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Was wir alles von der Leoni-Aktie lernen können und wie sie bewertet ist

Anfang 2018 war die Welt für die Leoni (WKN: 540888)-Aktie noch in Ordnung. Der Kurs markierte bei 65,54 Euro ein neues Allzeithoch, die Pläne des Vorstandes sahen für 2018 und die kommenden Jahre weiter steigende Gewinne vor und die Presse überschlug sich vor positiven Berichten.

Heute, knapp ein Jahr später, steht die Aktie über 68 % tiefer (08.02.2019). Wie konnte das passieren? Was wir alles von der Leoni-Aktie lernen können und wie sie heute bewertet ist, erfährst du hier.

1. Aktien sind nicht gleich Aktien

Während beispielsweise eine Fielmann (WKN: 577220)-Aktie seit Anfang 2018 nur 20,6 % gefallen ist, lag Leonis Minus bei über 68 % (08.02.2019). Wie kann es sein, dass sich Aktien so unterschiedlich entwickeln?

Die Antwort ist im Charakter des zugrunde liegenden Geschäfts zu finden. So ist Leoni als Automobilzulieferer sehr stark von der Konjunktur abhängig. In Folge steigen die Gewinne im Aufschwung überproportional, während sie in der Krise drastisch einbrechen. Und deshalb sind auch die Schwankungen extrem.

Fielmann hingegen ist wenig von Banken und der Konjunktur abhängig. Wenn eine Brille kaputt geht, muss sie ersetzt werden, unabhängig davon, ob die Wirtschaft rückläufig ist oder nicht. Somit kannst du Aktien also in Zykliker (wie Leoni) oder Dauerinvestments (wie Fielmann) kategorisieren.

Gewinneinbrüche sind bei Zyklikern normal. So hat Leoni auch schon 2009, im Zuge der letzten Krise, einen Verlust verzeichnet und die Dividende gestrichen. Nun wird sich dieses Szenario wiederholen.

2. Die Börse interessiert sich nur für Gewinne und Aussichten

Während die Leoni-Aktie abstürzt, hat das Unternehmen für 2018 eine Umsatzsteigerung von 4,1 % gemeldet. Die Börse nahm dies aber nicht war, sondern nur den Einbruch des operativen Gewinns in Höhe von 36,6 %. Allein im vierten Quartal fiel sogar ein Verlust von 19 Mio. Euro an.

Zudem wurden die Aussichten verfehlt und nach unten korrigiert. So wird für 2019 nun ein operativer Gewinn in Höhe von 100 bis 130 Mio. Euro statt 200 Mio. Euro erwartet. Und auch das Ziel für 2018 (196 Mio. Euro) wurde mit 144 Mio. Euro deutlich verfehlt. Gewinne und Aussichten sind also für die Kursentwicklung wesentlich.

Hinzu kommt, dass Prognosen in den zyklischen Sektoren wenig wert sind, denn selbst das eigene Management kann nicht wissen, wie sich die Wirtschaft in einem Jahr entwickelt.

3. Unternehmen mit geringen Gewinnmargen sind anfällig

Warren Buffett mag Aktien mit hohen Gewinnmargen (Gewinn geteilt durch Umsatz). Der Grund ist sehr einfach: Sie können in Krisen nicht so leicht in die Verlustzone rutschen, wie dies aktuell bei Leoni der Fall ist.

Der Automobilzulieferer weist seit 2009 eine durchschnittliche Gewinnmarge von nur 1,47 % aus. Hier reicht die geringste Krise aus, um in die Verlustzone zu geraten. Dies macht die Aktie anfällig.

Wie Leoni heute bewertet ist

Eine weitere Erkenntnis ist: Kurs- und Ergebnisentwicklungen weichen weit voneinander ab. Während die Leoni-Aktie im Aufschwung deutlich stärker als die Ergebnisse anzog, fiel sie im letzten Jahr auch unverhältnismäßig stark. Dadurch entstehen Über- und Unterbewertungen.

Derzeit stimmen mich die aktuellen Pressemeldungen optimistisch, denn sie sind durchweg negativ. Waren sie Anfang des letzten Jahres noch voller Euphorie waren, sind sie heute doch eher pessimistisch. Dies hat dazu geführt, dass Leoni auf ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 gedrückt wurde, während es Ende 2017 noch bei 2 lag (08.02.2019).

Diese Bewertung wäre aber nur dann gerechtfertigt, wenn Leoni in diesem Ergebnistal bleiben würde. Da die Ursachen für die Rückgänge aber hauptsächlich in der schwachen Konjunktur und in höheren Anlaufkosten für ein Werk in Mexiko liegen und bereits Stabilisierungsmaßnahmen eingeleitet wurden, könnte die Entwicklung später auch wieder drehen. Aber wie viele Beispiele zeigen, gibt es an der Börse keine Garantien. Gerade bei Zyklikern sind die Risiken höher.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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