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Ist Tesla ein Kauf?

Tesla (WKN:A1CX3T) ist die wohl am heißesten diskutierte Aktie am Markt. Und Anfang 2019 ist die Diskussion noch einmal richtig heiß gelaufen. Das Unternehmen beendete 2018 mit 90.700 Auslieferungen im vierten Quartal und plant bereits eine Erweiterung der Produktion auf dem chinesischen Markt.

So schön dieses Wachstum auch ist, so hat Tesla doch stark zu kämpfen, um das Geld reinzuholen, das es auf lange Sicht braucht. Nächstes Jahr werden Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe fällig, und Tesla steht vor einer Zukunft, die bei weitem nicht sicher ist. Anleger haben also vor dem Kauf der Aktie viel zu bedenken.

Teslas Wachstum ist in vollem Gange

Die steigende Produktion von Model S, Model X und Model 3 hat für Tesla eine massive Wachstumskurve ausgelöst, wie man unten sehen kann. Aber Umsatzwachstum bedeutet nicht automatisch, dass Tesla auch wirklich Geld verdient.

Man sieht, dass Tesla in den vergangenen fünf Jahren Milliarden von Dollar ausgegeben hat, vor allem für den Bau der Gigafactory in Nevada und der Fabrik in Fremont, Kalifornien. Falls Tesla aufhören würde, in Wachstum zu investieren, könnte das Unternehmen einen positiven freien Cashflow generieren. Doch an dieser Stelle wird es aufgrund der zugrunde liegenden Kennzahlen und der aggressiven Investments von Tesla kompliziert.

Tesla verdient weniger als angenommen

Als Tesla ankündigte, dass man 7 % der Belegschaft entlassen würde, waren es nicht die Entlassungen selbst, die den Anlegern Sorgen machten. Es war Elon Musks Eingeständnis, dass Tesla bei weitem nicht in der Lage ist, das Model 3 so herzustellen, dass bei einem Verkaufspreis von 35.000 USD noch 25 % Marge übrigbleibt. Das hatte Musk nämlich versprochen. Unten sieht man, dass die gestiegene Produktion des Models 3 mit einem Rückgang der Bruttomargen einherging.

Es fallen einige Kosten für den Produktionsanlauf an, die die Margen kurzfristig schmaler machen. Aber Tesla hat gesagt, dass man die Kosten senken muss, um die Modelle zu dem niedrigen Preis auf den Markt zu bringen. Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass man zu diesen geringen Preisen Geld verdienen kann.

Ohne eine hohe Bruttomarge wird Tesla nicht in der Lage sein, genügend Geld aus dem operativen Geschäft zu generieren, um Expansionen in China zu finanzieren oder ein Model Y oder einen LKW zu entwickeln. Und da man hohe Verbindlichkeiten hat, kann man mit Engpässen zu kämpfen haben, obwohl man ja eigentlich unbedingt wachsen will.

Die Schuldenlast drückt

Das Unternehmen hat Schulden in Höhe von 10,5 Milliarden USD (einschließlich kurzfristiger Verbindlichkeiten), von denen 920 Millionen USD in Form einer Wandelanleihe am 1. März 2019 fällig werden. Es gibt Mechanismen für die Umwandlung dieser Schuld in Aktien (die die derzeitigen Aktien verwässern würden), aber Musk hat gesagt, dass Tesla die 920 Millionen USD Verbindlichkeiten in Cash bedienen wird.

Hinzu kommen 566 Millionen USD an Wandelschuldverschreibungen, die im November fällig sind, und Tesla muss bald einen positiven Cashflow generieren, sonst werden die Aktien massiv verwässert. Doch anstatt zu sparen, will das Unternehmen 2 bis 5 Milliarden USD in die Expansion in China investieren.

Musk hat es immer geschafft, Teslas Wachstum zu finanzieren, sei es durch Fremd- oder Eigenkapitalmärkte, aber irgendwann muss er beweisen, dass das Unternehmen Geld verdienen kann – sonst wird keiner mehr bereit sein zu investieren. Das Risiko besteht darin, dass die Verschuldung so hoch ist, dass eine weitere Verschuldung nur noch zu noch schlechteren Konditionen möglich ist.

Attraktiv oder Finger weg?

Das Wachstum von Tesla war erstaunlich, und es ist unglaublich beeindruckend, wie das Unternehmen das Thema E-Fahrzeuge vorangetrieben hat. Aber man hat noch nicht bewiesen, dass man langfristig durch den Verkauf von Fahrzeugen auch Geld verdienen kann, und musste nicht nur einmal, sondern im vergangenen Jahr sogar zweimal Entlassungen vornehmen, um Kosten zu senken.

Die Verluste nehmen zu und die Fälligkeit der Schulden rückt näher. Tesla muss entweder einen positiven Cashflow schaffen oder Wege finden, das operative Geschäft zu finanzieren. Entweder durch weitere Schulden oder durch die Ausgabe von Aktien, wodurch die derzeitigen Aktien verwässert werden. Das sind beides nicht gerade tollen Optionen.

Musk ist dank seines Ehrgeizes in der Automobilindustrie weit gekommen. Aber mittlerweile nimmt mir die Unfähigkeit seines Unternehmens, ein qualitativ hochwertiger und kostengünstiger Hersteller zu werden, die Freude. Wettbewerber wie Porsche, BMW, General Motors und Jaguar drängen auf den Markt für E-Fahrzeuge. Sie alle werden mit Top-Qualität ausgestattet sein und eine gute Infrastruktur bieten, die Tesla einfach nicht hinbekommt. Darum glaube ich nicht, dass Tesla eine Aktie ist, die man kaufen kann. Derzeit würde ich die Aktie eher verkaufen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und empfiehlt BMW. Travis Hoium besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 2.2.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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