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Milliardenumsätze voraus? Deutsche Batterietechnik ist international auf gutem Weg

Wer in ein heißes Thema wie Batterieaktien investieren will, der sollte gut verstehen, wie es um die Wettbewerbsfähigkeit der börsennotierten Hersteller steht. Varta (WKN:A0TGJ5), Akasol (WKN:A2JNWZ) und Voltabox (WKN:A2E4LE) sprechen alle von schnell wachsenden Auftragsbüchern. Aber werden sie sich auf längere Sicht gegenüber den großen Zelllieferanten behaupten können? Einige Entwicklungen der letzten Monate sprechen dafür, dass deutsche Batterietechnik ihren Weg auf dem Weltmarkt gehen wird.

Auf die Qualität kommt es an

Batteriezellen sind ein Massenprodukt, ähnlich wie Solarzellen. Um sie wettbewerbsfähig zu fertigen, braucht es neben einer fortschrittlichen Zellchemie vor allem hocheffiziente Fertigungslinien und günstige Fabrikarbeiter. An dieser Front ist es schwer, an der chinesischen Konkurrenz vorbeizukommen.

Etwas anders ist die Situation bei kompletten Batteriesystemen. Hier kommt es auf deutlich vielfältigere Aspekte an, von der sauberen Kontaktierung über ein effektives Energie- und Temperatur-Management bis hin zur sicheren und gleichzeitig leichten Ummantelung. Hinzu kommen das notwendige Anwendungs-Know-how für die optimale Auslegung und die Integration mit anderen Komponenten sowie die passende Automatisierungstechnik. Auf all diesen Feldern haben deutsche und europäische Unternehmen Chancen, ihre Vorteile auszuspielen.

Dass diese Stärken international anerkannt werden, zeigen einige Deals aus jüngerer Zeit. Bereits 2017 wurde die in Berlin gegründete Younicos, ein innovativer Hersteller von stationären Batteriespeichern, vom weltweit agierenden Energiedienstleister Aggreko (WKN:A1XFZR) integriert. Bei der Akkumulatorenfabrik Moll in Bad Staffelstein halten mittlerweile die chinesische Chaowei Power und die südafrikanische Metair zusammen die Mehrheit. Zuletzt hat Shell (WKN:A0D94M) den Partner sonnen Gruppe aus Wildpoldsried komplett übernommen.

Das Selbstbewusstsein steigt

Entsprechend selbstbewusst geben sich die hiesigen Hersteller auf der internationalen Bühne. Die BMZ Group, die bisher eher als europäischer Spieler wahrgenommen wurde, expandiert nun auch in China und den USA. Dass die Zellen derzeit noch bei Dritten eingekauft werden müssen, scheint kein Nachteil zu sein, könnte sich allerdings bald ändern, falls die TerraE-Pläne umgesetzt werden.

Eine ganze Reihe von Trends sorgt für volle Auftragsbücher. So brauchen beispielsweise Elektrobusse Unmengen von Batteriezellen und die Bundesregierung hat gerade verkündet, dass sie ihr Förderprogramm um 180 Mio. Euro aufstocken wird. Zudem scheint die Idee von speicherbasierten Schnellladestationen immer mehr Freunde zu finden. Zuletzt haben die Bosch-Beteiligung ads-tech sowie Kreisel Electric aus Österreich solche wegweisenden Systeme angekündigt.

Gerade mit derartigen hoch integrierten Innovationen überraschen Batterieentwickler aus der deutschsprachigen Region immer wieder gerne. Der Coup von Mirko Hannemann mit dem lekkerland-Auto aus dem Jahr 2010 ist schon fast vergessen. Er endete im Desaster, aber diese Episode gilt für viele immer noch als verpasste Chance für den Batteriestandort Deutschland. Entstehen nun neue Chancen? Ein meines Wissens nicht mit Mirko verwandter Daniel Hannemann hat mit seinem jungen Unternehmen Tesvolt industrielle Stromspeicher samt preisgekrönter Batteriesteuerung entwickelt, die nun mit europäischen Fördermitteln den Weltmarkt erobern wollen. Außerdem sorgt ein angeblich deutsch-chinesisches Joint Venture gerade für großes Aufsehen.

Für einen in der Schweiz lebenden Porsche-Piëch-Sprössling, der vor wenigen Tagen den schnittigen Elektrosportwagen Piëch Mark Zero vorgestellt hat, soll die bisher völlig unbekannte Desten Group Wunderbatterien samt Wunderladetechnik liefern können. Die Desten-Website ist brandneu, aber gegründet wurde die Gruppe den eigenen Angaben zufolge bereits 2015. Noch sind die Zweifel groß, ob die angegebenen Spezifikationen auch nur annähernd erreichbar sein können.

Immerhin wird mit dem ElringKlinger (WKN:785602)-Partner Hofer Powertrain eine renommierte Adresse für die bereits erfolgten Sicherheits- und Leistungstests genannt. Wahrscheinlich ist auch, dass die sensationellen Leistungsdaten mit einem sehr hohen Fertigungsaufwand bezahlt werden, der sich derzeit nur für teure Sportwagen lohnt. Auf alle Fälle könnte es sich hier – je nach Umfang des deutschen Forschungsbeitrags – um einen weiteren Beleg für die hiesige Innovationskraft handeln, falls die Zweifel ausgeräumt werden können.

Auf dem Weg zum Powerhouse

Wenn ich mir Voltabox und Akasol angeschaut habe, dann stand für mich immer die Frage im Mittelpunkt, ob sich solche Unternehmen langfristig halten können oder ob sie nur auf der eher kurzfristigen Welle reiten. Mittlerweile tendiere ich dazu, dem optimistischeren Szenario eine höhere Wahrscheinlichkeit beizumessen. Die typisch deutsche Angst, international abgehängt zu werden, hat eine Menge in Bewegung gebracht.

Eng verzahnt haben Universitäten, Forschungsinstitute, Zulieferer und Autokonzerne zwischen Wolfsburg und Stuttgart große Summen in den Aufbau von ganzheitlichem Batterie-Know-how investiert. Dadurch sind starke Cluster-Strukturen entstanden, die meiner Meinung nach für nachhaltige Wettbewerbsvorteile sorgen könnten, von denen alle lokalen Hersteller, einschließlich spannender Start-ups, profitieren. Auch die Materialforscherin Margret Wohlfahrt-Mehrens vom spezialisierten Institut ZSW gibt sich überzeugt, dass Deutschland mittlerweile ganz vorne mitspielt bei der Batterieforschung.

Das alles scheint sich nun auszuzahlen. Die BMZ-Gruppe ist mit über einer halben Milliarde Euro Umsatz kein Zwerg mehr, selbst gegenüber den ganz großen Zelllieferanten. Der chinesische Marktführer CATL, der auch im Systemgeschäft mitmischt, kam im dritten Quartal 2018 zwar immerhin auf etwa 1,3 Mrd. Euro, aber der führende europäische Hersteller Saft ist mit 788 Mio. Euro Jahresumsatz nur wenig größer. Voraussichtlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten deutschen Batteriehersteller die Umsatzmilliarde knacken.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt ElringKlinger.

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