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Apple wird Netflix immer noch nicht kaufen

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Ein weiteres Jahr und ein weiterer Analyst, der eine Fusion zwischen zwei der größten technischen Werte Apple (WKN:865985) und Netflix (WKN:552484) für sinnvoll hält. Die Analysten scheinen eine jährliche Tradition entwickelt zu haben, eine Fusion der beiden vorzuschlagen. Obgleich die Frage nach dem nächsten Mega-Deal  spannend bleibt, bedeutet das nicht unbedingt, dass das jemals so stattfinden wird.

Anfang letzten Jahres äußerten die Citigroup-Analysten Jim Suva und Asiya Merchant ihre Überlegung, dass Apple das Geld aus Übersee, welches als Ergebnis der US-Steuerrechtsänderungen in die Unternehmenskassen gespült wurde, zur Übernahme von Netflix nutzen sollte. Im Jahr davor war es Anita Balakrishnan von CNBC, die  ähnliche Spekulationen entfachte und argumentierte, dass während der allgemeinen Ausgabensteigerung für die Unterhaltungsprogramme Apple seine Serviceerlöse durch die Übernahme signifikant vermehren könne.

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Es gibt jedoch ein altes Sprichwort: „Nur weil du etwas tun kannst, heißt es lange noch nicht, dass du das auch tun solltest.“ Hier liegt wahrscheinlich genauso so ein Fall vor.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Dieses Jahr macht der Analyst Samik Chatterjee von JPMorgan Chase diesen Vorschlag. Chatterjee schreibt an seine Kunden, dass Apple Netflix, Activision Blizzard (WKN:A0Q4K4) oder Sonos (WKN:A2JPF2) kaufen sollte, wobei er glaubt, dass Netflix die „beste strategische Option“ für den iPhone-Hersteller wäre. „Wir glauben, dass Apple ein sehr starkes Service-Wachstum erzielen kann, indem die Synergien zwischen seiner führenden Position bei den Smartphones und dem momentan sehr schnell voranschreitenden Übergang des Videokonsums auf Mobilfunk genutzt werden“, erläutert Chatterjee.

Activision verfügt über einige der größten Titel unter den Videospielanbietern, wobei seine vielfältige Inhaltspalette, wie Candy Crush, World of Warcraft und Call of Duty, unter anderen auch auf Computern, Konsolen und Smartphones gespielt wird. Eine solche Übernahme würde Apple die Möglichkeit geben, die schnell wachsende Gaming-Branche zu erschließen und somit eine weitere Quelle für wiederkehrende Einnahmen darstellen.

Sonos mit seinen Soundsystemen und Smart-Home-Lautsprecher wäre für die Übernahme durch Apple ebenfalls gut geeignet, da beide Unternehmen mit ihren Premium-Produkten die gleiche demografische Zielgruppe mit hohem Einkommen ansprechen.

Schließlich hat die jüngste Marktkorrektur dazu geführt, dass eine Reihe solider Unternehmen zu Schnäppchenpreisen zu kaufen wären, so dass Apple Lücken in seinem strategischen Portfolio zu einem günstigen Preis eventuell schließen könnte.

Eine mögliche Lösung für das größte Problem von Apple.

Es ist leicht zu verstehen, warum die Investoren eine solche Mega-Fusion in Betracht ziehen könnten. In den letzten Jahren hat Apple daran gearbeitet, sein Service-Geschäft verstärkt auszubauen, um dem verlangsamten Wachstum für sein Hauptprodukt, das iPhone, entgegenzuwirken. Die Umsatzzahlen sowie Wachstumsschätzungen aus dem letzten Quartal sprechen für eine solche Geschäftsausrichtung.

Das Unternehmen gab eine seltene Gewinnwarnung für das erste Quartal heraus, welches auch die wichtige Weihnachtszeit beinhaltet, und teilte mit, dass die iPhone-Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 5 % sinken würden. Während der Großteil des Rückgangs auf die Wachstumsverlangsamung in China zurückzuführen ist, zeigt er auch, wie abhängig der Technologieriese von seinen iPhone-Verkäufen ist.

Apple-CEO Tim Cook hat wiederholt darauf hingewiesen, dass Apple im Jahr zwischen 15 und 20 Unternehmen erwirbt und grundsätzlich eine Übernahme jeder Größe vorstellbar wäre. Welche Unternehmen tatsächlich erworben werden, hängt von deren strategischen Wert ab.

Das ist nicht so gut, wie es klingt

Was die Größe der Übernahmen betrifft, wird das extrem diszipliniert gehandhabt und die Grenze von jeweils ein paar Hunderten Mio. US-Dollar wird bei der Mehrheit der Einkäufe nicht überschritten. So war der rund 3 Mrd. US-Dollar schwere  Kauf von Beats bis jetzt der größte in Apples Geschichte. Da Netflix aber die beste „strategische Option“ wäre, könnten wir über die möglichen Kosten bei einem solchen Deal sehr gespannt sein.

Die Marktkapitalisierung von Netflix beträgt zur Zeit ungefähr 152 Mrd. US-Dollar und jedes mögliche Kaufangebot würde auch einen kräftigen Aufschlag beinhalten müssen, um das Interesse der Aktionäre zu wecken, vorausgesetzt, dass das Unternehmen überhaupt zum Verkauf stehen würde. Solche Übernahmen werden üblicherweise mit 20 bis 30-prozentigen Aufschlägen vorgenommen, wobei ein Deal von dieser Größenordnung auch locker über 200 Mrd. US-Dollar liegen könnte.

Es gibt aber noch andere Faktoren, die eine solche Fusion ebenfalls erschweren würden. Eines der entscheidenden Merkmale von Netflix‘ Service ist, dass er schon immer plattformunabhängig war und das steht im absoluten Gegenteil zu Apples Geschäftsmodell, bei dem alles aus einer Hand angeboten wird. Darüber hinaus könnten die Entwickler befürchten, dass Netflix im App Store gegenüber anderen Streaming-Anbietern bevorzugt behandelt werden könnte, was zu deren Abwanderung zu anderen Entwicklungsplattformen führen könnte.

Das wahrscheinlichere Ergebnis

Im vergangenen Jahr hat Apple viel Geld für die Filme und Fernsehsendungen ausgegeben, die sich momentan in verschiedenen Produktionsstufen befinden. Dabei werden die Gerüchte immer lauter, dass Apple schon in diesem Frühjahr einen eigenen Streaming-Service einführen könnte. So hat Apple bereits mit einem Bereitstellungssystem experimentiert und einige Videoprogramme für Abonnenten seines Musik-Streamingdienstes gestartet.

Es besteht somit zwar immer noch die Möglichkeit, dass Apple sich für eine solche Mega-Übernahme entscheidet, es ist aber viel wahrscheinlicher, dass das Unternehmen einen eigenen Service einführt und ihn dann organisch entwickelt. Das würde auch womöglich mehr Sinn machen, als für einen bereits sehr etablierten Übernahmekandidaten zu bezahlen.

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Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 05.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Activision Blizzard, Apple und Netflix und empfiehlt diese. The Motley Fool hat folgende Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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