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Große Cannabisaktien boomen – nur eine nicht

Foto: Getty Images.

Der Aktienmarkt hat sich zu Beginn des Jahres 2019 recht gut entwickelt, insbesondere die Cannabisbranche verzeichnete starke Zuwächse. Nach einem schwachen Jahr 2018 für viele der größeren Player im Cannabisgeschäft konnten die meisten von ihnen zulegen, einige haben sogar neue Rekordmarken erreicht.

Wie es aber bei jedem Anlagetrend so ist, geht es einigen Unternehmen dann doch nochmal ein bisschen besser als anderen. Und unter den großen Marihuana-Unternehmen ist eine Aktie, die bislang nur eine ganz leichte Steigerung im Jahr 2019 erlebt hat. Darum fragen sich Anleger, was das sowohl für dieses Unternehmen im Besonderen als auch für die Branche im Allgemeinen bedeutet.

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Daten von ACB von YCharts

Investoren belohnen gemeinsame Projekte mit Cannabis

Ein Blick auf die obige Grafik zeigt, dass die beiden großen Gewinner im Jahr 2019 zufälligerweise Unternehmen sind, die die bedeutendsten Partnerschaften mit Unternehmen außerhalb der Cannabisindustrie eingegangen sind. Canopy Growth (WKN:A140QA) steht seit mehr als einem Jahr in engem Kontakt mit Constellation Brands (WKN:871918), während der jüngste Deal von Cronos Group (WKN:A2DMQY) mit dem Tabakriesen Altria (WKN:200417) für sehr viele Schlagzeilen in der Branche gesorgt hat.

Die Vorteile von Canopy ergeben sich aus einer Reihe von Faktoren. Zuerst erlitten die Aktien des Unternehmens Ende 2018 einen Abrutsch, und zwar in noch viel größerem Maße als der Rest der Branche. Somit war die Aktie für einen Aufschwung bereit. Canopy unternahm einen klugen Schritt und gab Pläne für den Bau einer Hanfproduktionsstätte in New York bekannt. Durch den Aufbau einer Präsenz auf dem US-Markt wird Canopy besser positioniert sein, um mächtig voranzuschreiten, sobald Cannabis in den USA landesweit legalisiert wird.

Cronos sieht auch so aus, als würde man die Chance, die Hanf bietet, nutzen wollen. Altria als Partner zu haben, ist ein unschätzbarer Vorteil. Cronos ist viel kleiner als Canopy Growth, aber das Unternehmen hat hart gearbeitet, um sich auf dem kanadischen Cannabismarkt einen Namen zu machen. Altrias Erfahrung in der Tabakproduktion und im Vertrieb sollte Cronos helfen, das eigene Geschäft effizienter zu gestalten, und die Verfügbarkeit von zusätzlichem Kapital gibt Cronos die Möglichkeit, strategische Zukäufe zu tätigen. Das könnte sich als besonders nützlich erweisen, da mehr US-Bundesstaaten Cannabis legalisieren wollen.

Die mäßig gut Performenden

Die 25 % bis 35 % Zuwachs, die Aphria (WKN:A12HM0) und Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) bislang im Jahr 2019 erzielt haben, sind im Vergleich zu Cronos und Canopy eher enttäuschend. Auch bei diesen beiden Unternehmen scheinen die Anleger größtenteils optimistisch zu sein, wenngleich diese Begeisterung nicht ganz so heftig zu sein scheint.

Aphria ist solide aufgestellt, um von der steigenden Nachfrage nach Cannabis zu profitieren, doch es wird befürchtet, dass man die Produktion nicht so stark steigern konnte wie die Konkurrenz. Die Kapazität von Aphria dürfte etwa die Hälfte dessen betragen, was Canopy produzieren kann, und Aphria hat in letzter Zeit auch noch einen Kostenanstieg zu beklagen. Ein Versuch einer feindlichen Übernahme eines US-Unternehmens hat etwas Interesse geweckt, doch Aphria war nicht in der Lage, einen vollwertigen Partner wie Altria oder Constellation Brands anzuziehen.

Auch Aurora Cannabis will ein wichtiger Wachstumswert in der Cannabisbranche sein, und die Mühe zur Steigerung der Produktionskapazität hat sich gelohnt. Einige sind jedoch verärgert darüber, dass Aurora so viele Aktien für Akquisitionen verwendet, weil das die bestehenden Papiere verwässert. Natürlich will man in einer so jungen Branche wie Cannabis erstmal um jeden Preis wachsen. Allerdings muss man das Kapital klug und diszipliniert einsetzen, um nicht die ersten Anleger zu enttäuschen.

Wer ist der Nachzügler?

Tilray (WKN:A2JQSC) hat dadurch von sich Reden gemacht, dass sich die Aktien im Jahr 2019 bislang kaum bewegt haben. Im Gegensatz zu Aurora war Tilray bislang sehr vorsichtig bei Akquisitionen und hat strategischer gehandelt: Akquisitionen sollten so gut wie möglich zu den Gesamtzielen passen. Dennoch waren die Anleger von der allgemeinen Ausrichtung von Tilray nicht gerade beeindruckt.

So kündigte Tilray im Dezember eine Zusammenarbeit mit Anheuser-Busch InBev für eine gemeinsame Forschung zu mit Cannabis versetzten Getränken an. Doch der Brauer investierte am Ende dann doch nicht in Tilray-Aktien. Tilray und A-B InBev konnten wohl keine gemeinsame Ebene finden, wie dies Wettbewerbern wie Canopy und Cronos gelungen ist.

Außerdem scheint Tilray nach wie vor überbewertet zu sein. Trotz des enormen Kursrückgangs, den die Aktie Ende 2018 erlitten hat, steht Tilray immer noch weit über dem Preis, zu dem man an die Börse ging. Dadurch sieht es hier nicht so aus, als könnte man schnell an Wert zulegen.

Wo wendet sich das (Cannabis-)Blatt?

Der Wettbewerb in der Cannabisindustrie ist nach wie vor hart umkämpft und diese fünf Unternehmen werden weiterhin um eine Position unter den Top-Cannabisaktien wetteifern. Hier will jedes Unternehmen schnell seine Claims abstecken, deswegen dürften sich die Trends und damit auch die Preise schnell ändern.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von BUD und Constellation Brands. Dan Caplinger besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 28.1.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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