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Eine Pharma-Aktie mit eingeschränktem Risiko? Evotec!

Die Nadel im Heuhaufen suchen – das beschreibt den Prozess, ein herausragendes Pharma-Unternehmen zu finden, recht gut. Aber auch für dieses Problem gibt es eine Lösung. Man kauft einfach den Heuhaufen.

Das Pharma-Problem

Die Bewertung von Pharma-Unternehmen gestaltet sich häufig schwierig. Denn es ist beinahe unmöglich zu sagen, welcher Wirkstoff es tatsächlich auf den Markt schaffen wird. Vor allem dann, wenn sich die Pipeline in einer frühen Entwicklungsphase befindet.

Natürlich besteht ein erhebliches Potenzial für den Fall, dass DER neue Blockbuster Teil des Portfolios ist. Aber seien wir doch mal ehrlich: Ein langfristiger Investor will doch nicht hin und her zocken und spekulieren, ob einzelne Medikamente weiterentwickelt und eventuell zugelassen und vermarktet werden. Wir bevorzugen Unternehmen mit einem funktionierenden Geschäftsmodell und gewissem Potenzial.

Die Evotec-Lösung

Evotec (WKN:566480) bietet Lösungen in der Wirkstoffforschung an. Der Hamburger Konzern konzentriert sich dabei auf die Forschung und Entwicklung von Wirkstoffen bis zum Beginn der Phase 1. Die Auftraggeber übergeben Projekte bis zum genannten Zeitpunkt an Evotec. Mit Beginn der Phase 1 fallen diese in die Zuständigkeit der Auftraggeber.

Grafik: Kurzfassung der Entwicklungstimeline für Wirkstoffe; Quelle: Yannic Joekel

Das finanzielle Risiko durch anfallende Aufwendungen wird dabei durch Abschlagszahlungen und laufendende Forschungszahlungen deutlich minimiert. Hinzu kommen Meilensteinzahlungen, die bis zur Markteinführung in der Summe durchschnittlich 200 Mio. Euro betragen. Außerdem kommen Umsatzbeteiligungen von durchschnittlich 8 % dazu.

Dabei übernimmt der Partner das Risiko des Scheiterns und die hohen Fixkosten, die mit Beginn der klinischen Studien, also der Phase 1, anfallen. Auf der anderen Seite wird Evotec auch dann per Meilensteinzahlung entlohnt, wenn ein Entwicklungsfortschritt geschieht, der außerhalb ihrer Zuständigkeit liegt.

Zusätzlich ist dieses System durch das Tagesgeschäft abgesichert. Denn rund 90 % des Umsatzes erwirtschaftet Evotec durch das Ausführen von einzelnen Studien und Kaskaden von Forschungsleistungen. Dabei ist der Basisumsatz der ersten neun Monate 2018 rund 61 % höher gewesen als im selben Zeitraum 2017.

Im Prinzip trägt sich das System also bereits jetzt schon von selbst. Hinzu kommen circa 20 weitere Wirkstoffe, an denen Evotec in eigener Sache forscht. Diese werden mit Beginn der Phase 1 an Partner übergeben. Mittelfristig will der CEO eine eigene vollständige Entwicklung nicht ausschließen.

Wieso sollten Partner mit Evotec arbeiten?

Ein gutes Beispiel hierfür ist ein Forschungsprojekt im Bereich der Endometriose. Hier soll Evotec in der Wirkstoffforschung rund 40 % kosteneffizienter gewesen sein und zusätzlich bis zu 30 % schneller Ergebnisse geliefert haben als der Branchen-Benchmark. Wiederholungsgeschäfte von rund 80 % sprechen hier eine klare Sprache in Bezug auf die Kundenzufriedenheit.

Außerdem liegt das Outsourcing der Wirkstoffforschung im Trend. Aus dem Geschäftsbericht 2017 geht hervor, dass mit jährlichen Wachstumsraten von über 10 % zu rechnen ist. Die Auftraggeber profitieren hierbei von der angesprochenen Effizienz und der Expertise.

Denn Evotec verfügt nicht nur über beschleunigte Verfahren und eine einzigartige Plattform, die mit jedem weiteren Projekt verbessert werden. Der Hamburger Konzern beschäftigt außerdem über 2.500 hochgradig geschulte Mitarbeiter in sechs Ländern auf zwei Kontinenten. Hinzu kommt die Erfahrung der Partner aus über 200 langfristig ausgelegten Partnerschaften. Denn zu diesen gehören nicht nur Pharma- und Biotechnologieunternehmen, sondern auch führende akademische Einrichtungen wie die Harvard University, die in Kooperation mit Evotec forschen.

Ungedecktes Marktpotenzial: Über 1 Billion Euro

Grafik: Evotec-Pipeline; Quelle: Yannic Joekel

Dieses hohe Potenzial kommt vor allem durch Krankheiten wie Diabetes, chronischer Husten und Endometriose. Unter jeder einzelnen leiden weltweit Menschen im dreistelligen Millionenbereich. Für diese Krankheiten gibt es momentan nur sehr eingeschränkte Behandlungsmethoden. Daraus folgt ein großer Bedarf an dringend benötigten Wirkstoffen.

Da nicht klar ist, wie viele Wirkstoffe es tatsächlich auf den Markt schaffen, erhöht jede Allianz und vor allem jedes weitere Projekt in der Pipeline (zumindest statistisch) die Wahrscheinlichkeit, dass Evotec zukünftig an marktfähigen Produkten partizipieren kann. Für jedes Projekt, das sich in der Phase 1 oder darüber hinaus befindet, kann Evotec nur gewinnen. Ab diesem Zeitpunkt heißt es: möglicher Cashflow ohne weitere Kosten. Klingt wie Musik in meinen Ohren …

Fazit

Das Schöne an diesem Unternehmen ist, dass man als Anleger nicht auf ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Zulassung spekulieren muss. Man hat ein kalkulierbares Risiko. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen erübrigt sich. Denn Evotec partizipiert an vielen verschiedenen Stellen, auch schon vor der Markteinführung. Und für den Fall, dass eines der Projekte es auf den Markt schafft, sorgen Umsatzbeteiligungen für nachhaltige Einnahmen, die weitere Projekte finanzieren können.

Das Unternehmen ist mit einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 3 Mrd. Euro sicherlich sportlich bewertet. Aber für mich ist der Ausblick der nächsten Jahre deutlich wichtiger. Zusammengefasst ist Evotec ein Wert mit einem interessanten Geschäftsmodell, das Teil eines Makrotrends ist, große ungedeckte Märkte bedienen könnte und eine herausragende Stellung im Marktsegment einnimmt. Und das alles in einem sich selbst tragenden System.

Das klingt doch sexy, oder?

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Yannic Joekel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.