichkeit, es zu beschönigen: Culps Prognose für den freien Cashflow in der Power-Sparte und den gesamten freien Cashflow war wahrscheinlich schlechter, als die meisten Investoren erwartet hatten. Da sich GE Healthcare und GE Aviation in Bezug auf die Marge voraussichtlich behaupten werden, deutet der Ausblick auf eine „etwas“ bessere industrielle Betriebsmarge darauf hin, dass es in dem anderen bedeutenden Segment, GE Power, nicht die von vielen Bullen 2019 erhoffte Margenerhöhung geben wird.

Um das in einen Zusammenhang zu stellen: Wenn die GE-Power-Marge im Jahr 2018 bei positiven 3 % statt bei negativen 3 % gelegen hätte, hätte die bereinigte industrielle Betriebsmarge von GE 10,7 % statt der gemeldeten 9,3 % betragen. Wir warten noch auf eine konkrete Prognose für die Marge von GE Power, aber es scheint schon jetzt klar zu sein, dass es in diesem Jahr keinen großartigen positiven Aufschwung mehr geben wird.

Darüber hinaus hat die Ratingagentur Fitch erklärt, dass sie das Rating von GE herabsetzen könnte, wenn GE Power nicht auf dem besten Weg ist, bis 2020 die Gewinnschwelle zu erreichen und die Marge auf einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz zu verbessern. Angesichts dessen wird es keine Überraschung sein, wenn die Bonität von GE unter Druck gerät.

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Man muss natürlich festhalten, dass der Grund für den Kauf von GE-Aktien nie der spezifische Ausblick für 2019 gewesen sein kann – die Investoren wissen seit Langem, dass GE mit der kurzfristigen Cashflow-Generierung Probleme hat. Denn GE Power muss nach wie vor erhebliche Restrukturierungskosten tragen und GE Aviation steigert die Produktion seines LEAP-Flugzeugtriebwerks deutlich – ein Programm, das erhebliche Gewinne und Cashflows generieren wird, wenn die Umsätze aus dem Aftermarket-Service ins Spiel kommen.

Stattdessen unterstreicht eine positive Sicht des Unternehmens das langfristige Ertrags- und Cashflow-Potenzial, nachdem GE diese schwierige Phase des Cashflow-Problems durchlaufen hat.

Culp verwies auf diese Probleme und versprach für den Quartalsbericht eine mittelfristige Cashflow-Prognose in der bevorstehenden Sitzung am 14. März. Wenn du jedoch an dieser Stelle auf bestimmte Zahlen hoffst, solltest du dich nicht zu früh freuen. Zum Cashflow von GE Power sagte er auch: „Ich denke, wir werden im Hinblick auf 2019 so konkret wie möglich sein – aber wenn man auf die Prognose für 2020 und 2021 blickt, wird sie wahrscheinlich weniger spezifisch und richtungsweisend ausfallen.“

Was nun?

Die Präsentation von Culp auf der JPMorgan-Konferenz verdeutlicht noch mehr, dass es keine schnelle Lösung für die Probleme bei GE Power geben wird und es daher zu Herabstufungen durch Ratingagenturen kommen könnte. Darüber hinaus ist der unmittelbare Ausblick schlechter, als die meisten Analysten wahrscheinlich erwartet haben, sodass es nicht verwunderlich ist, dass die Aktie im Zuge der Nachrichten aggressiv verkauft wurde.

Nun, da wir wissen, dass 2019 ein weiteres schwieriges Jahr werden wird, richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Outlook-Meeting am 14. März und vor allem darauf, was Culp im Hinblick auf die erwarteten Einmalkosten im Jahr 2019 skizzieren könnte. Sobald wir diese Informationen haben, wird es viel einfacher einzuschätzen sein, wie das zukünftige Gesamtergebnis und der Cashflow von GE aussehen werden. Es besteht kein Zweifel, dass die Präsentation bei JPMorgan ein Rückschlag für die GE-Optimisten war, aber sie war doch auch alles andere als ein K.O.-Schlag.

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Dieser Artikel wurde von Lee Samaha auf Englisch verfasst und am 09.03.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.