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Könnte die Aktie von General Electric dich zum Millionär machen?

Foto: Getty Images

General Electric (WKN:851144) befindet sich mitten in einer massiven Unternehmensüberholung. Investoren, die dem Konzern keine zufriedenstellende Neuausrichtung zutrauen, haben dafür gesorgt, dass die Aktienkurse von ihren Höchstständen im Jahr 2016 um rund 70 % gefallen sind. So tief stand die Aktie zuletzt in der Finanzkrise.

Diese Aktie hat enormes Kurspotenzial, wenn der Turnaround funktioniert. Ja, diese Aktie könnte einen zum Millionär machen, aber nur, wenn man bereit ist, das große Risiko einzugehen, dass auch alles nach hinten losgehen könnte. Hier ein paar Sachen, die man sich bewusst machen muss, bevor man einsteigt.

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Der Chef, der das Chaos hinterließ

Die Probleme, mit denen GE derzeit konfrontiert ist, lassen sich auf Jack Welch zurückführen – das klingt für einige sicherlich nach Ketzerei. Welch war eine starke Präsenz in der Business-Welt, wurde oft als einer der größten Manager aller Zeiten gefeiert. Unter seiner Aufsicht durfte jedoch die Finanzsparte des Konzerns über ihren eigentlichen Zweck hinaus expandieren.

Wie viele andere Industriekonzerne verfügt auch GE über ein eigenes Finanzgeschäft, das Kunden Kredite zur Verfügung stellt, damit sie sich die oft hohen Kosten für die Produkte von GE leisten können. Dies ist eine bewährte Geschäftspraxis und alles andere als ungewöhnlich. Die oft hohen Gewinne der Finanzabteilung führten jedoch dazu, dass GE seine Präsenz auf andere Bereiche wie etwa Hypotheken ausdehnte. Als vor rund zehn Jahren die Rezession kam, war das Unternehmen durch die Verluste aus dem Finanzbereich existenzbedrohend gefährdet. Jeff Immelt, der Nachfolger von Welch, war gezwungen, die Dividende von GE zu kürzen, massive Abschreibungen vorzunehmen, Vermögenswerte zu veräußern und eine staatliche Rettungsaktion hinzunehmen.

Immelt gelang es jedoch, GE in Gang zu halten, und begann, den Konzern in eine neue Richtung zu lenken, die sich ausschließlich auf den Industriebereich konzentrierte. Allerdings führten seine Bemühungen, zu denen auch einige große Akquisitionen gehörten, nicht zu den Ergebnissen, die der Vorstand erhofft hatte. So wurde er Mitte 2017 durch John Flannery ersetzt. Der neue CEO kündigte ebenfalls erst einmal Abschreibungen, Anlagenverkäufe und eine Dividendenkürzung an und erklärte den Anlegern, dass die Situation schlechter sei als noch bei seinem Vorgänger.

Flannery durfte nur etwa ein Jahr bleiben, bevor der Vorstand Ende 2018 dann Lawrence Culp das Vertrauen schenkte. Culp, der Mitglied des Vorstands war, hatte zuvor große Erfolge an der Spitze von Danaher, einem viel kleineren Industrieunternehmen. Er kam herein, erklärte, dass das Unternehmen in schlechterer Verfassung sei, als den Investoren bekannt ist, und… verkündete Abschreibungen, Anlagenverkäufe und die Kürzung der Dividende auf nur einen Cent pro Aktie (gerade genug, damit institutionelle Anleger mit einem Dividendenmandat die Aktien weiterhin halten könnten). Und somit sind wir im Jetzt angekommen.

Was kommt als nächstes?

Derzeit kämpft General Electric mit einer hohen Schuldenlast und anhaltender Unsicherheit bei den Überresten seines Finanzbereichs (ein Großteil des Geschäfts wurde verkauft, übrig blieb eine fast verlassene Abteilung, die keine andere Firma übernehmen wollte). Die Finanzschulden-Eigenkapitalquote von GE liegt mit fast dem 1,3-Fachen deutlich über der der Mitbewerber, von denen viele bei 0,25 oder weniger liegen. Eine der ersten Prioritäten von Culp ist es, die Leverage unter Kontrolle zu bringen. Wenn er das schaffen sollte, werden die Anleger GE wahrscheinlich in einem viel besseren Licht sehen.

Das Problem ist, dass die langfristigen Schulden von GE Ende 2018 110 Milliarden USD betrugen. Es wird viel Mühe kosten, diese riesige Summe zu verringern. Das Management hat wesentliche Fortschritte gemacht und die Verschuldung im Jahr 2018 um rund 18 % reduziert, aber die Verbesserung kam nicht von irgendwo. Soll heißen, GE nimmt gerade den Konzern auseinander und sammelt Cash durch den Verkauf von Vermögenswerten.

Allerdings verkauft GE nicht aus einer Position der Stärke heraus. Somit verkauft man oft unter Wert. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entscheidung des Unternehmens, seine Beteiligung an Baker Hughes, a GE Company (WKN:872933), im vierten Quartal 2018 zurückzufahren. Es war ein großer Schritt, die Beteiligung von GE von 62,5 % auf nur 50,4 % zu reduzieren. Das Problem ist, dass der Verkauf zu einem Zeitpunkt stattfindet, da die Aktien von Baker Hughes so tief wie seit Jahren nicht mehr gehandelt werden. Es sollte nicht überraschen, dass einige Analysten GE als verzweifelt bezeichnen.

Diese Ansicht wird durch die Tatsache gestützt, dass GE auch erwägt, einige der Kronjuwelen zum Verkauf anzubieten. So plant man beispielsweise die Ausgliederung einer Beteiligung aus dem Gesundheitsbereich. Außerdem änderte man die Bedingungen der Vereinbarung zur Fusion der Transportsparte mit Westinghouse Air Brake Technologies (WKN:896022), auch bekannt als Wabtec, um mehr Geld aus der Transaktion zu bekommen. Interessant dabei ist, dass diese Änderung aus einer für die Aktionäre steuerfreien Transaktion dann eine steuerpflichtige macht. Die Führungskräfte der meisten Unternehmen würden von einem solchen aktionärsfeindlichen Schritt absehen, es sei denn, man hätte einen wirklich triftigen Grund… etwa, dass man ratzfatz an Geld kommen muss.

Beim GE-Turnaround sind viele Teile betroffen, und das Management handelt schnell. Auf der einen Seite ist das natürlich schön zu sehen, denn das zeigt, dass die derzeitige Führung so schnell wie möglich klar Schiff machen will. Wer allerdings überhastet dabei vorgeht, riskiert Fehler, etwa niedrigere Preise für Assets oder die Belastung der Aktionäre mit zusätzlichen Kosten. Hier herrscht also eine Menge Unsicherheit für Investoren, obwohl es viel Potenzial nach oben gibt, sollte Culp das Unternehmen wieder in die richtige Richtung bringen können.

Nur für Menschen mit Lust auf Risiko

Letztendlich könnte General Electric tatsächlich eine Aktie sein, die einen zum Millionär machen kann. Dazu muss das Management aber den Turnaround schaffen. Viele Branchenbeobachter glauben, dass dies gelingen wird, und sehen den heutigen niedrigen Preis als Kaufgelegenheit. Allerdings gibt es hier sehr große Unsicherheiten und für die meisten Investoren lohnen sich die Risiken wohl nicht. Bei so vielen der jüngsten Schritte war wohl Verzweiflung die Triebfeder und deswegen sollten sich nur die wirklich robustesten aller Anleger ernsthaft mit dieser Aktie beschäftigen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Westinghouse Air Brake Technologies. Reuben Gregg Brewer besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 16.2.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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