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Sind die Investoren zu selbstgefällig geworden?

Nach der Erholung von einem starken Rückgang scheinen viele Anleger zu denken, dass es Zeit zur Entwarnung ist.
Der Aktienmarkt bot in den letzten Tagen viel Abwechslung, da die Anleger weiterhin mit den Höhen und Tiefen der Quartalssaison zu kämpfen und gleichzeitig das Konfliktpotenzial im geopolitischen und makroökonomischen Bereich zu berücksichtigen hatten. Um 11:15 Uhr EST fiel der Dow Jones Industrial Average (WKN:969420) um 32 Punkte auf 25.074. Breitere Marktwerte standen im Allgemeinen höher, da der S&P 500 (WKN:A0AET0) um 2 Punkte auf 2.710 und der Nasdaq Composite (WKN:969427) um 14 Punkte auf 7.313 Punkte stieg.

Seit der Ohnmacht im Dezember, die den S&P 500 auf die schlechtesten Werte seit Mitte 2017 gebracht haben, sind erst zwei Monate vergangen. Die Plötzlichkeit der Bewegung, die den populären Aktienindex fast 20 % von seinen Höchstständen fallen ließ, war für viele ein Schock, die noch an die Haussegewinne der letzten 10 Jahre gewohnt waren. Doch seither haben sich die meisten Ängste an der Börse deutlich abgeschwächt – und die Anleger scheinen fast zu selbstgefällig, da sie die Bedenken, die sie gegen Ende 2018 so sehr beunruhigt haben, nicht mehr ernst nehmen.

Volatilität signalisiert “Es geht weiter ohne Turbulenzen”

Eine Möglichkeit, wie die Investoren mit erwartbaren Turbulenzen an den Finanzmärkten umgehen, ist die Verwendung des so genannten Volatilitätsindex oder VIX. Dieser Richtwert untersucht die Preise von Optionen, um festzustellen, wie viele Auf- und Abwärtsbewegung die Investoren in naher Zukunft erwarten, wobei höhere Werte eine größere Wahrscheinlichkeit extremer Bewegungen anzeigen, während niedrigere Werte weniger abrupte Bewegungen für den Aktienmarkt bedeuten.

Der Volatilitätsindex hat in den letzten Jahren den Großteil der Zeit zwischen 10 und 20 verbracht, was auf eine relativ geringe erwartete Wahrscheinlichkeit großer Marktschwankungen oder Crashs zurückzuführen ist. Auch nachdem der Markt zuvor im Herbst eine leichte Abwärtsbewegung verzeichnet hatte, kam der Volatilitätsindex im Dezember deutlich unter den Wert von 20. Doch bis Ende des Monats wurden Werte von 30 bis 35 alltäglich, als der Dow und andere Aktienindizes einbrachen.

Im Januar kehrte sich dieser Trend um. Die Aktien stiegen und die Volatilität fiel auf einen Wert von um die 15. Das wiederum hat viele Investoren dazu veranlasst, wieder in den riskanten Handel einzusteigen, der für einen großen Teil der frühen bis mittleren 2010er Jahre sehr lukrativ war.

Volatilität mit Spezialanlagen aushalten

Es gibt börsengehandelte Produkte, die das Risiko von Bewegungen im Volatilitätsindex aufzeigen. Der iPath S&P 500 VIX ST Futures ETN (WKN:A2GARC) steigt im Wert, wenn die Volatilität zunimmt, während die Anteile des ProShares Short VIX Short Term Futures (WKN:A1JZDM) bei sinkender Volatilität steigen. Wie zu erwarten war, war Dezember ein guter Monat für den iPath, dessen Aktienkurs um 36 % stieg. Der ProShares-Fonds sank dagegen im Dezember um 16 %.

Mit der Erholung des Marktes hat der ProShares jedoch seine Dominanz wieder bestätigt. Die Anteile des Fonds sind seit Anfang 2019 um 16 % gestiegen, verglichen mit einem Rückgang von 17 % beim iPath.

Als die Märkte Anfang bis Mitte der 2010er Jahre generell höher tendierten, entwickelten sich Anlagen wie der  ProShares Short-Volatilitätsfonds sehr gut. Zwischen Ende 2011 und Januar 2018 stiegen die Anteile des Fonds um 2.400 %. In der Zwischenzeit verloren Long-Volatility-Fonds fast vollständig an Wert.

Das Problem ist jedoch, dass Selbstzufriedenheit zu katastrophalen Folgen führen kann. An nur einem Tag im vergangenen Februar verlor der ProShares fast alle seine Gewinne der vergangenen Jahre — weil die Volatilität abrupt anstieg. Der Anstieg führte tatsächlich zur Liquidation eines ähnlichen Short-Volatility-Fonds, der die Anleger mit Komplettverlusten konfrontierte.

Sei vorsichtig

Nach einem starken Rückgang ist es gut zu sehen, dass der Aktienmarkt wieder an Boden gewinnt. Es ist jedoch wichtig, als Investor nicht zu selbstgefällig zu werden. Sei dir stattdessen der Risiken bewusst und suche nach Chancen, deren potenzielle Gewinne diese Risiken überwiegen. Auf diese Weise bist du auf alles vorbereitet, was auf den Märkten passiert.

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Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 11.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool hat keine Position in einer der erwähnten Aktien.