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Walmart hat dem Online-Shopping-Versuch von Google einen schweren Schlag versetzt

Google musste in den letzten Jahren mitansehen, wie Amazon (WKN:906866) ihm Anteile an der Online-Produktsuche streitig macht, und das ist schlecht für das Geschäft von Alphabet (WKN:A14Y6F) (WKN:A14Y6H).

Google hat in den letzten Jahren neue Produkte und Partnerschaften eingeführt, um es Online-Käufern zu erleichtern, das Gesuchte direkt bei Google zu finden und zu kaufen. Walmart (WKN:860853) war einer der ersten Partner für seine Dienste Google Express und Google Shopping Actions. Doch der Einzelhändler zog sich kürzlich aus beiden Produkten zurück.

Der Schritt zeigt, welche Ambitionen und Erfolge Walmart im wachsenden E-Commerce hat und wie viel Wert Google als Partner in den Augen von Walmart hat.

Warum lässt Walmart Google fallen?

Walmart hat sich Anfang dieses Monats aus Google Express zurückgezogen. Google Express bietet schnellen Versand aus einer Auswahl von lokalen Unternehmen; Pakete kommen in der Regel in ein bis zwei Tagen an.

Walmart konzentriert sich zunehmend darauf, Bestellungen in den eigenen Filialen selbst auszuführen. Verschiedene Zustellmethoden werden verwendet, um Artikel schnell vor die Haustür des Kunden zu bringen. Das Unternehmen erweitert allmählich die Anzahl der Artikel, die für den zweitägigen Versand von seiner Website zur Verfügung stehen, da es mit Amazon Prime konkurrieren muss.

Die schnelle Lieferung von Google Express bietet den Kunden von Walmart keine zusätzlichen Vorteile. Darüber hinaus verwässert es die Kundenbeziehungen von Walmart. Ein Käufer, der Google Express verwendet, um Artikel von Walmart zu kaufen, hat möglicherweise nicht die gleiche Bindung zu Walmart wie jemand, der direkt beim Einzelhändler einkauft. Andererseits kann Walmart mehr Daten über Käufer erfassen, die seine Website anstelle von Google Express nutzen, und diese Daten verwenden, um sein Online-Shopping-Erlebnis kontinuierlich zu verbessern.

Shopping Actions, der zweite Dienst, aus dem sich Walmart zurückgezogen hat, baut auf Google Express auf. Er macht das Inventar eines Einzelhändlers einfach über den Sprachassistenten von Google zugänglich, ermöglicht es den Nutzern, Artikel mehrerer Einzelhändler zusammen zu bezahlen und integriert nahtlos Kundenbindungsprogramme in den Bezahlprozess. Letztendlich ist es ein Werbeprodukt, bei dem Google einen Anteil an jedem Verkauf erhält. Wieder zog sich Walmart wahrscheinlich zurück, um die Kontrolle über seine E-Commerce-Aktivitäten selbst zu übernehmen.

Allerdings deutet die Entscheidung von Walmart auch darauf hin, dass die Vorteile der Google-Dienste nicht viel Unterschied gemacht haben. Googles Sprachassistent konkurriert mit Amazons Alexa. Obwohl intelligente Lautsprecher und Sprachassistenten für die Produktrecherche nützlich sein können, kaufen nur sehr wenige Menschen tatsächlich auf diese Weise ein.

Das alles könnte auch darauf hindeuten, dass sich die Bemühungen von Google im E-Commerce nicht mit einem größeren Anteil an der Produktsuche auszahlen. Der Verlust von Walmarts Geschäft wird in dieser Hinsicht sicherlich nicht helfen.

Amazon wird immer stärker

Googles Koalition gegen Amazon hat mit Walmart ein wichtiges Mitglied verloren, und das sind gute Nachrichten für Amazon. Das Versandhaus gewinnt Kundenbindung durch sein wachsendes zweiseitiges Netzwerk von Prime-Mitgliedern und Drittanbietern. Es gibt jetzt über 100 Millionen Amerikaner mit Zugang zu Prime mit über 100 Millionen Artikeln auf Amazon.com.

Dass immer mehr Menschen ihre Produktsuche bei Amazon beginnen, ermutigt weitere Händler, ihre Produkte auf dem Marktplatz zu verkaufen und die Dienstleistungen für Drittanbieter zu nutzen. Dies wiederum macht mehr Produkte für die Prime-Vorteile verfügbar und erhöht die Attraktivität von Prime. Dies wiederum führt dazu, dass mehr Menschen ihre Produktsuche bei Amazon starten.

Google ist ein großer Verlierer dieses Aufwärtszyklus bei Amazon, und es ist weitgehend abhängig von anderen Einzelhändlern wie Walmart, um Amazon die Stirn zu bieten.

In der Zwischenzeit arbeitet Walmart an der Kundengewinnung für seine eigene Website, und es hatte besonderen Erfolg bei der Online-Bestellung von Lebensmitteln. Das Unternehmen hat dank des Lebensmitteleinzelhandels ein deutliches Umsatzwachstum im E-Commerce erzielt. Der Online-Umsatz wuchs im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 43 %, und der flächenbereinigte Umsatz im Lebensmittelbereich war der beste Zweijahreszeitraum seit neun Jahren. Walmart arbeitet daran, mehr Online-Lebensmittelverkäufe in allgemeine E-Commerce-Verkäufe zu überführen.

Amazon bleibt vorerst der One-Stop-Shop für Online-Shopping. Weder Google noch Walmart werden ihm diese Position in absehbarer Zeit streitig machen können.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Amazon-Tochterunternehmen, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Adam Levy auf Englisch verfasst und am 27.01.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und Amazon.

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