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Könnte Aurora Cannabis dich zum Millionär machen?

Also, machen wir es kurz: Ja, Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) kann Anleger zu Millionären machen. Wenn die Anfangsinvestition groß genug ist und man genügend Zeit verstreichen lässt, können viele Aktien – eben auch Aurora – Renditen von 1 Million USD oder auch noch mehr erzielen.

Die eigentliche Frage ist jedoch, ob ein Investor, der eine angemessene Beteiligung an Aurora Cannabis erwirbt, eine realistische Chance hat, mit dieser Anfangsinvestition über einen nicht übertrieben langen Zeitraum ebenfalls Millionär zu werden. Beispiel. 10.000 USD Anfangsinvestition, 25 Jahre Zeit. Kann daraus am Ende bei Aurora 1 Million USD werden?

Nur wenige Aktien können eine solche Leistung erbringen. Um dies zu erreichen, wäre eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von etwas mehr als 20 % erforderlich. Kann Aurora Cannabis ein solches Wachstum schaffen?

Was für die Million nötig ist

Um Anleger zu Millionären zu machen, müsste Aurora Cannabis seine Marktkapitalisierung von heute rund 6 Milliarden USD auf 600 Milliarden USD steigern. Der Marihuanazüchter müsste wahrscheinlich jährliche Einnahmen in Höhe von 125 Milliarden USD generieren, um diese Art von Marktkapitalisierung zu rechtfertigen.

Ist es möglich, dass Aurora Cannabis in Zukunft jährlich 125 Milliarden USD verdienen könnte? Angenommen, das Unternehmen konzentriert sich weiterhin auf die Cannabisindustrie, hängt die Antwort davon ab, wie groß der weltweite Marihuanamarkt sein wird.

Aurora selbst sagt, dass die gesamte weltweite Cannabis-Chance rund 200 Milliarden CAD bzw. rund 150 Milliarden USD beträgt. Das stimmt mit dem überein, was auch andere Cannabisunternehmen öffentlich äußern.

Diese Zahl beinhaltet jedoch nur den medizinischen und den legalen Markt von Marihuana. Es gibt noch mehrere andere Märkte, die von Cannabisunternehmen durchgewirbelt werden könnten, darunter alkoholische Getränke, Tabak und Arzneimittel. Bruce Linton, CEO von Canopy Growth, hat all diese potenziellen Märkte bei seinen Berechnungen im Kopf. Er führt deswegen Zahlen von insgesamt 500 Milliarden USD Jahresumsatz an.

Nehmen wir an, dass Linton Recht hat. Wenn ja, müsste Aurora Cannabis etwa 25 % der gesamten weltweiten Chancen nutzen. Das ist kein völlig absurder Vorschlag. Kurz nach der Eröffnung des kanadischen Marktes für legal erwerbbares Marihuana hatte Aurora in Ontario einen Marktanteil von rund 30 %. Ontario ist Kanadas größte Provinz und ein sehr wettbewerbsintensiver Markt.

Was dagegen spricht

Das war eben jede Menge „Wenn und Aber“, oder? Noch einmal ganz deutlich: Wenn eine dieser Annahmen nicht hinhaut, wird Aurora bei unserer Berechnung niemanden zum Millionär machen.

Zunächst einmal geht man bei der Zahl von 150 Milliarden USD, mit der man das Potential der weltweiten Cannabismärkte beziffert, davon aus, dass Cannabis in den USA und in ganz Europa legalisiert wird. Kein europäisches Land hat zu diesem Zeitpunkt Cannabis legalisiert. Auch wenn in den USA 10 Bundesstaaten Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert haben, bleibt der Handel damit auf Bundesebene illegal. Vielleicht könnte sich das alles innerhalb der kommenden 25 Jahre ändern. Allerdings ist das alles andere als garantiert.

Noch höher gegriffen ist die Annahme, dass Cannabis andere Branchen erobern könnte, und zwar auf eine Weise, dass man am Ende einen Markt von 500 Milliarden USD erreicht. Aurora Cannabis könnte potenziell durchaus andere Märkte erobern, aber das Unternehmen hält sich mit genauen Zahlen zurück. Das ist wahrscheinlich klug.

Es ist auch höchst zweifelhaft, dass Aurora Cannabis einen Weltmarktanteil von 25 % erreicht. In Anbetracht der Entscheidung von Constellation Brands, eine größere Investition in Canopy Growth zu tätigen, ging der große Hersteller alkoholischer Getränke davon aus, dass Canopy rund 15 % des Weltmarktes außerhalb Kanadas erobern kann. Ich glaube nicht, dass Aurora den größeren Konkurrenten Canopy übertreffen wird.

Man muss auch bedenken, dass eine steigende Marktkapitalisierung nicht immer zu einer soliden Rendite für die Anleger führt. So stieg im vergangenen Jahr die Marktkapitalisierung von Aurora um fast 60 %. War das aber ein gutes Jahr für die Aktionäre von Aurora? Nein. Die Aktie sank um 35 %, weil die wiederholten Käufe von Transaktionsfinanzierungen des Unternehmens dafür verantwortlich waren, dass viele neue Aktien auf den Markt geschwemmt wurden, was wiederum den Wert der bestehenden Aktien verwässerte.

Es gibt bessere Aktien

Aurora Cannabis wird einen wohl nicht zum Millionär machen. Das dürfte recht unwahrscheinlich sein.

Aber der weltweite Cannabismarkt ist groß. Die Produktionskapazität von Aurora und die internationalen Vertriebskanäle sollten es dem Unternehmen ermöglichen, auf lange Sicht ein wichtiger Akteur auf dem Markt zu sein. Nicht jeder Schuss wird ein Treffer sein. Um im Bild zu bleiben: Auch wenn Aurora wohl nicht die Champions League gewinnt, sollte man doch als Anleger mit diesem Unternehmen bequem oben mitspielen können.

Allerdings denke ich, dass es noch bessere Cannabisaktien gibt. Auch die werden einen wahrscheinlich nicht zum Marihuana-Millionär machen. Aber sie könnten einen reicher machen, als man es jetzt ist.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von STZ. Keith Speights besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 27.1.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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