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AKTIV oder doch lieber PASSIV investieren?

Seit jeher existiert eine Diskussion darüber, ob aktives und passives Investieren sinnvoller ist. Während viele Wissenschaftler wie Harry Markowitz die These vertreten, dass der breite Markt nicht zu schlagen ist, sind Value-Investoren wie Warren Buffett genau entgegengesetzter Meinung. Was ist also richtig und welcher Ansatz ist für welchen Anleger geeignet?

Überdurchschnittliche Renditen sind möglich, aber selten

Zwar gelingt es den wenigsten Fondsmanagern (2001–2016 in den USA: 29 %), den breiten Markt zu übertreffen, aber es ist aus einer ganz einfachen Überlegung heraus möglich.

Nehmen wir den S&P-500-Index als Beispiel für den breiten Markt. In ihm befinden sich 500 Unternehmen, die alle bestimmte Eigenschaften und Charaktere besitzen. Sortiert man diese nun nach den für die Börse relevanten Eigenschaften, wird deutlich, dass nicht alle Unternehmen gleich sind.

Einige schrumpfen, weisen geringe Kapitalrenditen auf oder sind schon sehr viel teurer als der Durchschnitt. Andere wiederum scheinen ohne Mühe und große Investitionen den Gewinn Jahr für Jahr zu steigern oder sie besitzen eine fast monopolartige Marktstellung.

Ja, und genau diese Kriterien machen den Unterschied. Nun könntest du sagen: „Gut, dies sind Vergangenheitsbetrachtungen. Es ist nicht garantiert, dass sich diese Entwicklung so fortsetzt.“ Das ist richtig, aber in der Regel bleiben gute Unternehmen auch zukünftig überdurchschnittlich und schlechte Geschäfte auch meist schlecht.

So waren die Deutsche Bank (WKN: 514000)-Aktie oder die Daimler (WKN: 710000)-Aktie noch nie ein überdurchschnittliches Investment. Die Amazon (WKN: 906866)-Aktie oder die Fresenius (WKN: 578560)-Aktie hingegen waren von Anfang an fundamental überdurchschnittlich (heute ist Amazon zu teuer).

Auch wenn du sie erst zehn Jahre nach dem Börsengang gekauft hättest, wären sie in der Folgezeit überdurchschnittlich geblieben. Die meisten Anleger hoffen hingegen immer wieder auf ein Wunder oder auf ein starkes Comeback und verlieren so wertvolle Zeit.

Was für passives Investieren spricht

Frauen schneiden an der Börse in der Regel besser ab als Männer. Warum ist das so? Es liegt daran, dass sie weniger Testosteron besitzen und deshalb weniger aggressiv vorgehen. Sie überlegen gut und halten ihre Aktien oder Fonds dann langfristig.

Männer tendieren im Durchschnitt eher zu häufigen Transaktionen, die schon allein aufgrund der Kosten die Rendite mindern. Egal, ob man nun also versucht den Markt zu übertreffen oder nicht: Ruhiges Investieren ist besser als hektisches Hin und Her.

Zum passiven Investieren benötigst du kein großes Fachwissen. Es ist für jeden umsetzbar und langfristig durchzuhalten. Zudem kannst du, wenn du Indexfonds kaufst, fast nie schlechter als der Markt abschneiden. Damit bist du schon besser als 71 % aller hochprofessionellen Fondsmanager.

Wenn du zudem noch über alle Regionen der Welt gleichmäßig streust, kannst du sogar mit passivem Investieren über lange Zeit jeden einzelnen Index übertreffen. Einzige Voraussetzung ist die Fähigkeit, Schwankungen auszuhalten und durchzustehen.

Für wen aktives Investieren besser geeignet ist

Die Antwort ist sehr einfach: Wenn man eine Methode entwickelt hat, die nachweislich über viele Jahre besser abschneidet als der breite Markt, man sie vollkommen durchdrungen hat und sich damit wohlfühlt, sollte man aktiv investieren. In der Regel sind aber auch dies eher ruhige Strategien, mit wenigen Transaktionen und langfristiger Ausrichtung. Kurzfristhändler fahren hingegen auf lange Sicht meistens Verluste ein.

Foolishes Fazit

Du siehst: Beide Methoden können zum Erfolg führen. Warren Buffett rät den meisten Anlegern zum passiven Investieren über ETFs und zu einer breiten Streuung, weil den meisten Menschen die Zeit und das Interesse an der Börse fehlen. Dass dies nicht weniger Rendite bedeutet, zeigt der Vergleich mit den aktiven Fondsmanagern.

Die erfolgreiche Selektion einzelner Aktien gelingt selbst den wenigsten Börsenprofis. Wer sich aber seiner Sache sicher ist und beweisen kann, dass seine Strategie über viele Jahre hinweg funktioniert hat, für den wäre passives Investieren auch ein Fehler. Wie Peter Lynch sagt: „Du musst dir selber gut begründet erklären können, warum du eine Aktie kaufen willst (oder eine Strategie anwenden willst).“

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon. The Motley Fool empfiehlt Daimler und Fresenius.