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3 erstaunliche Fakten über Windkraft, die vielen Anlegern so nicht bewusst sind

Sind Windfarmen ein majestätischer Anblick oder eine Landschaftsverspargelung? Bestimmt hast auch du deine ganz persönliche Meinung dazu. Aber egal, wie du zu Windturbinen stehst: Der Faszination der folgenden drei Fakten wirst du dich kaum entziehen können – und sie ändern vielleicht deine Sichtweise auf Windkraftaktien.

Kaum aufgestellt und schon klimaneutral

Auf einem Foto sehen Windturbinen ja seit über 20 Jahren irgendwie immer gleich aus, egal ob frühes 900-Kilowatt-Modell wie die V52 von Vestas (WKN:913769) oder hochmodernes 9,5-Megawatt-Monstrum wie die V164 des Joint-Venture-Partners MHI (WKN:853314): ein langer Stiel und drei sich drehende Rotorblätter. Dass sich die überstrichene Rotorfläche zwischenzeitlich mehr als verzehnfacht hat, wird einem dabei gar nicht so richtig bewusst.

In den frühen Jahren gaben Kritiker der Windkraft gerne zum Besten, dass es mit der Umweltfreundlichkeit dieser Technik gar nicht so weit her sei. Schließlich müsse man für die Herstellung und spätere Entsorgung der Anlagen mehr Energie einsetzen, als man je im Betrieb generieren könnte. Das mag damals zutreffend gewesen sein, aber heute sieht die Lage ganz anders aus.

Durch die größeren Dimensionen steigt nämlich nicht nur der maximal erzielbare Ertrag, sondern auch die Auslastung, weil der Wind in der Höhe stetiger weht. Der Auslastungsfaktor, also das Verhältnis von tatsächlicher zu theoretischer Anlagenkapazität lag früher häufig bei kaum 25 %. Heute schaffen die besten Windfarmen über 50 % und mit den kommenden Offshoreturbinen vom Kaliber einer Haliade-X 12 MW von General Electric (WKN:851144) dringt die Industrie sogar in den Bereich von über 60 % vor.

Dass zusätzlich Herstellung und Logistik durch die Serienfertigung viel effizienter geworden sind, führt dazu, dass die Amortisationszeit aus energetischer Sicht drastisch reduziert werden konnte. Experten schätzen, dass eine 2-MW-Turbine nach einem halben Jahr ihre Energieschuld (einschließlich des späteren Rückbaus) abgetragen hat. Bei aktuellen Onshore-Topmodellen wie der N149 4.5MW von Nordex (WKN:A0D655) sind es folglich grob geschätzt nur noch 3 Monate. Danach folgen 20 nahezu emissionsfreie Jahre.

Die geballte Kraft einer Umdrehung

Die Lebenszyklusbetrachtung ist schon mal ziemlich faszinierend, finde ich. Aber besser greifbar wäre eine kurze Zeitspanne wie zum Beispiel eine Rotorumdrehung. Das dauert bei gutem Wind nur wenige Sekunden. Die Blattspitzen rasen dann schneller als ein ICE-Zug im Kreis. Interessanterweise liegt die Dauerleistung eines modernen zwölfteiligen ICE-4 mit 10 MW genau auf dem Niveau der derzeit größten bestellbaren Offshoreturbinen.

Zusammengeschaltet könnte eine Windkraftanlage folglich den Strom für den Betrieb eines solchen Hochgeschwindigkeitszuges bereitstellen, da müsste man nur noch Zugstillstand mit Windstille koordiniert bekommen. Aber ein ICE verbraucht natürlich so viel Strom wie eine Kleinstadt. Der Tagesbedarf von bis zu zwei typischen deutschen Haushalten lässt sich hingegen tatsächlich bereits mit einer einzigen vollen Rotorumdrehung decken.

Wenn du also nächstes Mal einen Spargel am Horizont beobachtest, dann kannst du dir vorstellen, wie bei jedem Umlauf ein virtueller Haken an eine oder zwei Wohneinheiten gesetzt wird: Strom für heute erzeugt!

Einige der größten Flächenländer sind noch Windkraftwüsten

Deutschland und Dänemark sind eigentlich keine sonderlich gut geeigneten Länder für das massenhafte Aufstellen von Windkraftanlagen. Die Siedlungsdichte ist hoch und die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand im Umland daran stört, ebenso. Folglich muss für die Minderung des Störpotenzials viel Aufwand betrieben werden. Deutlich bessere Standorte wären aus diesem Blickwinkel heraus dünn besiedelte Flächenländer, wo sich auch lärmende und wild reflektierende Modelle in viel größerer Zahl aufstellen lassen.

Das Problem war bisher, dass die meisten davon sich nicht den Luxus leisten können, subventionierte Energiequellen im großen Stil einzuführen. Hinzu kommt, dass die Windbedingungen in vielen großen Ländern deutlich schlechter sind als bei den Nordseeanrainern. Die folgende Tabelle zeigt, wie gering Ende 2017 der Ausbau der meisten der Top-10-Länder im Vergleich zu China noch war:

Land Fläche in Mio. km² Installierte Leistung in GW kW/km²
Russland 16,4 vernachlässigbar
China 9,3 188,4 20,3
USA 9,2 89,1 9,7
Kanada 9,1 12,2 1,3
Brasilien 8,5 12,8 1,5
Australien 7,7 4,6 0,6
Indien 3,0 32,8 10,9
Argentinien 2,7 0,2 0,1
Kasachstan 2,7 vernachlässigbar
Algerien 2,4 vernachlässigbar

Quelle: Flächen von Wolfram Alpha, Kapazität 2017 laut GWEC-Zahlen, eigene Kalkulation

Chinas 20 Kilowatt je Quadratkilometer stand gerade einmal 1 Kilowatt in Australien, Kanada und Brasilien gegenüber (in Deutschland waren es übrigens stolze 157 kW/km²!). Doch so langsam findet ein Umdenken statt. So sind die Aufträge aus Lateinamerika über die letzten Jahre geradezu explodiert und etwa in der Ukraine, wo Nordex gerade den Markteintritt feiert, werden die Aufträge ebenfalls immer größer.

Die zunehmende Wirtschaftlichkeit von Anlagen der neuesten Generation zeigt bereits ihre Wirkung. Wenn etwa Vestas ab 2020/2021 seine modulare und 5,6 MW starke EnVentus-Plattform weltweit ausrollt, dürfte sich die Rentabilitätsschwelle erneut ein gutes Stück nach unten verschieben, sodass Windkraft für weitere Regionen attraktiv wird.

Das Spannende dabei ist, dass einige der größten Länder noch ganz am Anfang stehen, allen voran Russland mit seinen unendlichen Weiten. Ähnlich sieht es beim südlichen Nachbarn Kasachstan und in vielen Ländern Afrikas aus. Trotz zum Teil vorteilhafter Windbedingungen dreht sich dort oft noch nicht so viel. Aber das Interesse ist da und die Finanzierung sollte auch kein Problem sein, denn Institutionen wie die Europäische Investitionsbank geben bereitwillig Kredite für erneuerbare Energien.

Potenziale in allen Dimensionen

In diesem Artikel habe ich drei spannende Aspekte herausgegriffen, die dir hoffentlich helfen, das Potenzial der Windenergie noch besser zu verstehen. Das heißt zwar nicht unbedingt, dass man mit jeder Windkraftaktie große Gewinne einfahren wird, aber sicher ist für mich, dass die Branche insgesamt ihren Zenit noch lange nicht erreicht hat.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Nordex.