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Das sind Alibabas Pläne für den europäischen Markt – Zalando als Übernahmekandidat?

Foto: Getty Images

Der chinesische Alibaba (WKN: A117ME)-Konzern, oft auch als das „chinesische Amazon“ bezeichnet, wächst mit wirklich beeindruckender Geschwindigkeit – und beschränkt sich dabei nicht nur auf seinen Heimatmarkt.

Ende 2018 gab Alibaba bekannt, dass man in Belgien ein Logistikdrehkreuz errichten will, um auch in Europa Fuß zu fassen. Der Plan ist Teil der groß angelegten Initiative des Unternehmens, eine globale Onlinehandelsplattform (electronic World Trade Platform, eWTP) aufzubauen.

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Was bedeuten Alibabas Pläne und sind deutsche Onlinehandelsunternehmen wie Zalando (WKN: ZAL111) ein gutes Übernahmeziel für den chinesischen E-Commerce-Giganten?

Was Alibaba vorhat

Um Alibabas Pläne einzuordnen, müssen wir erst einmal verstehen, wie das Unternehmen überhaupt sein Geld verdient. Alibaba tritt nicht wie Amazon oder Zalando hauptsächlich als Händler auf, der Waren ankauft und an Endkunden weiterverkauft, sondern ist ein reiner Plattformanbieter. Alibaba stellt also Plattformen für Hersteller bereit, die ihre Waren online an den Mann bringen möchten.

Bisher konzentrierte sich das Unternehmen auf seinen chinesischen Heimatmarkt und weitere südostasiatische Länder – das soll sich nun ändern: Über die eWTP sollen Hersteller und Kunden auf der ganzen Welt zusammengebracht werden. Gestartet ist das Projekt 2017 mit der Errichtung erster Drehkreuze in Malaysia und Ruanda.

Nun soll über das neue Drehkreuz am Flughafen Lüttich auch der europäische Markt erschlossen werden. Es soll in der Lage sein, in den kommenden fünf Jahren Waren im Wert von 200 Mrd. Euro nach China zu exportieren. Für europäische Hersteller könnte das einen stark vereinfachten Zugang zum chinesischen Markt ermöglichen.

Doch europäische Industrieunternehmen sollten sich lieber nicht zu früh freuen, denn Alibaba könnte das Drehkreuz auch in die umgekehrte Richtung öffnen. Auch die chinesischen Unternehmen hätten es dann leichter, internationale Märkte zu erschließen. Das würde unterm Strich den Handel und den Wettbewerb erhöhen.

Übernahmen sind wahrscheinlich

Langfristig soll die eWTP weltweit ausgebaut werden, Bestellungen sollen rund um den Globus in 72 Stunden ausgeführt werden können. Dabei könnten Übernahmen eine große Rolle spielen. Schließlich ist es wesentlich einfacher, bestehende Strukturen einzukaufen, als selber welche zu errichten.

Gerne wird hier der deutsche Onlineversandhändler Zalando als mögliches Übernahmeziel genannt. Könnte da etwas dran sein? Über Zalando könnte sich Alibaba immerhin Zugang zu Millionen von Kunden und einer erfolgreichen Marke sichern.

Ich wüsste aber nicht, wo Alibaba von einer Zalando-Übernahme profitieren könnte. Im Gegensatz zu Alibaba machen die Berliner den größten Teil ihres Umsatzes als Händler und nicht als Plattformanbieter, passen also gar nicht in Alibabas Geschäftsmodell. Außerdem bedient Zalando momentan nur europäische Kunden, während Alibabas Ziel ja der Export nach Asien ist.

Zalando sieht also nicht wie ein Übernahmeziel für Alibaba aus. Auch Konkurrenzdruck durch die Chinesen dürfte Zalando Stand heute nicht verspüren, vielmehr sieht es momentan danach aus, dass beide friedlich nebeneinander existieren können.

Wesentlich wahrscheinlicher sind da aus meiner Sicht Übernahmen von Logistikunternehmen und Unternehmen aus anderen Branchen, die Alibaba helfen können, seine Visionen zu erreichen. Budget ist jedenfalls ausreichend da: 13 Mrd. Euro will Alibaba in den nächsten fünf Jahren für die eWTP ausgeben.

Was macht die Alibaba-Aktie?

Es bleibt also spannend rund um Alibaba. Die große Dominanz des Unternehmens sowohl im chinesischen E-Commerce als auch beim Aufbau einer weltweiten Onlinehandelsplattform sollte meiner Meinung nach weiter für starkes Wachstum bei den Unternehmenszahlen sorgen.

Davon sollte auch die Aktie langfristig profitieren können. Zwar ist das Papier derzeit (Stand: 08.03.2019) mit dem 32-Fachen des für 2019 erwarteten Gewinns bewertet, was relativ teuer scheint. Bei den derzeitigen Wachstumsraten ist diese Bewertung jedoch voll und ganz vertretbar.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Alibaba und Zalando. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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