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Wie Schaeffler, Conti und Valeo von Daimlers Ausstieg beim E-Motorenbau profitieren

Noch ist der Absatz von elektrifizierten Autos recht überschaubar bei Daimler (WKN:710000). Die gemeinsam mit Bosch hochgezogene Serienfertigung war bisher ausreichend. Aber im Laufe der nächsten Jahre dürfte das Volumen der verbauten Elektromotoren dramatisch zunehmen und Daimler hat sich dafür entschieden, auch bei anderen Lieferanten wie Schaeffler (WKN:SHA015), Continental (WKN:543900) oder Valeo (WKN:854052) einkaufen zu wollen – ausgezeichnete Nachrichten für Aktionäre.

Make or Buy?

Die große Frage, die sich jeder Automobilhersteller immer wieder stellt, lautet „Make or Buy?“, also selber machen oder zukaufen. Genauso wie bei der Batterie ist dieser Punkt auch beim Antriebsstrang höchst umstritten. Beim Verbrennungsmotor hatten die deutschen Autobauer immer das Selbstbewusstsein, dass sie stets die allerfeinste Ingenieurstechnik implementieren können.

Bei der Elektromaschine sieht das etwas anders aus. Dort gibt es etablierte Spezialisten, die auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken können. Dazu gehört auch die Bosch-Gruppe, die sowohl bei industriellen Antriebssträngen als auch bei Motorsystemen für E-Bikes eine sehr starke Stellung innehat. Es war daher sinnvoll für Daimler, eine Spätzle-Connection zu gründen, um das gemeinsame Know-how zusammenzuführen.

Noch bevor es richtig losgeht mit der Elektromobilität, wird Bosch jedoch die Joint-Venture-Anteile von Daimler übernehmen.

Mehr Unabhängigkeit tut beiden gut

Bosch verschafft sich damit wieder die erforderliche Unabhängigkeit, um bei der Neukundenakquise bessere Chancen zu haben. Das ergibt Sinn, wenn man bedenkt, dass nun weit über 100 Fahrzeugmarken in den Markt drängen, die meisten davon ohne ausreichendes Know-how im Bereich der Antriebstechnik.

Aber auch Daimler bringt sich in eine unabhängigere Position. Die unter dem Label „EM-motive“ gefertigten Systeme gehören sicherlich zum Besten, was auf dem Markt verfügbar ist. Aber werden sie immer für jedes Modell erste Wahl sein? Vermutlich nicht, denn immerhin hat der Hersteller Fahrzeuge vom kleinen Smart über luxuriöse Sportwagen bis hin zum Mining-Truck im Programm. Da stehen die Chancen gut, dass ein Konkurrent im Einzelfall etwas bieten kann, dessen Spezifikationen und Preis überlegen sind.

Gute Nachrichten für Conti, Schaeffler & Co.

Wenn sich die großen Autobauer, wie etwa von den Gewerkschaften gewünscht, alle darauf versteift hätten, elektrische Antriebsstränge intern zu entwickeln und zu fertigen, dann wären die Zulieferer in diesem Bereich auf Nischenmärkte hinausgedrängt worden. Oder noch schlimmer: Sie wären geradezu gezwungen worden, konkurrierende Start-ups tatkräftig dabei zu unterstützen, ihre Produktion von Elektromodellen hochzufahren.

Das wäre aber nicht optimal für die Entwicklung der Elektromobilität, denn letztlich würden kurz- bis mittelfristig weder Hersteller noch Zulieferer auf die notwendigen Volumina kommen, um die Fertigungskosten nach unten zu treiben. Wenn sich Daimlers Strategie, primär auf den Bezug am Markt zu setzen, branchenweit durchsetzt, dann könnte es darauf hinauslaufen, dass eine Handvoll Spezialisten in Volumensegmenten die Vorherrschaft übernimmt.

Zu den aussichtsreichen Kandidaten gehören neben Bosch auch die börsennotierten Valeo, Schaeffler und Continental. Sie dürfen auf schnell wachsende Milliardenumsätze hoffen und bringen jeweils unterschiedliche Stärken ein. Wo etwa Conti besonders gut bei der Verbindung von Antrieb und Elektronik ist, kann Schaeffler bei der Integration zwischen Achse und Motor punkten sowie auf sein überaus erfolgreiches Engagement bei der Formula-E-Rennserie verweisen. An der Seite von Audi fahren dort in der laufenden Saison gleich vier Autos regelmäßig um den Sieg.

Zulieferer im Aufwind

Es wurde viel darüber diskutiert, wie gut die oft ganz schön stark vom Verbrenner abhängigen Zulieferer den Branchenwandel bestehen werden – und diese Diskussion ist noch keineswegs beendet. Aber der aus meiner Sicht richtige Schritt von Daimler ist für mich ein weiteres Zeichen, dass der Wandel auch außergewöhnliche Chancen bietet, um ein größeres Stück vom Wertschöpfungskuchen abzubekommen.

Wichtig zu wissen ist dabei, dass es nicht nur um rein elektrische Fahrzeuge geht. Beispielsweise dürften die Stückzahlen bei 48-Volt-Hybriden mit Bremsenergierückgewinnung schon sehr bald nach oben schießen.

Bleibt die Frage nach den Marktanteilen. Denn erstens setzen diverse Autohersteller weiterhin auf eine interne E-Motorfertigung und zweitens gibt es weltweit zahlreiche Lieferanten. Allerdings ist es die eine Sache, den Motor zu liefern, und eine ganz andere, die komplette Systemkompetenz zu besitzen, um die Kraft optimal zu den Rädern zu bringen und das Zusammenspiel mit Batterie und Bordelektronik zu beherrschen. Deshalb sehe ich die Aussichten von Valeo, Schaeffler und Continental positiv.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Schaeffler und partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Continental und Valeo. The Motley Fool empfiehlt Daimler.