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Bärenmarkt voraus? Ungesunde Entwicklungen an den US-Börsen mahnen Anleger zur Vorsicht

Foto: Public Domain

Wenn wir uns an den Börsen Deutschlands und Europas umschauen, finden sich viele Aktien, die eigentlich sehr günstig aussehen. Allein schon der DAX notiert über 15 % unter dem Allzeithoch. Blind zugreifen würde ich im Moment trotzdem nicht, dafür sind die Alarmzeichen aktuell einfach zu groß.

Was aus dem Bärenmarkt geworden ist

Die Klassifizierung als Bären- oder Bullenmarkt ist eine Kunst. Selbst Experten streiten sich regelmäßig leidenschaftlich über die richtige Deutung. Bereits beim Rücksetzer im ersten Quartal 2018 waren viele Beobachter überzeugt, dass der Markt nachhaltig kippen würde. Aber „Mister Market“ hat seinen eigenen Kopf. Bis zum Herbst wurden zum Teil schon wieder neue Rekorde erklommen.

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Die Freude hielt allerdings nicht lange an, denn rund um den Jahreswechsel ging es noch stärker nach unten. War er also diesmal da, der Bärenmarkt? Irgendwie nicht so richtig. Erneut übernahmen die Bullen das Zepter und trieben die Kurse in Richtung der alten Höchststände – weniger ausgeprägt bei uns, aber umso heftiger in den USA. Am Donnerstag lugte der Dow Jones schon wieder kurz über die Marke von 26.000 Punkten und der Technologie-Index Nasdaq 100 klopfte an der Schwelle von 7.500 Punkten, die zuletzt erreicht wurde, als einzelne Konzerne im Spätsommer 2018 plötzlich über 1.000 Mrd. US-Dollar wert waren.

Von diesen Entwicklungen kann man erneut lernen, dass man an der Börse zwar die Vergangenheit beschreiben kann, aber für die Zukunft die Karten jeden Tag neu gemischt werden. Ein Bärenmarkt kann wenige Tage dauern oder mehrere Jahre. Sich voll in einen vermeintlichen Trend zu legen könnte folglich ein fataler Fehler sein für Anleger. Stattdessen sollten wir versuchen, das zugrunde liegende Geschehen zu verstehen.

Erst dann können wir abschätzen, ob es eine Diskrepanz zwischen Börsenwert und dem tatsächlichen Wert der jeweiligen Unternehmen gibt – und an dieser Stelle klingeln bei mir einige Alarmglocken.

Was mich beunruhigt

Auch wenn ich recht überzeugt bin, dass die Welt auf absehbare Zeit nicht in eine Wirtschaftskrise schlittern wird, mehren sich doch die Anzeichen, dass es kurz- bis mittelfristig langsamer vorangehen wird, als noch vor einigen Monaten erwartet. Egal ob Amerika, Europa oder Asien, überall trübt sich der Ausblick ein. Autobauer melden geringeren Absatz, Logistiker weniger Transportvolumina und Industrieunternehmen verlegen ihren Fokus von Expansion auf Kostenreduktion.

Einige Gründe der teilweise schlechten Stimmung mögen temporär sein wie etwa die niedrigen Rheinpegel und die Probleme mit den neuen Verbrauchstestverfahren WLTP. Aber das BREXIT-Chaos und die aggressiven politischen Eingriffe in etablierte internationale Lieferketten dürften nachhaltigere negative Effekte nach sich ziehen. Grund zur Euphorie besteht also nicht und das wird auch ganz gut in den optisch günstigen Kursen vieler deutscher und europäischer Aktien widergespiegelt.

Ganz anders stellt sich jedoch die Situation bei den Nasdaq-Indices dar. Dabei würde ich stark bezweifeln, dass die USA wirtschaftlich deutlich besser dastehen als die deutschsprachigen Länder. Dazu muss man sich nur die öffentliche Verschuldung im Vergleich ansehen. Nun ist es so, dass die „New York Times“ letzten Juli einen Artikel gebracht hat, in dem es darum ging, woran man erkennen könne, dass der Schaden der Handelskriegpolitik die Gesamtwirtschaft erreiche. Die Ausgangsthese dabei war, dass kleine Unternehmen, die auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind, zunächst nichts von den internationalen Streitereien mitbekommen.

Einen Mittelstand, wo selbst das hinterletzte Schwarzwald-Unternehmen noch seine Maschinen in alle Welt exportiert, gibt es in den USA ja kaum. Deshalb kann man davon ausgehen, dass der SmallCap-Index Russell 2000 nur wenige Unternehmen enthält, die vom Auslandsgeschäft abhängig sind. Folglich kann man diesen Index gut dem LargeCap-Index S&P 500 gegenüberstellen. Sobald die Kursentwicklung von Kleinunternehmen nachhaltig schwächer ist als bei den meist international aufgestellten Großunternehmen, können wir davon ausgehen, dass die Probleme größer werden.

Genau das ist nun der Fall. Seit Juli 2018 driften Russell 2000 und S&P 500 zunehmend auseinander:

Charts von Russell 2000 und S&P 500 (01.07.2018 bis 22.03.2019), erstellt mit YCharts

Das scheint komplett ignoriert zu werden. Stattdessen herrscht teilweise unfassbare Euphorie. Selbst Kleinunternehmen mit Umsätzen im zwei- oder dreistelligen Millionenbereich werden problemlos mit 5 bis 10 Milliarden bewertet, wenn sie nur eine schnell wachsende cloudbasierte Software vorzeigen können. Aktien, die bereits relativ teuer an die Börse gebracht werden, vervielfachen sich dennoch in kürzester Zeit mit Leichtigkeit. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung des Volatilitätsindexes VIX an, dass Anleger sich kaum Sorgen über etwaige Kursrückgänge machen.

Ein toxisches Gemisch

Euphorie, Hybris, Sorglosigkeit und eine unübersichtliche geopolitische Lage – für mich sind das keine Zutaten, die mich zu einem stärkeren Engagement am Aktienmarkt motivieren. Trotz meiner Überzeugung, dass einheimische Aktien im Schnitt günstig sind, plane ich, noch etwas mit Zukäufen abzuwarten. Schließlich lehrt uns die Vergangenheit, dass sich kaum ein internationaler Aktienmarkt einer Korrektur in den USA entziehen kann.

Wenn beispielsweise breit gestreute ETFs und Fonds abverkauft werden, dann wird vor nationalen Grenzen kein halt gemacht. Deshalb halte ich lieber geduldig mein Pulver trocken, um möglichst in einigen Wochen oder Monaten zu besonders billigen Kursen zuzugreifen.

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