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Warren Buffetts verpasste, prominente Gelegenheiten: Ein Fehler? Definitiv nicht!

Eieiei. Kaum scheint es so, als hätte die Investorenlegende Warren Buffett gegenwärtig mit seiner klassischen Beteiligung Kraft Heinz (WKN: A14TU4) ordentlich danebengegriffen, mehren sich wieder die Berichte über die vielen vermeintlich verpassten Gelegenheiten des Starinvestors.

So hätte er Amazon (WKN: 906866) verpasst und auch nicht an der Entwicklung von Alphabet (WKN: A14Y6F), Googles Mutterkonzern, partizipiert, was ihm manche Redakteure und Analysten zuweilen deutlich übelnehmen.

Aber hat Warren Buffett mit diesen verpassten Chancen wirklich einen Fehler begangen oder ist er im Grunde genommen einzig und allein seinem Stil treu geblieben? Durchaus eine spannende Frage, die quasi nach einer Foolishen Antwort schreit.

Warren Buffett hat etwas verpasst, aber …

Natürlich kann man aus der Retrospektive darüber meckern, welche hervorragende Rendite sich ein Investor vom Format Warren Buffetts bei den vielen jüngeren Gelegenheiten entgehen lassen hat. Die Aktien von Amazon und Alphabet beispielsweise haben schließlich in den vergangenen Jahren nicht nur gut performt, sondern regelrecht die Börsen gerockt.

Performances von Verdopplern oder gar Verzehnfachern waren innerhalb der letzten Jahre oder Jahrzehnte keine Seltenheit. Wer diese Chance verpasst hat, wird sich als Investor natürlich ein wenig ärgern – und dürfte, vor allem wenn man in der Börsenwelt eine exponierte Stellung einnimmt, natürlich auch etwas Kritik abbekommen.

Nichtsdestoweniger wird Warren Buffett selbst vermutlich eher begrenzt den verpassten Chancen nachtrauern, auch wenn er inzwischen ehrlicherweise zugibt, dass er das Potenzial so mancher Tech-Aktie zu Anfang wohl deutlich unterschätzt hat.

Dennoch sind solche Investitionen eigentlich nicht sein Stil. Warren Buffett macht nämlich seit vielen Jahren keinen Hehl daraus, dass er von Tech-Aktien wenig Ahnung hat und entsprechend ungern in solche Bereiche investiert, in denen er die grundsätzlichen Chancen und Risiken der jeweiligen Geschäftsmodelle nicht richtig einschätzen kann. So wie eben im Tech-Bereich.

Was das nun für uns als Foolishe Investoren bedeutet

Warren Buffett ist somit einer derjenigen Investoren, die ihren eigenen, persönlichen Circle of Competence (oder, zu deutsch, ihren Kompetenzkreis) sehr wichtig nehmen und in der Folge versuchen, innerhalb eines solchen selbst gesteckten Kompetenzkreises ihre Aktien auszuwählen. Denn nur in diesen Wohlfühlbereichen kann der Starinvestor letztlich am besten die vorhandenen Unternehmen analysieren und die größten langfristigen Potenziale von den möglichen Rohkrepierern unterscheiden.

Dass sich auch eine Investorenlegende mal dabei irren kann, sollte man an dieser Stelle nicht überbewerten (oder mit Meldungen quittieren, welche Aktie in der Retrospektive die bessere Entscheidung gewesen wäre). Denn kaum ein Investor ist über Jahre oder Jahrzehnte unfehlbar und wird nur richtige, marktschlagende Entscheidungen treffen.

Nichtsdestoweniger ist das Beibehalten und das Agieren innerhalb des eigenen, persönlichen Circle of Competence ein Aspekt, den auch wir als Foolishe Investoren stets in Erwägung ziehen sollten. Denn gerade wir als Privatinvestoren können vermutlich nicht in jedem Bereich wirklich mitreden und überall die Spreu vom potenziellen Weizen trennen. Daher könnte es auch für uns unterm Strich Sinn machen, lediglich in die Bereiche zu investieren, in denen wir ein Verständnis für die grundlegenden Chancen besitzen.

Warren Buffett ist mit diesem Konzept sehr erfolgreich

Langfristig ist Warren Buffett übrigens mit dieser Vorgehensweise sehr erfolgreich gewesen. Denn noch immer kommt er historisch gesehen auf eine durchschnittliche jährliche Performance von knapp über 20 %. Daher glaube ich nach wie vor, dass er selbst nicht den verpassten, häufig tech-lastigen Gelegenheiten der vergangenen Jahre nachtrauert, die viele Börsenmedien ihm so manches Mal übel nachreden.

Und auch wir können womöglich langfristig bessere Entscheidungen treffen, wenn wir es wie die Investorenlegende handhaben und uns lediglich in unserem Kompetenzbereich bewegen. Auch wenn das mitunter zu einer verpassten, im Nachhinein hochspannenden Aktie führt, stellt ein solches Vorgehen jedoch ebenfalls sicher, dass wir zumindest nicht auf die falschen Aktien setzen – einzig und allein, weil wir möglicherweise ein paar grundlegende Dinge in einem für uns unverständlichen Segment nicht verstehen.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien) und Amazon.