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Wirecard-Aktie bricht ein drittes Mal nach FT-Bericht ein: Wenig Konkretes, alte Laier

Die Wirecard (WKN: 747206)-Aktie hat es nun erneut erwischt. Nachdem bereits in der vergangenen Woche zwei kritische Berichte der Financial Times die Wirecard-Aktie ordentlich einbrechen ließen, bringt nun ein neuer, dritter Artikel von FT-Autor Dan MacCrum das Papier erneut zu Fall. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt beläuft sich das Minus auf knapp 15 % und stellt somit ein neues Kapital in dieser scheinbaren Never-Ending-Story dar.

Da auch diese vermeintlich neuerlichen Entwicklungen somit nicht unerheblich sind, lass uns an dieser Stelle einen Foolishen Blick auf die frische Wendung werfen. Kleiner Spoiler vorab: Neue Beweise für die bisherigen Anschuldigungen sucht man allerdings bei diesem frischen Artikel im Endeffekt vergeblich.

Was die Financial Times uns nun mitzuteilen hat

Wie der neue Bericht von FT-Autor Dan MacCrum nun offenbart, scheinen sich für den Verfasser neue Details ergeben zu haben. So hätten konkrete, namentlich genannte Personen aus dem Asiengeschäft bei den vermeintlichen Manipulationen aktiv mitgewirkt und sehr bewusst in Konferenzen zum Frisieren der Bücher animiert.

Auch zwei hochrangige Mitarbeiter Wirecards aus der Konzernzentrale in München hätten von diesen Praktiken gewusst. Zumindest teilweise. Auch diese werden in dem neuesten Artikel namentlich genannt, was natürlich zunächst den Anschein erwecken könnte, dass der besagte FT-Autor weiß, wovon er prinzipiell berichtet, beziehungsweise bereits berichtet hat.

Letztlich handelt es sich jedoch auch bei diesen neuesten Anschuldigungen lediglich um ein Aufkochen dessen, was wir bereits wissen. Zwar mit neuen Details, aber keinerlei neuen Erkenntnissen oder Vorwürfen. Daher sollten Investoren diese Meldung – auch wenn die Aktie im Nachgang dieser nun erneut deutlich zweistellig einbricht – besser nicht überbewerten.

Was nun wichtig werden dürfte

Für Investoren bleibt es daher eigentlich wie gehabt. Wirecard dementiert weiterhin fleißig – und in meinen Augen auch sehr glaubwürdig. Daher sollte man auch an dieser Stelle nicht vorzeitig die Flinte ins Korn werfen, sondern die weiteren, offiziellen Ergebnisse durch die internen und externen Ermittlungen abwarten.

Nur diese dürften letztlich offenbaren, was an den Vorwürfen dran ist oder ob es sich im Endeffekt um eine (bewusste oder unbewusste) Kursmanipulation handeln dürfte. Geduld scheint daher zumindest in meinen Augen weiterhin das prägende Gebot der Stunde zu sein.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.