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Allianz-Tochter drängt in Wachstumsbereich: Was das für die Aktie und den DAX-Vertreter Münchener Rück bedeutet

Foto: Getty Images

Für die Allianz (WKN: 840400) scheint es gegenwärtig gut zu laufen. Kurz vor dem Jahreswechsel verkündete der Münchener Versicherer unter anderem, dass er in den kommenden drei Jahren auch weiterhin mit einem moderaten Wachstum in einer Größenordnung von 4 % pro Jahr rechnet. Zudem scheinen die Ergebnisse für die ersten neun Monate des vergangenen Börsenjahrs auch weiterhin recht rekordverdächtig zu sein. Die Investoren haben daher derzeit wenig Grund zu klagen.

Und wie die Allianz nun vermeldete, könnte eine nicht unwichtige Tochtergesellschaft der Allianz in einen interessanten, etwas spekulativen, jedoch insgesamte renditeträchtigen Wachstumsmarkt vordringen.

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Schauen wir daher mal, was das für die Allianz bedeutet und wieso auch die Münchener Rück (WKN: 843002) möglicherweise von diesem Schritt betroffen sein könnte.

PIMCO steigt in Katastrophenanleihen ein

Genau genommen geht es bei diesem Schritt um die vermögensverwaltende Tochtergesellschaft der Allianz, und zwar PIMCO. Das finanzverwaltende Unternehmen der Allianz möchte künftig auch in das Geschäft mit Katastrophenanleihen sowie sonstigen verbrieften Versicherungsprodukten einsteigen.

Das für gewöhnlich eher auf festverzinsliche Wertpapiere spezialisierte Fondshaus möchte mit diesem Schritt weiter in den Markt für alternative Anlagen vordringen. Dieses Segment wird in letzter Zeit von vielen Investoren geschätzt, weil die hier vorhandenen Produkte nicht von den Marktzinsen abhängig sind, sondern regelmäßig noch attraktive Renditen abwerfen können. Es scheint daher insgesamt, als suche PIMCO gegenwärtig nach einer Möglichkeit, das eigene Geschäft ein wenig anzukurbeln.

Ganz konkret werden bei derartigen Anleihen übrigens Großschadensereignisse sowie sogenannte Insurance-linked Securities abgewickelt. Unter letzterem Begriff verbirgt sich beispielsweise die dahin gehende Versicherung, dass zwei ziemlich genau definierte Großschadensereignisse zeitgleich eintreffen, die die Versicherer normalerweise vor Herausforderungen stellen würden, dann jedoch in der Folge von dem Anleihegeber bedient würden. Gewissermaßen hat dieser Bereich daher auch etwas mit der Rückversicherungsbranche gemein.

Kommen wir nun noch auf die Münchener Rück zu sprechen

Und genau das ist übrigens auch der Punkt, wo die Allianz-Tochter PIMCO den Geschäftsbereich des zweiten DAX-Versicherers Münchener Rück tangieren könnte. Mit dem Eintritt in die Großschadensabsicherung dürfte die Allianz-Tochter PIMCO nämlich gewissermaßen in Konkurrenz zum weltweit größten Rückversicherer treten. Und selbstverständlich auch zu allen weiteren Vertretern der Rückversicherungsbranche.

Schon in den vergangenen Jahren haben branchenfremde Investoren und Hedgefonds auf der Suche nach Rendite versucht, in den Bereich der Großschadensversicherung einzusteigen, und so den etablierten Anbietern Konkurrenz gemacht. Zeitweise schien es daher, als würden die Ergebnisse der Münchener Rück durch eine solche Entwicklung in Mitleidenschaft gezogen, da durch das Überangebot an Absicherungspolicen Risiken nicht mehr adäquat versichert werden konnten.

Da sich viele externe Geldgeber jedoch in diesem Markt häufig die Pfoten verbrannt haben, schien dieses Risiko in den vergangenen Monaten nicht mehr ganz so akut. Es könnte allerdings sein, dass dieses Thema durch den Markteinstieg des Vermögensverwalters PIMCO nun wieder ein wenig aktueller wird.

Des einen Freud, des anderen Leid?

Doch fürs Erste dürfte sich natürlich auch weiterhin anbieten, einfach die Füße stillzuhalten. Denn derzeit bleibt abzuwarten, welche Chancen das Großschadensanleihegeschäft für PIMCO und die Allianz haben wird und inwiefern der Rückversicherungsmarkt möglicherweise erneut ins Wanken gerät.

Dennoch könnte es sich lohnen, diese Entwicklung im Auge zu behalten. Sowohl für die Aktionäre der Allianz, die vielleicht auf ein Quäntchen mehr Wachstum in den kommenden Jahren hoffen dürften, als auch für die Investoren der Münchener Rück, denen die neue Konkurrenz gar nicht schmecken dürfte.

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Vincent besitzt Aktien der Allianz und der Münchener Rück. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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