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1 wichtige Sache, die ich aus der Gerry-Weber-Pleite mitnehmen werde

Foto: Getty Images

Gerry Weber (WKN: 330410) ist pleite. Bereits zum Ende der vergangenen Woche verkündete das Management, dass der Modehändler nun nicht mehr liquide sei. Durchaus ein größerer Knall zum Wochenende, wie auch ein Blick auf den Chart des ehemaligen MDAX- und SDAX-Unternehmens offenbart.

Anleger quittierten diese sich bereits abzeichnende Entwicklung mit Abverkäufen von rund 65 % im Tagesverlauf. So weit eigentlich nichts Unübliches für eine derart gewichtige Meldung.

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Als weiterhin lernwilliger, Foolisher Investor überlege ich mir bei solch einschneidenden Ereignissen allerdings immer, was ich aus derart krassen Beispielen mitnehmen möchte. Und hier ist nun mein Take-away-Part speziell bei Gerry Weber sowie eigentlich auch generell in Bezug auf die gesamte sich verändernde Modebranche.

Hüte dich davor, wenn der Megatrend in eine andere Richtung zeigt

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass der Einzelhandel generell und der stationäre Einzelhandel im Modebereich speziell ein wenig in der Klemme stecken. In den Charts der Aktien von H&M und Hugo Boss zeichnen sich ebenfalls gravierende Krater ab, die durchaus für so manche operativen Probleme in der Vergangenheit einstehen. Die neueste Entwicklung bei Gerry Weber bildet daher nur den vorläufigen Höhepunkt einer sich womöglich schon länger abzeichnenden Entwicklung.

Wenn du mich fragst, dürften all diese Chart-Krater sowie die jüngste Pleite von Gerry Weber jedoch inzwischen keine Einzelbeispiele mehr sein, sondern eher eine übergeordnete Entwicklung. Oder man könnte auch sagen, ein Megatrend.

Denn seitdem vermehrt auch internetaffine Unternehmen wie beispielsweise Zalando in diesem Bereich zu operieren begannen, ging es mit dem stationären Modehandel – und all den hiesigen Vertretern – signifikant bergab. Was womöglich auf das fortschrittlichere Geschäftsmodell der E-Commerce-Akteure zurückzuführen ist, das vornehmlich auf weniger kostenintensive Einzelläden, weniger Personal und somit weniger finanziellem Aufwand fußt. Mieten, Personal und die notwendige Logistik, um die einzelnen Verkaufsstandorte zu beliefern, erfordert ja schließlich etwas mehr Mühe, als lediglich den Logistik-, Verkaufs- und Präsentationsprozess zentral von einem oder mehreren größeren Standorten und Vertriebszentren aus zu koordinieren.

Wenn du mich fragst, sollte man sich als Investor eines älteren Geschäftsmodells generell stets davor hüten, dass neuere, innovativere Geschäftsentwicklungen aufkommen. Und es könnte derzeit durchaus sein, dass der Modebereich ein solcher Fall ist, der gegenwärtig und auch zukünftig weiterhin vom innovativeren, wachsenden und aufstrebenden E-Commerce-Zug überrollt wird.

Dem Modehandel dürften weiterhin schwierige Zeiten bevorstehen

Ich persönlich sehe die Gerry-Weber-Aktie daher gewissermaßen als Mahnmal an. Der stationäre Einzelhandel könnte möglicherweise vermehrt zu einem Auslaufmodell heranreifen, das konsequent vom neuen, innovativeren E-Commerce ernsthaft bedroht wird. Und Gerry Weber dürfte in einem solchen Szenario lediglich ein weiteres Opfer sein, das dieser Entwicklung nun zum Opfer gefallen ist. Tendenz, sofern sich meine Gedankenspiele bestätigen sollten, natürlich weiter steigend.

Sicher, natürlich dürften auch noch andere Entwicklungen letztlich zur Insolvenz bei diesem speziellen ehemals modeaffinen Einzelhändler geführt haben. Doch da auch andere Akteure aus dem Modebereich in letzter Zeit wenig gute Gründe zur Freude hatten, sondern öfter mal ins Straucheln kamen, bleibe ich diesem Bereich mit dem fraglichen Zukunftsszenario lieber weiterhin fern.

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Vincent besitzt Aktien von H&M. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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