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Die Konsolidierung der Marihuana-Aktien nimmt in diesem Bereich zu

Bereit oder nicht, der grüne Ansturm ist in vollem Gange. Letztes Jahr beendete Kanada sein neun Jahrzehnte währendes Verbot des Konsums von Freizeit-Marihuana und rollte ab dem 17. Oktober 2018 den roten Teppich für erwachsene Verbraucher und die Investoren gleichermaßen aus. Diese Legalisierung von Freizeit-Cannabis, zusammen mit zwei Dritteln der US-Bundesstaaten, die Cannabis inzwischen auf die eine oder andere Weise legalisiert haben, hat den Weg zu schnellem Wachstum auf dem nordamerikanischen Cannabis-Markt geebnet.

Wie schnell, fragst du? Zwar gehen je nach Quelle die Meinungen etwas auseinander, aber ein aktueller Bericht von Arcview Market Research und BDS Analytics prognostiziert ein globales Umsatzwachstum von 38 % im Jahr 2019 auf 16,9 Mrd. US-Dollar und mehr als eine Verdoppelung des weltweiten Umsatzes zwischen 2018 und 2022 auf 31,3 Mrd. US-Dollar.

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Die Konsolidierung des kanadischen Cannabis-Markts findet im Schneckentempo statt

Es wird natürlich große Gewinner beim Aufstieg des legalen Cannabis geben. Andererseits wird es auch Verlierer geben und Aktien, die einfach vor sich hin dümpeln – und es ist bisher unmöglich zu sagen, welche Unternehmen auf mittlere Sicht in welche Kategorien fallen werden. Die einzige Gewissheit, wie bei praktisch jeder wachstumsstarken Branche, ist, dass sie überfüllt ist. Die Konsolidierung unter den Marihuana-Unternehmen ist ein Muss in den nächsten Jahren, um Marken- und Preissetzungsmacht, Kostenkontrolle und die Margen zu wahren.

Doch um ehrlich zu sein, wir haben noch nicht viel an Konsolidierung gesehen. Sicher, es war zu beobachten, wie das übernahmehungrige Aurora Cannabis seit Anfang 2018 eine größere Zahl von Cannabis-Anbauern verschlungen hat, aber insgesamt haben wir wirklich noch keine massiven Konsolidierungsschritte erlebt, zumindest in Kanada. Nach den Daten von Health Canada vom 8. Februar wurden 50 Anbaulizenzen ausgestellt. Selbst wenn einige dieser Lizenzen für sekundäre Anbauflächen desselben Unternehmens dienen oder erworbene Grundstücke betreffen, gibt es immer noch mehr als drei Dutzend selbstständig lizenzierte Anbauer in Kanada – und viele weitere haben schon neue Anträge gestellt und warten auf die Erteilung einer Lizenz.

Wenn wir uns die kanadische Cannabis-Industrie genau ansehen, hat es in keinem Bereich eine starke Konsolidierung gegeben. Zwar ist das nicht schädlich für Investitionen in kanadische Pot-Aktien, aber es könnte letztendlich die Rendite beeinträchtigen.

Das ist jedoch nicht der Fall bei der US-amerikanischen Marihuana-Industrie – oder, wie ich genauer sagen sollte, innerhalb eines Bereichs der amerikanischen Cannabis-Industrie: vertikal integrierte Apotheken.

Die Marihuana-Konsolidierung nimmt bei den US-Cannabis-Händlern zu

Während die kanadischen Provinzen ein Sammelsurium von staatlichen und privaten Apotheken anbieten, was wenig Konsolidierungsbedarf mit sich bringt, ist das in den Vereinigten Staaten nicht der Fall, wo alle möglichen Akteure von Großkonzernen bis hin zu Tante-Emma-Läden als Einzelhändler aktiv sind.

Marihuana ist auf Bundesebene in den Vereinigten Staaten nicht legal. Als Medikament der Liste I ist es illegal, anfällig für Missbrauch und nicht als medizinisch wirksam anerkannt. Es ist auch nicht erlaubt, den Stoff über die Grenzen des Bundesstaates zu transportieren, in dem er angebaut wurde. Das bedeutet, dass US-Apotheken, die ihre vertikale Lieferkette kontrollieren wollen, auch Cannabis-Farmen und/oder Verarbeitungsanlagen in den Staaten, in denen sie tätig sind, bauen, pachten oder erwerben müssen. Kanadische Apotheken haben diese Sorgen einfach nicht, da die Bundesregierung Cannabis legalisiert hat.

Da 33 US-Staaten Cannabis auf die eine oder andere Weise legalisiert haben, kann man auch davon ausgehen, dass jeder Einzelstaat dazu neigt, seinen eigenen Prozess zur Überprüfung und Lizenzierung von Apotheken für den Einzelhandel, von Anbaubetrieben für den Anbau und von Verarbeitungsanlagen für die Veredelung von Cannabis-Rohprodukten umzusetzen. Die Kosten und die Zeit, die eine vertikal integrierte Apotheke aufwenden muss, um alle für die Geschäftstätigkeit erforderlichen Lizenzen zu erhalten, können das organische Wachstum empfindlich ausbremsen. Aus diesem Grund war der Erwerb kleinerer, in selteneren Fällen auch größerer Unternehmen, die bereits über Lizenzen verfügen, ein schnelleres Expansionsmittel als der organische Ansatz, der darauf beruht, Stück für Stück Anträge zu stellen und auf deren Bearbeitung durch die Behörden zu warten.

Große Deals sprechen für die Konsolidierung im vertikal integrierten Apothekenbereich

In der vergangenen Woche wurde der bisher größte Marihuana-Deal in den USA abgeschlossen, wobei iAnthus Capital Holdings (WKN:A2DPCW) über 600 Mio. US-Dollar für MPX Bioceutical ausgab. Nach Abschluss des Deals verfügt iAnthus nun über 19 Standorte in 11 Staaten (vor dem Deal war iAnthus nur in sechs Staaten vertreten), hält aber Einzelhandelslizenzen zur Eröffnung von bis zu 63 Einzelhandelsstandorten. Darüber hinaus verfügt das kombinierte Unternehmen nun über eine Gesamtfläche von 210.000 Quadratfuß, strebt aber eine nahezu Verdreifachung in dieser Größenordnung auf 600.000 Quadratfuß an, verteilt auf die Staaten, in denen es tätig ist.

Bis zum vierten Quartal 2019 wird erwartet, dass MedMen Enterprises (WKN:A2JM6N) iAnthus in Bezug auf den größten Deal in der Geschichte der US-Cannabis-Industrie entthronen wird. Im Oktober kündigte MedMen seine Absicht an, das in Privatbesitz befindliche Unternehmen PharmaCann für 682 Mio. US-Dollar im Rahmen eines Aktiendeals zu erwerben. Nachdem das Unternehmen zum Zeitpunkt der Ankündigung über eine Lizenzpräsenz in sechs Staaten, fünf Anbau- und/oder Verarbeitungsanlagen und etwas mehr als ein Dutzend offener Apotheken verfügte, würde die Fusion Ende Januar (wenn es gelingt) die Präsenz von MedMen auf 12 Staaten verdoppeln, die Einzelhandelslizenzen auf 77 erhöhen, die Anbau- und Verarbeitungsanlagen von fünf auf 13 erhöhen und dem Unternehmen 31 Apotheken einbringen. Das ist ein schneller Weg für MedMen, ein Unternehmen mit einem höheren Umsatz pro Quadratmeter als die Apple-Stores, um seine Präsenz zu verbessern.

Natürlich müssen nicht alle Übernahmen Hunderte Millionen von Dollar kosten, um Wirkung zu zeigen. Trulieve Cannabis (WKN:A2N60S), eine profitable Apotheke mit zwei Dutzend offenen Geschäften im medizinischen Marihuana-Markt Floridas, hat kürzlich Life Essence in Massachusetts und Leef Industries in Kalifornien übernommen. Als Trulieve die Ankündigung dieser Übernahmen bereits im November bekannt gab, hatte Life Essence bereits drei Abgabelizenzen und eine Lizenz für eine 126.000 Quadratfuß große Anbau- und Verarbeitungsanlage beantragt. Unterdessen erhielt Leef eine von 12 voll zugelassenen Jahreslizenzen vom Staat Kalifornien. Damit sitzt Trulieve Cannabis strategisch gut im Sattel, um über Florida hinaus zu expandieren.

Der Punkt ist, dass vertikal integrierte Apotheken, egal wohin man schaut, aggressiv Übernahmen tätigen, um ihre Sichtbarkeit zu verbessern und den langwierigen Prozess der Erlangung aller notwendigen Lizenzen zu umgehen.

Zwei Bedenken, die man im Blick behalten sollte

Obwohl das vertikal integrierte Abgabemodell in den USA spannend aussieht und irgendwann in der Zukunft sehr profitabel sein könnte, gibt es auch zwei Punkte, die die Anleger nicht aus dem Blick verlieren sollten.

Der erste ist, dass es eine Menge Geld kosten wird, diese Expansionspläne umzusetzen. Die Eröffnung oder der Bau von Einzelhandelsgeschäften sowie der Bau oder die Nachrüstung von landwirtschaftlichen Betrieben wird nicht billig sein oder über Nacht geschehen. Es ist immer noch ein langwieriger und kostspieliger Prozess, was bedeutet, dass die Investoren Geduld haben müssen.

Um auf diesem ersten Punkt aufzubauen, wird es mit ziemlicher Sicherheit erforderlich sein, dass sich vertikal integrierte Apotheken an den Sekundärmarkt wenden, um Kapital aufzunehmen. Da diese Unternehmen überwiegend negative Cashflows haben, könnte die Kapitalbeschaffung durch den Verkauf von Aktien zum Alltag werden. Das ist oft ein Rezept, das eine Verwässerung des Aktienkapitals und unzufriedene Anleger nach sich zieht.

Das zweite Problem ist, dass es keine Garantie dafür gibt, dass diese Apotheken aufgrund ihres dringenden Wunschs, zu expandieren und die Sichtbarkeit zu verbessern, nicht vollkommen übertriebene Preise für die von ihnen erworbenen Unternehmen bezahlen werden. So hat iAnthus beispielsweise seinen Unternehmenswert von 7,2 Mio. kanadischen Dollar zum 31. Dezember 2017 auf 75,9 Mio. kanadische Dollar zum 30. September 2018 erhöht. Das sind 55 % des Gesamtvermögens in der Gewinn- und Verlustrechnung, was darauf hindeutet, dass es für seine Übernahmen sehr viel bezahlt hat.

Mit anderen Worten: Obwohl diese Konsolidierung sehr dringend erforderlich ist, wird es Zeit brauchen, um herauszufinden, welche Unternehmen gute Geschäfte getätigt haben und welche nicht.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 15.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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