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Wird Warren Buffett Pot-Aktien kaufen?

Warren Buffett ist wohl der größte noch lebende Investor. Er nahm 1942 seine Ersparnisse von etwas mehr als 110 US-Dollar und begann im Alter von elf Jahren, in seine Zukunft zu investieren. Heute sitzt er auf einem Nettovermögen von fast 83 Mrd. US-Dollar. Hätte er nicht in den letzten zehn Jahren – und darüber hinaus – Dutzende Milliarden für wohltätige Zwecke gespendet, wäre Buffett vielleicht der reichste Mann der Welt noch vor Amazons Chef Jeff Bezos.

Es gibt wohl keine Veranstaltung, die die Anlegerwelt jedes Jahr mehr begeistert als die jährliche Hauptversammlung von Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2), dem von ihm geführten Unternehmen. Obwohl Berkshire Hathaway mehr als fünf Dutzend separate Unternehmen in den Bereichen Versicherung, Energie, Transport und Einzelhandel besitzt, verfügt das Unternehmen auch über ein umfangreiches Anlageportfolio, das am vergangenen Wochenende fast 198 Mrd. US-Dollar wert war. Das ist kein Kleingeld, und was Buffett kauft oder verkauft, macht an der Wall Street Schlagzeilen.

Am vergangenen Wochenende fand die jährliche Aktionärsversammlung von Berkshire statt und zwischen dem jährlichen Aktionärsbrief von Buffett und einer Fragestunde bot sich die seltene Gelegenheit, den größten Investor der Welt zu treffen.

Eine Frage brennt natürlich allen unter den Nägeln, denn Buffetts Unternehmen, das auf einer riesigen Menge an Barmitteln sitzt, denkt über die nächste Übernahme und/oder Investition nach. Die Frage lautet: Würde Warren Buffett jemals Pot-Aktien kaufen?

Könnte Buffett sich jemals für Marihuana-Aktien erwärmen?

Bevor du den Gedanken als absurd abtust, sind hier ein paar Dinge, die du beachten solltest.

Erstens: Es könnte schwierig sein, eine Branche zu finden, die in den nächsten fünf oder zehn Jahren voraussichtlich schneller wachsen wird als legales Cannabis. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Arcview Market Research und BDS Analytics geht davon aus, dass der weltweite Cannabis-Umsatz von 9,7 Mrd. US-Dollar im Jahr 2017 auf 31,3 Mrd. US-Dollar bis 2022 steigen wird. Das Investmentunternehmen Cowen Group ist mit der Umsatzschätzung noch aggressiver und nimmt bis 2030 einen Jahresumsatz von 75 Mrd. US-Dollar an. Das würde die legale Cannabis-Industrie in etwa einem Jahrzehnt potenziell größer machen als die Erfrischungsgetränkeindustrie, bezogen auf den Jahresumsatz.

Zweitens: Zwar gibt es nur begrenzte Daten zu diesem Thema, da Marihuana erst vor Kurzem in Kanada legalisiert wurde, aber die Nachfrage nach Marihuana kann wahrscheinlich als nicht zyklisch beschrieben werden. Mit anderen Worten: Es ist unwahrscheinlich, dass wirtschaftliche Schrumpfungen oder Rezessionen einen besonderen Einfluss auf die Verbrauchernachfrage haben werden. Das würde die Idee stützen, dass wir ein langfristig stabileres Wachstum der Cannabis-Industrie erwarten können.

Drittens gibt es Möglichkeiten, die Exposition gegenüber Marihuana-Aktien zu erhöhen, ohne sich kopfüber in diesen Markt zu stürzen. So könnte Warren Buffett beispielsweise ein Unternehmen wie Scotts Miracle Gro (WKN:883369) in Betracht ziehen, das im vergangenen Geschäftsjahr den größten Teil seines Umsatzes im Kerngeschäft Rasen und Garten erwirtschaftete, aber über ein Tochterunternehmen (Hawthorne Gardening) verfügt, das sich an die Cannabis-Industrie richtet. Das Tochterunternehmen erwarb Sunlight Supply im Jahr 2018 für 450 Mio. US-Dollar, um sein hydroponisches Produktportfolio zu erweitern und kleine und mittlere Cannabis-Unternehmen gezielter anzusprechen. Infolgedessen könnte Hawthorne das Umsatzwachstum von Scotts Miracle-Gro deutlich steigern, aber gleichzeitig 20 % oder weniger des Jahresumsatzes dabei ausmachen.

Viertens und letztens: Wie wir bei Berkshires Verkauf von fast 2,9 Mio. Apple-Aktien im vierten Quartal herausgefunden haben, befindet sich nicht das gesamte Geld von Berkshire unter Buffetts Kontrolle. Zwischen dem Kauf von Teva Pharmaceutical und dem jüngsten Verkauf von Apple-Aktien gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten, wie eines der Mitglieder von Buffetts Investmentteam den Schritt in die Cannabis-Industrie ohne sein Wissen vollziehen könnte.

Um es kurz zu machen: Man kann nicht definitiv ausschließen, dass Buffett Marihuana-Aktien kauft.

Ein Buffett, der Pot-Aktien kauft, ist ein Hirngespinst

Dass Buffett Geld in Pot-Aktien investiert, ist jedoch aus einer Vielzahl von Gründen sehr unwahrscheinlich.

Zunächst einmal kauft sich Buffett lieber in bewährte Geschäftsmodelle ein, die in jedem wirtschaftlichen Umfeld Gewinne generieren können. Das ist im Moment eine Beschreibung, die auf die Marihuana-Industrie nicht wirklich zutrifft. Bis auf wenige Ausnahmen verlieren die meisten Pot-Aktien viel Geld. Aurora Cannabis (WKN:A12GS7), das nach Spitzenleistung voraussichtlich der größte Produzent der Welt sein wird, hat in den ersten sechs Monaten seines laufenden Geschäftsjahres auf operativer Basis 192 Mio. kanadische Dollar (bereinigt um Einmaleffekte) verloren. Sicher, Aurora Cannabis produziert mehr als seine Konkurrenten und könnte bis 2022 mit einem Umsatz von 2 Mrd. US-Dollar oder mehr auf dem richtigen Weg sein, aber im Moment ist das Unternehmen ein spektakulärer Geldverbrenner. Buffett neigt dazu, ungetestete und unrentable Unternehmen zu meiden.

Ein weiterer Grund, warum Buffett wahrscheinlich Pot-Aktien meiden wird, ist, dass er nicht gerne viel Zeit für die „Verwaltung“ seiner Investitionen aufwendet. Um das klarzustellen, behaupte ich nicht, dass Buffett absichtlich Quartalsberichte oder relevante Nachrichtenereignisse der Unternehmen ignoriert, in die derzeit sein Geld investiert ist. Eher meine ich, dass Buffett darauf abzielt, Unternehmen zu kaufen, die nicht viel Mühe erfordern. Angesichts der Neuheit der legalen Cannabis-Industrie und der Tatsache, dass Legalisierungen weltweit im Gange sind, erfordern Pot-Aktien eine aktive Beteiligung der Investoren. Das ist nichts, was Buffett interessieren würde, und es ist ein wichtiger Grund, warum er etwa auch Pharma- und Biotech-Aktien meidet.

Größe und Börsenlisting sind weitere Probleme. Buffett und Berkshire Hathaway investieren tendenziell in Mega-Cap- oder Large-Cap-Unternehmen und man findet keine einzige außerbörslich gehandelte Aktie im Portfolio von Berkshire Hathaway, das immerhin etwa vier Dutzend Wertpapiere umfasst. Der Punkt ist, dass es nur eine einzige wahre Large-Cap-Pot-Aktie (Canopy Growth) gibt und nur neun Marihuana-Aktien an seriösen US-Börsen gehandelt werden – obwohl man vielleicht auf ein Dutzend kommt, wenn man Teilunternehmen wie Scotts Miracle-Gro mitzählt. Es gibt einfach nicht so viele Möglichkeiten, bei denen Buffett sich aufgrund der Rahmenbedingungen damit wohlfühlen würde, sie in das Portfolio von Berkshire aufzunehmen.

Die Legalitätsfrage ist ein weiteres Thema. Obwohl Cannabis in Kanada medizinisch und für den Freizeitkonsum legal ist und zwei Drittel aller US-Bundesstaaten grünes Licht für medizinisches Marihuana gegeben haben, bleibt es eine Substanz der Liste I in den Vereinigten Staaten. Im Klartext bedeutet dies, dass es immer noch völlig illegal ist, anfällig für Missbrauch und nicht als medizinisch wertvoll anerkannt. Es ist unwahrscheinlich, dass Buffett erwägen würde, Geld in eine Branche zu investieren, die in den Vereinigten Staaten auf föderaler Ebene als illegal gilt.

Mit anderen Worten: Die Marihuana-Industrie kann für den einen oder anderen Big-Name-Investor schon attraktiv sein, aber Warren Buffett wird aller Voraussicht nicht dazugehören.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Amazon-Tochterunternehmen, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 26.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon, Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt diese. The Motley Fool hat folgende Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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