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Was uns die Ergebnisse von Aurora Cannabis und Canopy Growth über Cannabisaktien verraten

Foto: Getty Images.

Die Investoren haben sich sehr darauf gefreut, herauszufinden, wie das erste Quartal nach der Öffnung des kanadischen Markts für Cannabis lief. Im Februar bekamen sie dann die Ergebnisse von zwei der größten kanadischen Cannabisunternehmen.

Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) und Canopy Growth (WKN:A140QA) legten Zahlen des vergangenen Quartals vor. Darin enthalten waren die 11 Wochen nach Start des kanadischen Markts. Während mehrere andere kanadische Produzenten ihre Quartalsberichte noch schuldig bleiben, geben Aurora und Canopy ein paar wichtige Hinweise darauf, was Investoren wohl von anderen Cannabisaktien erwarten dürfen.

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Steigende Umsätze – aber nicht auf große Marktanteile setzen

Das Umsatzwachstum, das sowohl Aurora Cannabis als auch Canopy Growth in den vergangenen Quartalen erzielten, war beeindruckend. Aurora verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr ein Nettoumsatzwachstum von 363 %. Der Nettoumsatz von Canopy stieg um 283 %. Diese Steigerungen lagen natürlich am kanadischen Markt, der im Oktober startete.

Wenn Cronos Group (WKN:A2DMQY), Tilray (WKN:A2JQSC) und andere große kanadische Marihuanaproduzenten in den kommenden Wochen ihre Ergebnisse vorlegen, kann man sicher sein, dass sie ebenfalls ein enormes Umsatzwachstum verkünden können. Aber man sollte nicht erwarten, dass eines der anderen Unternehmen große Anteile am kanadischen Markt erzielen konnte.

Aurora Cannabis gab an, dass man einen Marktanteil von 20 % am Verbraucherumsatz hat. Das Unternehmen erreichte diesen Marktanteil mit einem Verkauf von Cannabis in Höhe von 21,6 Millionen USD in Kanada. Die Absätze von Canopy waren noch viel höher – 57,7 Millionen CAD. Dahinter ist dann nicht mehr viel Platz für die anderen.

Aurora und Canopy haben eine deutlich höhere Produktionskapazität als die Konkurrenz. Ein Unternehmen kann nur verkaufen, was es auch produziert oder von einem anderen Marihuanazüchter beziehen kann. Da die Nachfrage nach Cannabis in Kanada das Angebot übersteigt, wird der Marktanteil vor allem von der Produktionskapazität abhängen.

Das Bild für medizinisch verwendetes Cannabis ist weiter uneindeutig

Es könnte große Unterschiede in der Performance anderer Unternehmen auf dem kanadischen Markt für medizinisches Cannabis geben.

Aurora Cannabis berichtete, dass der Umsatz mit getrocknetem Cannabis für medizinische Zwecke in Kanada im Vergleich zum Vorquartal um 12 % gestiegen ist. Andererseits ging der Umsatz von Canopy Growth mit medizinischem Cannabis in Kanada zurück. Warum waren die Ergebnisse so unterschiedlich?

Nun, Aurora konnte ein ganzes Quartal der Umsätze von MedReleaf mit einberechnen. Das Unternehmen hat die Übernahme von MedReleaf am 25. Juli 2018 abgeschlossen.

Canopy hingegen führte den Rückgang der Absätze im Med-Bereich auf mehrere Faktoren zurück. Erstens wollten die Patienten wohl weniger Rezepte für medizinisches Cannabis, kauften es lieber legal im Handel. Zweitens hat Canopy seine bekannte Marke Tweed für den Freizeit-Marihuana-Markt übernommen und die Marke Spectrum für den medizinischen Markt neu ausgerichtet.

Diese sehr verschiedenen Umstände für Aurora und Canopy geben wenig Aufschluss darüber, wie es Cronos und Tilray im Med-Bereich ergehen wird. Jedoch könnte Canopys Spekulation, dass einige Patienten lieber selber im Laden kauften anstatt auf Rezept, bedeuten, dass die Absätze im Med-Bereich auch bei anderen stagnieren.

Es ist noch sehr früh für den internationalen Markt

Sowohl Aurora Cannabis als auch Canopy Growth sprachen über die enormen Chancen auf den internationalen Cannabismärkten. Allerdings ist es dort noch sehr früh, wie die geringen Absätze beweisen.

Nur 6 % des gesamten Cannabisumsatzes von Aurora stammten aus internationalen Märkten, vor allem aus Deutschland, und das Unternehmen berichtete, dass die europäischen Cannabisverkäufe im Vergleich zum Vorquartal nur um 1,8 % stiegen.

Canopy Growth hatte ein stärkeres internationales Umsatzwachstum; das machte aber auch nur 15 % des medizinischen Cannabisumsatzes des Unternehmens und etwas mehr als 3 % des gesamten Nettoumsatzes aus.

Tilray konnte sowohl Aurora als auch Canopy auf internationaler Ebene übertreffen. Im September 2018 war Tilray der erste kanadische Marihuanaproduzent, der sowohl Cannabisöl als auch Cannabisblütenprodukte nach Deutschland exportierte. Allerdings ist wohl zu erwarten, dass die internationalen Märkte eine große Chance für Marihuanabauern bleiben, derzeit aber nur einen kleinen Teil des Geschäfts ausmachen.

Das Gesamtbild

Die Quartalsberichte scheinen gute News für andere kanadische Cannabisaktien zu sein. Aber die Zahlen eines einzigen Quartals geben natürlich kein großes Gesamtbild.

Sowohl Aurora als auch Canopy erwarten im Laufe des Jahres 2019 höhere Margen und außerdem die Möglichkeit, noch in diesem Jahr neue Produkte in Kanada auf den Markt zu bringen. Darunter fallen verzehrbares Cannabis und Getränke. Aurora und Canopy sind darüber hinaus auch optimistisch, was das Potenzial für einen Marktstart in den USA betrifft.

Diese ermutigenden Aussichten sollten auch für andere Cannabisaktien gelten, und der Weltmarkt wird langfristig weiter wachsen. Wie das alte Sprichwort so schön sagt: Die Flut hebt alle Boote.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 17.2.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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