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4 Gründe, warum die Airbus-Aktie gerade abhebt, und 1 Wermutstropfen

Bild: Airbus

Airbus (WKN: 938914)-Aktien gehören derzeit zu den Himmelsstürmern am Aktienmarkt. Seit einem Tief im März 2009 konnte der Wert bis heute um etwa 1.273 % zulegen (26.03.2019). Auch über die letzten zwölf Monate schnitt die Aktie deutlich stärker ab als der DAX.

Was die Wertpapiere derzeit treibt und welchen Wermutstropfen es dennoch gibt, erfährst du hier.

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1. Boeing mit Problemen

Airbus’ stärkster Konkurrent Boeing (WKN: 850471) erlebt derzeit das Schlimmste, was einem Flugzeugbauer passieren kann. So ist das neue Modell Boeing 737 Max zweimal hintereinander aufgrund ähnlicher Probleme abgestürzt. Und in fast keiner anderen Branche ist das Vertrauen in die Technik so wichtig wie in der Luftfahrt. Dies kostet Boeing enorm viel Reputation. Viele Länder werden in der Folge ihre Flugzeuge eventuell bei Airbus statt bei Boeing bestellen.

Und auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist für Boeing nur negativ. Zwar lässt sich China nach außen nichts anmerken, aber Amerika wird die Folgen seiner Politik noch deutlich zu spüren bekommen.

2. Großauftrag aus China

Während die USA sich mit China im Handelskonflikt befinden, der sich am Ende nur negativ für die USA auswirken wird, sucht China nach neuen Partnern. Davon profitiert Airbus. So bestellte China nun bei dem Flugzeugbauer 290 Maschinen des Typs A320 und zehn A350 für insgesamt etwa 30 Mrd. Euro. Die Boeing 737 Max muss in China hingegen zukünftig am Boden bleiben. China hat derzeit bereits 1.730 Airbus-Maschinen (überwiegend A320) in Betrieb.

Allerdings sollte sich auch Airbus nicht täuschen, denn mittlerweile baut auch China Flugzeuge, und wenn der Know-how-Transfer weiter fortschreitet, könnte es wie in der Bahnindustrie enden. Hier kauft die Deutsche Bahn mittlerweile Züge bei der chinesischen CRRC (WKN: A0Q8DQ), die heute der größte Zughersteller der Welt ist, statt bei Siemens (WKN: 723610).

3. A380-Entwicklungskosten werden abgefedert

Airbus’ Großflugzeug A380 stellte sich am Ende als nicht profitabel genug heraus. So rechnet sich ein Flugzeug dieser Größe nur bei Langstreckenflügen, die auch immer ausgebucht sind. Bisher sind kleinere Flugzeuge flexibler und effizienter, weshalb die A380-Produktion nun 2021 eingestellt wird.

Airbus belastet dies aber nicht besonders stark, denn für die Konzeption hat der Konzern Darlehen der Bundesregierung von bis zu einem Drittel der Entwicklungskosten erhalten, die er wahrscheinlich nicht vollständig zurückzahlen wird. Bis zur Tilgung des Darlehens hätten noch 273 A380 verkauft werden müssen. Dies entspricht umgerechnet etwa 600 Mio. Euro an Steuerzahlergeld.

Hier zeigt sich einmal mehr, dass sich der Staat auf seine Kernaufgaben wie gute Rahmenbedingungen, kostenlose Kindergärtenplätze oder ein einheitliches Bildungssystem konzentrieren sollte, statt in die Privatwirtschaft zu investieren.

4. Gute Aussichten und hoher Auftragsbestand

Zwar ist der Himmel schon mit Flugzeugen überfüllt, aber dennoch wird der Markt nach Schätzungen von Airbus im Zeitraum 2018 bis 2037 jährlich weiterhin um 4,4 % wachsen. Und mit seiner guten Marktstellung wird Airbus davon profitieren. Der Konzern rechnet deshalb bis 2037 mit etwa 37.400 neuen Auslieferungen.

Darüber hinaus verbucht Airbus aktuell Auftragszuwächse, sodass die Produktion sogar noch weiter erhöht wird. Ende 2018 lagen Airbus Aufträge für 7.577 Flugzeuge mit einem Wert von 460 Mrd. Euro vor. Auf dieser Basis rechnet das Unternehmen auch 2019 mit einem Anstieg seines operativen Gewinns um 15 %.

Ein Wermutstropfen bleibt

Airbus hat stark vom aktuellen Aufschwung profitiert und seinen Umsatz im Zeitraum 2009 bis 2018 von 42,8 auf 63,7 Mrd. Euro gesteigert. Aus einem Verlust von 752 Mio. Euro wurde ein Gewinn von 3,054 Mrd. Euro. Dabei darf aber auch nicht vergessen werden, dass Flugzeuge vor allem im Boom nachgefragt werden und die Bestellungen in einem Abschwung meist deutlich zurückgehen.

Hinzu kommt, dass die Aktie bereits deutlich stärker als ihre Gewinne gestiegen ist, sodass sie heute schon sehr hoch bewertet ist. Früher oder später wird sich diese Entwicklung wahrscheinlich durch eine Korrektur wieder ausgleichen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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