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So ernst steht es um die Wirecard-Aktie

Foto: Wirecard AG

Wirecard (WKN: 747206) hat über die vergangenen Jahre einen rasanten Aufstieg hingelegt und ist im letzten Jahr sogar in den DAX aufgestiegen. Das Unternehmen gehört also aktuell zu den größten deutschen Firmen, aber es stellt sich die Frage, warum ausgerechnet dieses Unternehmen immer wieder starke Skeptiker hervorruft?

Wissen sie mehr als wir alle zusammen? Fest steht: Sollten die Vorwürfe der Bilanzunregelmäßigkeiten in Singapur stimmen, kann dies schnell und nachhaltig das Anlegervertrauen erschüttern. Was derzeit alles rund um das Unternehmen geschieht, erfährst du hier.

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1. Wirecard wehrt sich

Die „Financial Times“ berichtete in mehreren Artikeln darüber, wie in Singapur angeblich die eigenen Zahlen geschönt wurden. Auch deutsche Führungskräfte sollen davon gewusst haben. Wirecard wehrt sich allerdings gegen die Vorwürfe und hat in einer Pressemeldung bekannt gegeben, dass sie nicht der Wahrheit entsprechen, und belegt dies mit den Ergebnissen einer eigenen internen Untersuchung. Vielmehr geht die Firma von einem einzelnen frustrierten Mitarbeiter aus.

Zudem vermutet sie eine Verschwörung, bei der mittels Millionenzahlungen auch noch weitere Falschmeldungen verbreitet werden sollten, um den Kurs zum Einsturz zu bringen. Zeitgleich sollen die Hintermänner aber auch Wirecard angeboten haben, gegen eine große Summe die negative Berichterstattung zu unterbinden.

2. BaFin steht dem Unternehmen noch bei

Aufgrund des beschriebenen Kurs-Manipulationsverdachts hat die BaFin nun sogenannte Leerverkäufe (Wette auf fallende Kurse) auf die Wirecard-Aktie bis zum 18. April 2019 verboten. Zumindest verhindert man so vorläufig, dass Hedgefonds an einem möglichen Kursrückgang verdienen.

Sollten die Vorwürfe allerdings stimmen, wird dies jedoch wenig nützen, denn ein Verkauf der Aktie kann nicht verboten werden und dieser hat in Bezug auf die Preisbildung (Angebot und Nachfrage) die viel stärkere Wirkung als Leerverkäufe. Zudem sind derzeit nur etwa 3 % der Aktien leerverkauft gegenüber 12 % im Januar 2017.

An der Volatilität der Aktie wird das Verbot also wenig ändern. Zudem stellt sich die Frage, warum die aktuellen Leerverkäufe nur 3 % des Aktienvolumens ausmachen und nicht deutlich mehr, wenn Hedgefonds daran stark verdienen wollten.

3. Sammelklagen in den USA

Während Unternehmen in Europa immer noch gut vor Sammelklagen geschützt sind, können in den USA auch einzelne Personen gegen große Konzerne klagen und so gegen ihren Schaden Einwand erheben. Aktuell gehen einige US-Kanzleien davon aus, dass die Schuld für die letzten Kursrückgänge bei Wirecard liegt, weil es falsche Zahlen über seine Geschäfte veröffentlicht haben soll. Und meist tun diese Kanzleien dies nur in den Fällen, in denen sie auch Beweise dafür haben.

Als Belege führen die Anwälte Mitarbeiteraussagen, die Überprüfung einer Kanzlei (die Unregelmäßigkeiten entdeckt haben soll) und zu lasche interne Revisionen an. Die Klagen könnten also für Wirecard noch unangenehm werden, denn diese Kanzleien sind meist sehr hartnäckig. Hinzu kommt, dass gleich mehrere Kanzleien eine Sammelklage einreichen wollen.

Das Ende ist weiterhin offen

Wie die Geschichte um Wirecard endet, ist weiterhin ungewiss, aber Sammelklagen renommierter amerikanischer Kanzleien, die sehr schnelle Reaktion des Managements auf die Meldungen (eine Untersuchung würde Monate in Anspruch nehmen), die detaillierten Berichte einer ansonsten seriösen Zeitung und auch die Skepsis einiger sehr guter Analysten an der Bilanz des Unternehmens sollten zur Vorsicht mahnen.

Zudem sind die zuletzt noch einmal angehobenen eigenen Ziele etwas zweifelhaft, denn sie würden eine nochmalige Beschleunigung des Wachstums bedeuten. Meist schwächt sich aber das Wachstum eines Unternehmens aufgrund der zunehmenden Größe während seiner Entwicklung eher ab.

Ein Unternehmen kann sich noch so gut entwickeln, aber wie ist eine Einschätzung der Aktie möglich, wenn die Bilanzen eventuell nicht der Wahrheit entsprechen? Deshalb würde ich das Wertpapier derzeit eher nur beobachten und abwarten.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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