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Katastrophe im Tech-Sektor: milliardenschwere Vermögensverwalter haben diese Tech-Aktien im vierten Quartal verkauft

Es ist wieder Zeit! Ich spreche nicht von dem Zeitraum nach Valentinstag, wenn du deine Kreditkartenrechnungen erhältst und denkst, dass du 70 Stunden pro Woche arbeiten musst, um deine Ausgaben für deine bessere Hälfte wieder reinzubekommen. Ich spreche vielmehr davon, dass letzte Woche die Frist für die großen Geldmanagement-Unternehmen war, ihre 13F-Berichte bei der SEC Commission (SEC) einzureichen.

Diesen F13-Bericht könnte man als einen detaillierten Blick unter die Haube der Top-Investmentfonds ansehen. Wertpapier-Unternehmen mit einem zu verwaltenden Vermögen von mehr als 100 Mio. US-Dollar sind nämlich verpflichtet, 45 Tage nach Ende des Vorquartals bei der SEC das Formular 13F einzureichen.

Obwohl es offensichtliche Einschränkungen gibt, wie in etwa die Tatsache, dass die Daten bis zu 45 Tage alt sind, gibt der Bericht dennoch einen tiefen Einblick darauf, was die hellsten und erfolgreichsten Vermögensverwalter im Vergleich zum Vorquartal (1. Oktober 2018 bis 31. Dezember 2018) geleistet haben.

Was die neuen 13F-Meldungen besonders interessant macht, ist, dass das vierte Quartal die steilste Korrektur an der Börse (die den Bärenmarktstatus auf Intraday-Basis nur knapp erreichte) seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt darstellte. Haben die Vermögensverwalter ihre Portfolios im Zuge des Börsenverkaufs zurückfgefahren oder zeigen die F13-Berichte, dass sie aggressiv  Unternehmen gekauft haben, die gerade billig waren?

Wir haben die unschöne Antwort

Den Vermögensverwaltern haben in Q4 viele Lieblinge der Wall Street und Markenunternehmen im Tech-Sektor verkauft. Im Folgenden eine kurze, aber nicht allumfassende Zusammenfassung einiger der bemerkenswerten Verkaufsbemühungen im vierten Quartal.

  • Apple (WKN:865985): Warren Buffett’s Berkshire Hathaway reduzierte seinen Anteil an dem Unternehmen leicht um rund 2,9 Mio. Aktien (etwas mehr als 1 %); Jana Partners veräußerte 173.000 Aktien (63 % seines Anteils) und sowohl Soros Fund Management als auch David Tepper’s Appaloosa Management verkauften ihre gesamten Anteile an Apple von 89.300 bzw. 100.000 Aktien.
  • Alibaba Group (WKN:A117ME): Appaloosa Management veräußerte seine gesamten 1,5 Mio. Anteile an Alibaba, wobei der aktivistische Investor, Daniel Loeb’s Unternehmen „Third Point“, mehr als 4 Mio. Aktien verkaufte. Ken Griffins „Citadel Advisors“ verkaufte auch 964.600 Aktien, so dass der Fonds jetzt nur noch aus 65.700 Aktien besteht.
  • Facebook (WKN:A1JWVX): Appaloosa, ein aktiver Verkäufer im vierten Quartal, verkaufte mehr als die Hälfte seiner Beteiligung an Facebook (1.875 Mio. Aktien), wobei Leon Coopermans „Omega Advisors“ seine Anteile von rund 88.000 Aktien des Social-Media-Giganten vollständig abgab.
  • Microsoft (WKN:870747): Third Point verkaufte seine gesamte Beteiligung an Microsoft (4,1 Mio. Aktien), welche im Vorquartal ca. 3,3 % seines Portfolios ausmachte. Jim Simons‘ „Renaissance Technologies“ folgte mit der Liquidation seiner 1,65 Mio. Aktien. Schließlich trennten sich auch die „Citadel Advisors“ von mehr als der Hälfte der Position bei Microsoft (1,95 Mio. Aktien).
  • Netflix (WKN:552484): Loeb’s „Third Point“ und Griffin’s Citadel waren ebenfalls aktive Verkäufer des Streaming-Dienstes Netflix. Citadel verkaufte fast 1,4 Mio. Aktien und Third Point rund 1,25 Mio. (seine gesamte Position). Tiger Global Management verkaufte im Laufe des Quartals auch mehr als 680.000 Aktien.

Vier Gründe für den „Tech-xodus“

Warum so starke Verschiebungen von Technologiewerten im vierten Quartal? Ein logischer Grund könnte sein, dass die Branche als wachstumsstark und volatil gilt. Wenn die Börse steigt, steigt der Tech-Sektor oft am meisten. Wenn jedoch Korrekturen eintreten, neigen Technologiewerte dazu, überproportional nach unten zu tendieren. Da zu dieser Zeit bald die 10 %-Korrekturstufe auf dem Nasdaq Composite bevorstand, haben Money Manager möglicherweise die Panik-Taste gedrückt und sind ausgestiegen.

Ein weiterer möglicher Grund für den „Tech-Exodus“ ist die Federal Reserve. Obwohl der Vorsitzende Jerome Powell, nach dem Kommentar Anfang 2019, Wiedergutmachung bei den Anlegern geleistet hat, hat die Zentralbank ihren Leitzins Ende 2018 zum vierten Mal angehoben. Powell und die Federal Reserve hielten auch im vierten Quartal an einer falkenartigen Haltung zu Inflation und Zinsen fest. Da der wachstumsstarke Technologiesektor für die Expansion tendenziell auf Fremdfinanzierung angewiesen ist, haben die Vermögensverwalter vielleicht gedacht, dass sich das Technologiewachstum bei steigenden Finanzierungskosten verlangsamen würde.

Apropos Wachstumsverlangsamung: Ein dritter Grund, warum Milliardäre ihren Fokus auf Technologiewerte reduziert haben, könnte mit deren Wachstumsaussichten zusammenhängen. Im vergangenen Jahr dürfte die Verabschiedung des „Tax Cuts and Jobs Act“ die US-Wirtschaft ein wenig zusätzlich beflügelt und damit, einer bereits rückläufigen Arbeitslosenquote, einen moderaten Schub verliehen haben.

Noch wichtiger ist, dass sie die Höchstsätze für die Körperschaftsteuer dauerhaft gesenkt hat, was eine Reihe von Unternehmen zwang, Aktien zurückzukaufen und ihre Dividenden zu erhöhen. Das alles sind sehr temporäre positive Wachstumsfaktoren. Die Finanzmanager könnten deshalb für 2019 ein schwächeres Wachstum der Gesamtwirtschaft erwarten.

Schließlich kann man dem Handelskrieg zwischen China und den USA die Schuld geben. China ist für die Technologieindustrie wohl wichtiger, als jede andere Nation, wenn es um die Herstellung kostengünstiger elektronischer Komponenten und Montagearbeiten geht. Sollten die zusätzlichen Unsicherheiten über die Zölle nicht ausreichend gewesen sein, um die Vermögensverwalter zu vergraulen, könnte Chinas verlangsamendes BIP-Wachstum der Grund sein (und auch für den Ausverkauf von Alibaba).

Der Versuch, den Markt zu timen, kann im großen Stil Kosten verursachen.

In den ersten sieben Wochen des Jahres 2019 war ziemlich klar, dass sich da etwas zusammenbraut. Zum Beispiel hat sich Facebook sicherlich, viel den Datenschutzbedenken und höheren Aufwendungen bei der Einführung neuer Initiativen gewidmet.

Aber am Ende des Tages gibt es einfach keine andere Social-Media-Plattform, die Werbetreibenden die Möglichkeit gibt, 2,32 Mrd. aktive Nutzer pro Monat zu erreichen. Neben Facebook sind die Messenger-Plattform, WhatsApp und Instagram, vier der sieben meistbesuchten sozialen Websites überhaupt. Mit anderen Worten, Facebook ist ein Social-Media Gigant. Eine kurzfristige Korrektur oder einige hohe Ausgaben werden das wahrscheinlich auch nicht ändern.

Um diesen Punkt noch weiter auszubauen, hat Facebook in den letzten fünf Jahren mit einem durchschnittlichen Kurs-Cashflow-Verhältnis von 30,6 gehandelt. Aber laut den Konsenszahlen der Wall Street, wird Facebook mit nur einem 13-fachen seines prognostizierten Cashflows von 2020 pro Aktie von 12,38 US-Dollar bewertet. Mit anderen Worten, Facebook sieht historisch gesehen günstiger aus, als je zuvor.

Was Apple betrifft, so wurde das Unternehmen in den letzten fünf Jahren durchschnittlich mit dem 11-fachen seines Cashflows pro Aktie und dem 13,4-fachen des voraussichtlichen Gewinns bewertet. Mit Blick auf 2020 wird Apple jedoch näher am 10-fachen Cashflow bewertet und ist damit auf Augenhöhe mit seinem fünfjährigen durchschnittlichen Forward-KGV von 13,4. Auch wenn sich das Umsatzwachstum verlangsamt, ist Apple eine Cash Cow, welche nach wie vor einen faszinierenden Wert zu bieten hat.

Wenn es jedoch eine Tech-Aktie gibt, bei welcher ich mit diesem „Milliarden-Tech-xodus“ einverstanden bin, dann ist es Netflix. Obwohl es unmöglich ist, gegen das Kundenwachstum von Netflix in den USA oder im Ausland zu argumentieren, blutet das Unternehmen weiterhin finanziell aus. Von den im vierten Quartal stark verkauften Tech-Aktien scheint die Aktie aufgrund ihres Cash-Burn‘s und der Ultra-Premium-Bewertung, am schlechtesten dazustehen, insbesondere wenn eine weitere Korrektur ansteht.

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Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einem Tochterunternehmen von Microsoft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, ehemalige Direktorin für Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook und Schwester von CEO Mark Zuckerberg, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 19.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Apple, Berkshire Hathaway (B-Aktien), Facebook und Netflix und empfiehlt diese. The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft und hat folgende Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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