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Komisch, aber wahr: Nestlé springt auf den Blockchain-Zug auf

Es gibt vermutlich viele Dinge, die so manche Personen mit Nestlé (WKN: A0Q4DC) verbinden. Für die Investoren könnte Nestlé beispielsweise eine überaus interessante, defensive und stabile Dividendenaktie sein. Für äußerst kritische Konsumenten hingegen ist Nestlé häufig ein Lebensmittelkonzern mit einem zuweilen eher fragwürdigen Ruf. Allerdings soll es um diese beiden Aspekte an dieser Stelle nicht gehen.

Die wenigsten dürften jedoch auf die Idee kommen, Nestlé mit neuester Technologie wie beispielsweise der Blockchain zu verbinden. Doch genau das scheint momentan bei den Schweizern Wirklichkeit zu werden.

Schauen wir mal, was sich dahinter verbirgt und was Investoren zu dieser doch recht eigenartigen neuen Entwicklung wissen müssen.

Wo Nestlé künftig auf die Blockchain setzt

Genau genommen plant Nestlé, als Teil eines größeren Konsortiums unterschiedlicher Akteure an einem Projekt teilzunehmen, das letztlich auf der Blockchain-Technologie basiert. Unter dem Namen IBM Food Trust werden künftig beispielsweise auch Unilever (WKN: A0JMZB) und Walmart (WKN: 860853) in dem Projekt vertreten sein. Und IBM (WKN: 851399) stellt, wie der Name des Projektes bereits vermuten lässt, die notwendige Technologie basierend auf der Blockchain zur Verfügung.

Ziel der IBM Food Trust soll letztendlich sein, dass für Lebensmittelkonzerne und ihre Konsumenten die jeweiligen Produkte künftig transparenter werden. So sollen vor allem die Verbraucher via gängiger QR-Codes mehr über ihre Produkte, beispielsweise den Herstellungsort, die Lieferkette und andere, produktspezifische Informationen, erfahren können. Und die Produzenten sollen in Zukunft schneller im Falle der Fälle reagieren können. Wenn beispielsweise ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Charge von Rückrufen betroffen ist, soll die Blockchain-Technologie es den jeweiligen Unternehmen ermöglichen, schneller die betroffenen Produkte ausfindig zu machen und aus dem Handel zu nehmen. So weit, so interessant.

Nestlé ist derzeit übrigens schon dabei, an einzelnen Produkten aus dem breiten Lebensmitteluniversum diese Technologie zu testen. Wie Benjamin Dubois, Leiter der Blockchain-Projekte im Hause Nestlé, nun verkündete, wird derzeit bereits an Babybrei die transparenzbringende Technologie getest. Definitiv ein spannendes Thema, wenn du mich fragst.

Was das Nestlé bringen könnte

Bleibt natürlich die ebenfalls spannende Frage, was das unterm Strich Nestlé und den Investoren bringen könnte. Und wenn du mich fragst, könnten die Anwendungsvorteile speziell bei den Schweizern grundsätzlich zweigeteilt sein. Mindestens.

Zum einen könnte Nestlé durch das Verwenden von Blockchain-Technologie natürlich effizienter werden. Dadurch, dass der Konzern künftig quasi in Echtzeit weiß, wo sich die jeweiligen Produkte des Schweizer Lebensmittelfabrikanten befinden, dürften Rückrufe und Logistikprozesse optimiert werden können. Durchaus ein sehr relevanter und bislang aufwandsinvensiver Bereich für einen Lebensmittelkonzern, der zwischenzeitig sogar mal bis zu 6.000 verschiedene Marken in seinen Reihen zählte.

Zum anderen könnte Nestlé mit einer techbetriebenen Transparenzoffensive versuchen, den Konzernkritikern etwas Wind aus den Segeln zu nehmen. Sofern sich Konsumenten bequemer und schneller – und vor allem direkt am Ladenregal – über Produkte aus dem Hause Nestlé informieren können, könnte das über kurz oder lang so manche Skepsis verringern, die sich gegenwärtig bei einigen Konsumenten breitzumachen scheint. Ein Aspekt, der sich operativ in naher oder ferner Zukunft auch im Zahlenwerk von Nestlé bemerkbar machen könnte.

Die Blockchain-Technologie könnte Nestlé daher unterm Strich prinzipiell aus operativer und strategischer Sicht bereichern. Daher kann auch dieses eigentliche Kuriosum definitiv ein Aspekt sein, den man als Investor durchaus im Auge behalten könnte.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Unilever. The Motley Fool hat eine Shortposition auf IBM. The Motley Fool empfiehlt Nestle.

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