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Für diese 3 Investoren ist die Pleite von Gerry Weber kein Problem

Jetzt hat es Gerry Weber (WKN:330410) doch erwischt. Die Insolvenz ist da und die Investoren orientieren sich aktuell im Cent-Bereich neu (Stand: 28.01.2019).

40 Euro kostete die Mode-Aktie im Allzeithoch vom Juni 2014. Gut 98 % tiefer dürften sich viele Investoren fragen, was da schiefgelaufen ist (Stand: 28.01.2019).

Alle Investoren? Nein, nicht alle. Es gibt 3 Investoren (nennen wir sie A, B und C), die zwar Gerry-Weber-Aktien im Depot haben, von der Pleite aber kaum etwas mitbekommen haben dürften.

Investor A ist heiß auf die Modebranche, aber nicht auf alle Modeaktien

Die Aktie von Gerry Weber ist bei Weitem nicht die einzige Aktie mit dem Branchenschwerpunkt Textilien/Bekleidung.

Natürlich lassen sich zu gegebener Zeit immer Gründe finden, warum man nur diese eine Aktie im Depot haben muss. Trotzdem findet Investor A, dass auch andere Mütter schöne Töchter haben.

Somit werden ebenfalls Positionen mit Adidas (WKN:A1EWWW), Hugo Boss (WKN:A1PHFF) und Zalando (WKN:ZAL111) in konservativen Größenordnungen aufgebaut.

Aber warum nur deutsche Aktien? Klar, zu Hause kennt sich Investor A aus wie in seiner Westentasche.

Um nicht dem sogenannten Home Bias (der Heimatmarktneigung) zu verfallen, kommt noch Nike (WKN:866993), Hermes (WKN:886670) und Under Armour (WKN:A0HL4V) mit ins Depot.

Je nachdem, mit wie vielen Unternehmen sich Investor A „herumplagen“ will, kann so leicht eine zweistellige Anzahl namhafter Topaktien aus der Modebranche zusammenkommen. Mir fallen alleine knapp 70 Aktien ein, die ich dieser Branche zurechnen würde.

Ist der Kursverfall der Gerry-Weber-Aktie für Investor A ein Problem? Ich denke, er wird die Pleite von Gerry Weber beim Anblick von Adidas (+138 % in den letzten 5 Jahren), Nike (+124 % in den letzten 5 Jahren) oder Hermes (+117 % in den letzten 5 Jahren) einigermaßen gut verkraften (Stand: 28.01.2019).

Investor B kauft den ganzen Konsumgütermarkt

Investor B hat wenig Lust auf Einzelaktien. Weder auf die Auswahl noch auf die „Pflege“ (sofern man das so nennen will).

Trotzdem möchte er möglichst nah dran sein am Konsumgütermarkt. Biotechnologie? Luft- und Raumfahrt? Nee, lieber nicht.

Kein Problem. Mit einem günstigen und ordentlich sortierten ETF kann sich heutzutage jeder Investor seinen persönlichen Schwerpunkt aus dem Markt heraussezieren.

Gesagt, getan. Nach einer ausgiebigen Recherche erobert sich Investor B einen entsprechenden ETF.

Vielleicht einen ETF, der den STOXX Europe 600 Personal & Household Goods abbildet. Unter den 35 Aktien im Index befinden sich auch Aktien aus dem Modesektor, unter anderem die von Adidas und Hermes (Stand: 28.01.2019).

Angenommen, Gerry Weber wäre Teil des von Investor B erworbenen ETF. Würde die Pleite von Gerry Weber jetzt die Laune von Investor B dem Winterwetter anpassen? Ich denke, da müssten schon 35 Gerry Webers in einem Index zusammenkommen, um diesen Effekt zu haben.

Investor C kauft den ganzen Markt

Bleibt noch Investor C. Der hat mehr Cash als Plan und kauft vielleicht aus purer Faulheit einfach einen ETF, der den SDAX abbildet.

Auch Gerry Weber war mal im SDAX. Damit war es allerdings 2018 vorbei. Im Sinne der kalten, herzlosen Index-Logik rückte einfach ein Ersatzkandidat in den SDAX auf.

Hätte Investor C vor 5 Jahren einen SDAX-ETF gekauft, würde er nun auf einem Plus von 51 % sitzen (Stand: 28.01.2019, abzüglich Gebühren).

Was bedeutet die Pleite von Gerry Weber nun für Investor C? Dem durchschnittlichen SDAX-ETF-Käufer würde ich zutrauen, dass der noch nie etwas von Gerry Weber gehört hat.

Ich lege meine Eier lieber nicht alle in einen Korb

Wozu diese Gedankenspiele? Wen interessiert schon Investor A, B und C?

Ich sehe das wie Schopenhauer. Der sagte: „So hat zum Beispiel mir meine Philosophie nie etwas eingebracht; aber sie hat mir sehr viel erspart.“

In diesem Sinne exerziere ich lieber ein Gedankenspiel zu viel, als später vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Wie der konkret aussehen könnte, lässt sich derzeit an der Aktie von Gerry Weber beobachten.

Aber wer sagt, dass ich nur eine Aktie im Depot haben kann? Wie gezeigt, haben oder hatten wahrscheinlich außerordentlich viele Investoren die Aktie von Gerry Weber über drei Ecken im Depot und stehen jetzt trotzdem nicht allzu schlecht da.

Für mich bedeutet das: Klumpenrisiken vermeiden, Krone richten, weiterkaufen. Am besten mehr als eine Aktie. Wenn nötig via ETF.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Under Armour (A- und C-Aktien). The Motley Fool empfiehlt Nike.