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12 Dinge, die man über den Bericht von Canopy Growth zum dritten Quartal wissen sollte

Foto: Getty Images.

Die Marihuana-Industrie wächst wie Unkraut. Canopy Growth (WKN:A140QA), bei weitem die größte Marihuana-Aktie nach Marktkapitalisierung, auch.

Laut einem vor kurzem veröffentlichten gemeinsamen Bericht von Arcview Market Research und BDS Analytics soll der weltweite Cannabis-Umsatz 2019 um 38 % auf 16,9 Mrd. US-Dollar steigen und 2022 bei über 3,1 Mrd. US-Dollar liegen. In Anbetracht der Tatsache, dass Canopy Growth nach einer bedeutenden Kapitalinvestition von Constellation Brands (WKN:871918) liquiditätsstark ist, zweifellos ein Top-2-Anbauer nach der jährlichen Spitzenproduktion und führend in den Bereichen Multichannel-Vertrieb, Logistik und Branding ist, ist es kein Wunder, dass alle Augen auf die Ergebnisse des dritten Quartals gerichtet sind.

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Am Donnerstag, den 14. Februar, sehr spät nach Börsenschluss, meldete Canopy Growth die mit viel Spannung erwarteten operativen Ergebnisse zum dritten Quartal. Hier sind die 12 wichtigsten Fakten, die man kennen sollte.

1. Der Nettoumsatz stieg um 283 % (technisch gesehen, verfehlte er jedoch die Erwartungen)

Die erste Zahl, auf die sich die Investoren freuen werden, ist der Nettoumsatz von 83 Millionen kanadische Dollar, was einer Steigerung von 283 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht, in dem das Unternehmen einen Nettoumsatz von 21,7 Millionen kanadische Dollar erzielte. Das dritte Quartal, das am 31. Dezember 2018 endete, umfasste auch ca. zweieinhalb Monate Cannabis-Verkäufe nach der Legalisierung, was sich deutlich in den Umsatzzahlen widerspiegelt.

Dennoch verfehlte die Gewinnzahl die Erwartungen, da sechs Wall Street-Analysten 85 Mio. kanadische Dollar prognostiziert hatten. Dies zeigt nur, dass diese Branche so neu ist, dass sie für die Wall Street genauso ein Ratespiel ist wie für die Investoren.

2. Bei Canopy dreht sich alles um den Verkauf von Freizeit-Cannabis

Während wir gesehen haben, dass Aurora Cannabis mehr medizinisches Marihuana als Freizeit-Cannabis verkauft, war dies nicht der Fall bei Canopy Growth. Im dritten Quartal beliefen sich die Umsätze von medizinischem Marihuana auf insgesamt 18,6 Mio. kanadische Dollar, gegenüber 20,3 Mio. kanadische Dollar im Vorjahresquartal, in dem nur der Verkauf von medizinischem Marihuana legal war.

Zum Vergleich verzeichnete Canopy einen Umsatz von 71,6 Mio. kanadische Dollar mit Freizeit-Cannabis, wovon 11,5 Mio. kanadische Dollar Business-to-Consumer und 60,1 Mio. kanadische Dollar Business-to-Business waren. Wenn du dich wunderst, warum sich diese Umsatzzahlen zu mehr als die oben genannten Nettoumsätze von 83 Mio. kanadische Dollar summieren, liegt es daran, dass es sich um Bruttoumsätze handelt, bevor man die Verbrauchsteuern berücksichtigt.

3. Die Lagerbestände sind deutlich gestiegen

Aurora Cannabis wird wahrscheinlich der größte Anbauer bei der jährlichen Spitzenproduktion sein, wobei ich bis zu 700.000 Kilogramm pro Jahr prognostiziere. Canopy Growth wird wahrscheinlich den zweiten Platz einnehmen, mit einem jährlichen Ertrag von 500.000 Kilo. Eine deutliche Erhöhung der lizenzierten Anbaufähigkeit hat dem Unternehmen sicherlich geholfen, seine Vorräte im dritten Quartal zu erhöhen.

Nachdem das vergangene Geschäftsjahr (31. März 2018) mit einem Inventarwert in Höhe von 101,6 Mio. kanadischen Dollar abgeschlossen wurde – dazu gehören Fertigerzeugnisse, unfertige Erzeugnisse, Handelswaren und Geräte sowie Hilfs- und Betriebsstoffe – hat Canopy das dritte Quartal 2019 mit 185 Mio. kanadischen Dollar an Inventar abgeschlossen. Eine Wertsteigerung von rund 49 Mio. kanadische Dollar für unfertige Erzeugnisse sowie ein Anstieg des Inventars und der Verbrauchsmaterialien um 30 Mio. kanadische Dollar deuten darauf hin, dass die Produktion und die Produktvielfalt zunehmen.

4. Die Margen sanken aufgrund der Verbrauchssteuer deutlich

Was nicht gewachsen ist, ist die Bruttomarge. Trotz eines Umsatzwachstums von 283 % stiegen die Herstellungskosten um 560 % auf 64,8 Mio. kanadische Dollar. Zusammen mit 14,7 Mio. kanadische Dollar an Verbrauchssteuerkosten für verkauftes Freizeit-Marihuana schloss Canopy das Quartal mit einer mageren Bruttomarge von 18,3 Mio. kanadische Dollar bei 97,7 Mio. CAD Bruttoeinnahmen (83 Mio. CAD netto) ab. Im Jahresvergleich sank die Bruttomarge von 55 % auf nur noch 19 %. Autsch!

5. Die Fair-Value-Anpassungen gehen in beide Richtungen

In jüngster Zeit war die Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) vor allem für Cannabis-Anbauer ein Segen. Die IFRS-Rechnungslegung, die Marihuana als landwirtschaftliches Gut behandelt, verlangt, dass die Anbaubetriebe ihre Ernten ständig neu bewerten, basierend auf der Phase des Wachstumszyklus, in dem sie sich befinden. Die Anbaubetriebe müssen auch die Kosten für den Verkauf der Pflanzen schätzen, oft lange bevor sie verkauft werden. Dies führt natürlich zu einigen sehr legalen, aber dennoch wilden Schwankungen der Bruttomarge.

Im dritten Quartal erfuhren die Investoren, dass diese Schwankungen nicht immer positiv sind. Nach der Fair-Value-Anpassung der biologischen Vermögenswerte (d. h. Cannabis-Pflanzen) und der Anwendung unrealisierter Gewinne oder Änderungen des Fair Value verschlechterte sich die Bruttomarge des Unternehmens um weitere 5,8 Mio. kanadische Dollar auf 12,5 Mio. kanadische Dollar.

6. Die operativen Verluste waren enorm

Wenn du glaubst, hier gäbe es eine Chance auf einen altmodischen Betriebsgewinn… Die allgemeinen und Verwaltungskosten haben sich mit 46,1 Mio. kanadische Dollar mehr als vervierfacht, die Vertriebs- und Marketingaufwendungen haben sich mit 44,9 Mio. kanadischen Dollar nahezu verfünffacht. Die immer beliebte aktienbasierte Vergütung (sarkastisch gemeint) stieg auf 40,1 Mio. kanadische Dollar von 9 Mio. kanadischen Dollar im Vorjahresquartal.

Insgesamt stiegen die Betriebskosten von Canopy auf 169,7 Mio. kanadische Dollar, was zu einem Betriebsverlust von 157,2 Mio. kanadischen Dollar führte. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019 betrugen die operativen Verluste von Canopy bis zu 402,6 Mio. kanadische Dollar.

7. Andererseits waren die einmaligen Gewinne immens

Es war jedoch kein totaler Misserfolg, wenn man einmalige Leistungen und Fair-Value-Anpassungen an anderen Stellen in der Gewinn- und Verlustrechnung betrachtet. Änderungen des Fair Value von finanziellen Vermögenswerten führten zu einem einmaligen Gewinn von insgesamt mehr als 221 Mio. kanadischen Dollar. Zusammen mit anderen einmaligen Anpassungen erzielte Canopy in diesem Quartal 235,2 Mio. kanadische Dollar an „sonstigen“ Erträgen.

Canopy Growth verlor 0,38 US-Dollar pro Aktie auf bereinigter Basis. Einschließlich dieser Posten verdiente das Unternehmen 0,22 US-Dollar pro Aktie.

8. Der Verlust in der Bilanz ist ein Schandfleck

Obwohl es sich nicht um eine Zahl handelt, auf die sich die meisten Investoren konzentrieren werden, da sie sich auf die Vergangenheit bezieht und die Wall Street zukunftsorientiert ist, steigt der Bilanzverlust. Der Bilanzverlust eines Unternehmens ist einfach der Gesamtverlust seit seiner Gründung. Selbst mit dem Vorteil der „sonstigen“ Einnahmen im dritten Quartal 2019 liegt der Bilanzverlust immer noch bei 441,5 Mio. CAD, gegenüber 91,6 Mio. CAD zu Beginn des Geschäftsjahres am 1. April. Das ist für die Investoren etwas beunruhigend.

9. Nicht so beängstigend wie der steigende Goodwill

Die vorherige Zahl ist jedoch vermutlich bei weitem nicht so beängstigend wie der Goodwill im Zusammenhang mit den Übernahmen.

Einfach ausgedrückt ist der Goodwill lediglich ein Maß für die Prämie, die ein Unternehmen für ein anderes bezahlt, das über das erworbene Sachvermögen hinausgeht. Goodwill ist nicht unbedingt eine schlechte Sache, wenn er durch andere immateriellen Faktoren, Kostensynergien oder zukünftigen Wachstumsaussichten kompensiert werden kann. In der SEDAR-Meldung in Kanada beschreibt Canopy jedoch, dass fast alle jüngsten Übernahmen teuer bezahlt wurden. Bei der letzten Überprüfung machte der Goodwill 1,82 Mrd. kanadische Dollar aus. Es ist noch etwas früh, um zu sagen, wie viel von dieser Prämie Canopy zurück erwirtschaften wird, aber erhebliche zukünftige Abschreibungen sind nicht ausgeschlossen.

10. Canopy schwimmt im Geld

Andererseits ist keine andere Marihuana-Aktie besser finanziert als Canopy. Nach Abschluss einer Beteiligung von Constellation Brands, bei der das Unternehmen eine 37-prozentige Beteiligung an Canopy für 4 Mrd. US-Dollar in bar erhielt, verfügt Canopy Growth nun über 4,12 Mrd. US-Dollar in bar, zusammen mit knapp 800 Mio. US-Dollar in  Wertpapieren. Es gibt praktisch keine Sorgen über Finanzierungsprobleme. Die Investoren könnten davon ausgehen, dass Canopy weiterhin aggressiv Übernahmen während des gesamten Jahres 2019 tätigen wird.

11. Aktienverwässerung

Natürlich gibt es einen Nachteil bei der Kapitalbeschaffung bei Pot-Aktien. Sie lieben es, eigene Aktien zu verkaufen. Zwischen der Beteiligung von Constellation, einer Reihe von Übernahmen mit einer hohen aktienbasierten Komponente, aktienbasierter Vergütung und Kaufangeboten, die der Kapitalbeschaffung dienten, stieg die Zahl der ausstehenden Aktien im Jahresvergleich um 75 % auf 334,7 Millionen Aktien zum 31. Dezember 2018.

Einerseits ist es positiv, dass Canopy dieses Geld durch Übernahmen in seinem Geschäft einsetzt. Andererseits wird es für das Unternehmen durch mehr ausstehende Aktien umso schwieriger, einen aussagekräftigen Gewinn pro Aktie zu erzielen.

12. Mehr Verwässerung pro Aktie erwartet

Nicht zuletzt kann man in Zukunft leider mit einer stärkeren Verwässerung rechnen. Das Unternehmen beendete das letzte Quartal mit 107,9 Millionen ausstehenden Optionsscheinen sowie 31,6 Millionen ausstehenden Optionen. Wenn diese ausgeübt werden, wird die Aktienanzahl steigen. Mit anderen Worten, es wird für fundamental orientierte Anleger sehr schwierig sein, dieser Aktie zu vertrauen.

Noch vor wenigen Wochen hatte ich die Meinung vertreten, dass es einfach nicht angemessen war, Canopy Growth eine  Marktkapitalisierung von damals 17 Mrd. US-Dollar zuzuweisen, angesichts der Erwartung laufender Verluste und der zahlreichen Unsicherheiten, die für eine sehr neue Branche vor uns liegen. Auch wenn die Bewertung auf 16 Mrd. US-Dollar geschrumpft ist, hat sich meine Meinung nicht geändert. Investoren, die diese erstklassige Marihuana-Aktie kaufen, spielen bei dieser Bewertung möglicherweise mit dem Feuer.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 15.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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