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4 Gründe, warum man AKTIEN NICHT HEIRATEN sollte

Foto: The Motley Fool

Es scheint so viele Anlegertypen wie Menschen zu geben. Während die einen ständig ihre Aktien kaufen und verkaufen, halten andere ihre Werte für immer, in der Hoffnung, dass sie irgendwann wieder steigen werden. Und dies ist auch vollkommen normal, denn jeder Mensch besitzt einen anderen Charakter und sollte deshalb jene Strategie wählen, die zum ihm passt. Am Ende ist nur entscheidend, ob die Strategie funktioniert oder nicht.

Doch etwas Recherche und Statistik kann keinem Anleger schaden. So sind Kurzfristhändler von vornherein im Nachteil, weil ihr Durchschnittsgewinn sehr gering ausfällt und ihre Strategie deshalb schnell in den Verlust drehen kann. Anleger, die langfristig bei ihren Aktien bleiben, besitzen hingegen bessere Aussichten, weil ihr Durchschnittsgewinn in der Regel sehr viel höher ausfällt.

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Warum du aber trotzdem eine Aktie niemals heiraten solltest, erfährst du hier.

1. Jedes Unternehmen besitzt einen Lebenszyklus

Die Entwicklung einer Firma schreitet ständig voran. Auf eine starke Boom- folgt meist eine schwächere Wachstums-, dann eine Reife-, Sättigungs- und am Ende eine Degenerationsphase.

Nehmen wir die Microsoft (WKN: 870747)-Aktie als Beispiel. In der Anfangszeit, nach der Gründung im Jahr 1975, legte der Umsatz jedes Jahr mehrere 100 % zu. Erst 1986 kam das Unternehmen an die Börse. An der stärksten Wachstumsphase konnten also nur wenige Investoren teilhaben.

Von 1986 bis Ende 1999 wuchs Microsoft immer noch stark und der Aktienkurs stieg von 0,0955 auf 59,56 US-Dollar. In den Folgejahren wuchs der Softwarekonzern auch noch weiter, aber die Zuwachsrate nahm langsam ab. Und in den letzten zehn Jahren (2009 bis 2018) betrug die durchschnittliche jährliche Umsatz- und Gewinnwachstumsrate nur noch 7,32 beziehungsweise 1,44 %.

Microsoft befindet sich also aktuell wahrscheinlich in der fortgeschrittenen Reifephase seiner Entwicklung.

2. Die meisten Unternehmen verschwinden wieder

Hast du dir einmal die Zusammensetzung des Dow-Jones-Index von 1896 angesehen. Von den ursprünglichen zwölf Unternehmen existiert heute nur noch General Electric (WKN: 851144). Und auch diese Firma steckt seit dem Jahr 2000 in Dauerschwierigkeiten. Viele Unternehmen wurden auch einfach von anderen Firmen übernommen und verschwanden auf diese Weise.

Und wer hätte noch vor fünf Jahren gedacht, dass ein so tolles Familienunternehmen wie Gerry Weber (WKN: 330410) einfach in die Insolvenz rutschen würde?

3. Bewertungen verändern sich

Ein weiterer Grund, der dagegenspricht, eine Aktie für immer zu halten, ist die Bewertung. So war die Coca Cola (WKN: 850663)-Aktie beispielsweise 1987, zum Zeitpunkt des Warren-Buffett-Einstieges, und auch 2008 günstig bewertet. Im Jahr 2000 war sie hingegen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 35 nicht mehr so günstig, weshalb sie trotz eines weiteren Umsatz- und Gewinnwachstums in den Folgejahren korrigieren musste.

4. Rahmenbedingungen verändern sich

Die Welt befindet sich permanent in einem Wandel. In der Evolution mussten sich die Lebewesen den ständig wechselnden Bedingungen anpassen oder sie starben aus. Nicht anders verläuft die Entwicklung bei Unternehmen und Aktien.

So wurden E.ON (WKN: ENAG99) und RWE (WKN: 703712) plötzlich von den erneuerbaren Energien und den veränderten politischen Rahmenbedingungen überrumpelt, als niemand damit rechnete. Sie scheinen sich derzeit wieder zu fangen, mussten aber dennoch vorher schwere Kursrückgänge hinnehmen.

Foolishes Fazit

Du siehst also, dass es bei Aktien viele Gründe gibt, sie regelmäßig neu einzuschätzen. Natürlich sprechen auch viele Argumente dafür, seine Werte längerfristig (über mehrere Jahre) zu halten, aber früher oder später ergeben sich aufgrund des Lebenszyklus oder der Bewertung zwangsläufig  bessere Alternativen.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt Aktien von Microsoft.

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