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Microsoft vs. Oracle: Welche ist die bessere Aktie?

Foto: Getty Images

Es mag schwer zu glauben sein, aber vor sieben Jahren noch galten Microsoft (WKN:870747) und Oracle (WKN:871460) als ebenbürtige Unternehmen im Wert von jeweils etwa 200 Milliarden USD. In der folgenden Zeit jedoch fing es an zu klaffen: Während Microsoft das Geschäftsmodell von Software-as-a-Service (SaaS) vollständig übernommen hat und dadurch aufblühen konnte, ist Oracle ins Hintertreffen geraten und hat versucht, als Legacy-Softwareanbieter weiterzumachen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die Tage von Oracle gezählt sind. Schließlich hat das Unternehmen allein in den letzten zwölf Monaten fast 14 Milliarden USD an freiem Cashflow reingeholt. Nur wenige Unternehmen auf der ganzen Welt können behaupten, genauso profitabel zu sein. Unterdessen wundert sich der eine oder andere, ob Microsoft nicht überteuert ist. Das Unternehmen konnte in dem Zeitraum 220 % steigen, wenn man die Dividende reinvestiert hätte.

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Welche Aktie sollte man also heute eher kaufen?

Natürlich können wir diese Frage nicht mit vollkommener Sicherheit beantworten. Aber wir können die Unternehmen anhand von drei entscheidenden Kennzahlen miteinander vergleichen, um zu sehen, welches der bessere Kauf ist. Schauen wir uns das doch einmal an.

Finanzkraft

Wenn ich „Finanzkraft“ sage, meine ich folgendes: Wenn heute eine Finanzkrise, die der Rezession von 2008 ähnelt, eintreten würde, wie würden diese Unternehmen dabei aussehen? Wenn sie über viel Geld und einen starken freien Cashflow verfügen, können sie vielleicht sogar noch stärker werden. Es wäre nämlich dann billiger, Aktien zurückzukaufen oder schwächelnde Konkurrenten zu übernehmen – oder sie in einem Preiskrieg in den Ruin zu treiben. Aber wenn ein Unternehmen hohe Schulden hat, kann ein großer Abschwung das Todesurteil bedeuten.

Man muss bei diesen Zahlen bedenken, dass Microsoft von der Bewertung her vier Mal so groß ist wie Oracle.

Unternehmen Cash Verschuldung Freier Cashflow (FCF)
Microsoft 130 Milliarden USD 70 Milliarden USD 32 Milliarden USD
Oracle 49 Milliarden USD 52 Milliarden USD 14 Milliarden USD

Quelle: Yahoo! Finance.

Der Gewinner ist hier einfach: Microsoft.

Lass uns aber eines klarstellen: Oracle würde in einem Abschwung wahrscheinlich nicht schlecht dastehen. Das Unternehmen verfügt über eine überschaubare Verschuldung und starke Cashflows. Microsoft wäre jedoch in der Lage, stark zu profitieren. Das Unternehmen verfügt über eine Netto-Cash-Position von über 60 Milliarden USD, und ein Großteil des freien Cashflows wird auf einer wiederkehrenden (soll heißen: zuverlässigen) Basis eingebracht. In einem solchen Klima könnte Microsoft gleich mehrere strategische Käufe tätigen, was sich nur wenige Wettbewerber leisten könnten.

Gewinner: Microsoft

Bewertung

Als nächstes haben wir die Bewertung, die etwas düsterer ist. Ich ziehe hier mal eine Reihe verschiedener Kennzahlen heran, um festzustellen, ob eine Aktie „teurer“ ist als eine andere.

Unternehmen KGV Kurs-FCF-Verhältnis KGV-Wachstums-Verhältnis Dividende FCF-Auszahlung
Microsoft 25 25 1,7 1,8 % 41 %
Oracle 19 13 1,5 1,5 % 22 %

Quelle: Yahoo! Finance und E*Trade.

Trotz der beeindruckenden Entwicklung von Microsoft in den letzten fünf Jahren gibt es keine enorme Kluft in der Bewertung zwischen den beiden Unternehmen. Allerdings ist klar, dass Oracle der billigere Titel ist; die Aktie hat sich in dieser Tabelle bei fast allen Kennzahlen durchsetzen können.

Und obwohl die Dividende von Oracle etwas niedriger sein mag als die von Microsoft, verwendet Oracle auch weniger als jeden vierten freien Cashflow-Dollar, um seinen Verpflichtungen bei der Auszahlung nachzukommen. Das bedeutet, dass hier mehr Spielraum vorhanden ist, um die Dividende in Zukunft zu erhöhen.

Gewinner: Oracle

Nachhaltige Wettbewerbsvorteile

Zum Schluss kommt noch das, was ich für das Wichtigste halte: die nachhaltigen Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens, auch „Burggraben“ genannt. Unternehmen mit breiten Burggräben ziehen die Kundschaft magisch an, es sind somit echte Cash-Maschinen.

Der wichtigste Burggraben von Oracle ist auf hohe Wechselkosten zurückzuführen. Sobald Unternehmen an die Nutzung der Unternehmenssoftware von Oracle gebunden sind und ihre Informationen gespeichert, ihre Mitarbeiter geschult und Geld für On-Premise-Hosting ausgegeben haben, werden sie in der Regel nicht wechseln wollen. Das Problem mit diesem Graben: SaaS hat dieses Konzept völlig durcheinander gebracht. 

Oracle hat versucht, sich auf SaaS-, Infrastructure-as-a-Service (IaaS)- und Platform-as-a-Service (PaaS)-Angebote zu konzentrieren, aber das Wachstum hat sich im vergangenen Jahr deutlich verlangsamt. Das ist kein gutes Zeichen. 

Microsoft war beim Thema SaaS ebenfalls spät dran, hat aber den Übergang unter der Leitung des derzeitigen CEO Satya Nadella erfolgreich geschafft. Microsoft Office Cloud – zu der Produkte wie Word, Excel und Outlook Mail gehören – sowie Azure Cloud Hosting sind die größten Wachstumstreiber. Die jüngsten Ergebnisse zeigen, dass es hier dynamisch vorangeht: Der Umsatz stieg um 12 %, und das Betriebsergebnis wuchs mit 18 % noch schneller.

Fazit ist folgendes: Oracle setzte vor allem auf hohe Switching-Kosten über seine vor Ort lizenzierte Legacy-Software. Das SaaS-Modell hat dieses Geschäftsmodell allerdings völlig durcheinander gewirbelt. Microsoft hat am Ende den Übergang geschafft, Oracle hingegen mag vielleicht zu lange gewartet haben und muss nun das Feld von hinten aufrollen.

Gewinner: Microsoft

Und der Gewinner ist…

Während Oracle die „billigeren“ Aktien haben mag, geben Microsofts Wettbewerbsvorteile sowie die finanzielle Stärke dem Unternehmen den Vorteil. Obwohl ich keine Aktien für mein eigenes Depot gekauft habe – was ich mittlerweile als Fehler erachte – habe ich dem Unternehmen ein Outperform-Rating für mein CAPS-Portfolio gegeben. Wer ein stabiles SaaS-Unternehmen sucht, in das man investieren kann, sollte sich Microsoft mal genauer anschauen.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft und Oracle. Brian Stoffel besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel erschien am 12.2.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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