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Die Kosten von Alphabet steigen, aber es investiert in die Zukunft

Alphabet (WKN:A14Y6H) (WKN:A14Y6F), das Unternehmen hinter Googles allgegenwärtiger Suchmaschine, meldete ein weiteres Quartal, in dem die Erwartungen übertroffen werden konnten. Trotzdem fiel die Aktie jedoch um rund 3 %, da die Anleger wegen höherer Kosten, niedrigerer Betriebsmargen und Investitionen in Sachanlagen die Reißleine zogen.

Auf den ersten Blick mögen diese Kosten wie ein Problembereich erscheinen, aber genaue Recherche zeigt, dass das einfach nicht der Fall ist. Lass uns untersuchen, warum sich die Investoren eigentlich über viele dieser Kosten freuen sollten.

Ein genauerer Blick

Im vierten Quartal erzielte Alphabet einen Umsatz von 39,3 US-Dollar, ein Plus von 22 % gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis von 8,2 Milliarden US-Dollar stieg um 21 % gegenüber dem Vorjahresquartal, was zu einem verwässerten Gewinn pro Aktie (EPS) von 12,77 US-Dollar führte, 12 % mehr als im Vorjahr. Sowohl Umsatz als auch EPS übertrafen die Konsensschätzungen der Analysten.

Eine Sache, die die Investoren immer wieder beunruhigt, ist die Erhöhung der Traffic-Akquisekosten (TAC), oder was Google anderen Unternehmen zahlt, damit sie die Nutzer zur Suchmaschine weiterleiten. Die TAC stieg auf 7,4 Mrd. US-Dollar oder 23 % der gesamten Werbeeinnahmen von Google und lag damit unter der 24 %-Marke im Vorjahresquartal. Diese Kosten sind in den letzten Jahren gestiegen, aber die Suche bleibt der Trichter, der die Kunden zu den wichtigen Werbeprodukten von Google bringt.

Die sonstigen Herstellungskosten (alles, was nicht mit der TAC zusammenhängt) beliefen sich auf insgesamt 10,5 Mrd. US-Dollar und stiegen damit gegenüber dem Vorjahr um 34 %. Diese Entwicklung wurde von den Kosten für die Beschaffung von Inhalten für YouTube, einem der am schnellsten wachsenden Segmente im Unternehmen, bedingt. Die Ausgaben in dieser Kategorie trugen auch dazu bei, die relativ neuen Abonnement-Services YouTube Premium und YouTube TV der Plattform zu unterstützen.

Wichtig sind auch die sinkenden Kosten pro Klick oder wie viel Geld Google mit jeder Anzeige verdient. Diese Rate ist im Jahresvergleich um 29 % gesunken, aber das muss man im Kontext sehen. Werbung auf dem Handy und YouTube ist weniger lukrativ als Anzeigen, die auf der Desktop-Suche von Google erscheinen, aber die Zahl der Anzeigen wächst auf diesen anderen Plattformen viel schneller. Das Ergebnis ist eine sinkende Cost-per-Click-Rate, die den Druck auf die operative Marge erhöht – aber auch den Umsatz erhöht.

Man muss Geld ausgeben, um Geld zu verdienen.

Das Thema “laufende Investitionen” wurde in der vierteljährlichen Telefonkonferenz bekräftigt. Ein solches Beispiel finden wir bei den Investitionen von Alphabet, die im vierten Quartal auf mehr als 7 Mrd. US-Dollar anstiegen — 64 % mehr als im Vorjahr. “Wir investieren weiterhin sowohl in Rechenkapazität als auch in Bürogebäude”, sagte Alphabet-CFO Ruth Porat. Google plant, nicht nur die Zahl seiner Rechenzentren zu erhöhen, sondern auch die Mitarbeiterzahl, die zur Unterstützung seines schnell wachsenden Cloud-Computing-Geschäfts erforderlich ist — was tendenziell auch zu höheren Forschungs- und Entwicklungskosten führt.

Das Unternehmen liefert selten spezifische Kennzahlen für seinen Cloud-Computing-Betrieb. Letztes Jahr um diese Zeit sagte Alphabet-CEO Sundar Pichai, dass Google Cloud “bereits eine Milliarde US-Dollar pro Quartal” Umsatz mache.

Das Unternehmen hat den Cloud-Umsatz im vierten Quartal nicht detailliert beschrieben, aber Pichai sagte, dass es nach wie vor “eines der am schnellsten wachsenden Geschäftsbereiche von Alphabet ist”. Pichai fügte hinzu, dass Google Cloud sowohl die Anzahl der Deals über 1 Mio. US-Dollar als auch die Anzahl der Mehrjahresverträge verdoppelt hat, und mehr als 5 Mio. zahlende Kunden für die G-Suite, die Collaboration-Lösung der Plattform für Unternehmen, habe.

Nicht nur Ausgaben, sondern auch Investitionen

Investoren, die bereit sind, ihren Standpunkt zu ändern, werden sehen, dass höhere Ausgaben zwar die Margen von Alphabet schmälern, diese Kosten aber Investitionen in die Zukunft darstellen. Es handelt sich um die Art von Kosten, die zweifellos notwendig sind, um den Trend von Alphabets kontinuierlichem Umsatzwachstum fortzusetzen.

Obwohl die Aktie im Zuge des Quartalsberichts nachgab, geht es Alphabet gut.

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Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 05.02.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Alphabet (A-Aktien) und Alphabet (C-Aktien) und empfiehlt diese.

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