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Warum man die STEINHOFF-Aktie weiterhin MEIDEN sollte

Foto: Getty Images

Vor seinem Niedergang war Steinhoff (WKN: A14XB9) der zweitgrößte Möbelhändler Europas. Aber dass selbst Aktien von großen renommierten Firmen wertlos werden können, zeigen auch schon viele andere Beispiele aus der Vergangenheit.

Du erinnerst dich sicherlich noch an Enron (einst einer der größten Energiekonzerne der USA), Stratton Oakmont (damals einer der größten Börsenmakler der USA) oder Worldcom (mit 165 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung einst eine der größten amerikanischen Telekommunikationsfirmen). Ähnlich wie bei Steinhoff hatten auch diese Firmen ihre Bilanzen manipuliert und gingen in der Folge in die Insolvenz oder wurden teilweise von anderen Firmen übernommen.

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Viele Anleger hoffen auch heute noch auf ein Comeback bei Steinhoff, aber meist enden derartige Fälle in der Auflösung. Aus den folgenden Gründen sollte man die Aktie weiterhin meiden.

Auch aktuell keine geprüften Abschlüsse

Die Steinhoff-Aktie ist seit Dezember 2017 um 96 % gefallen (17.01.2019), weil bekannt wurde, dass die Bilanzen gefälscht wurden. Auch wenn das Unternehmen in über 30 Ländern über 40 bekannte Marken, über 130.000 Mitarbeiter und etwa 12.000 Geschäfte besitzt und nach ungeprüften Berichten allein in den ersten drei Quartalen 2018 12,9 Mrd. Euro Umsatz erzielte (damit real existiert und Substanz besitzt), sind Bilanzfälschungen für Investoren ein rotes Tuch.

Auch heute gibt es keine belastbaren Abschlüsse und Zahlen. Und solange diese nicht veröffentlicht werden können, wird auch kein Investor die Aktie kaufen. Nach Angaben des Unternehmens werden erst im April 2019 die geprüften Berichte für 2017 und 2018 vorgelegt.

Wiederherstellung des Vertrauens fraglich

Um wieder Vertrauen in die Gesellschaft herzustellen, bedarf es eines kompletten Austauschs der Geschäftsführung und einer Trennung von der Familie Steinhoff, was zum Teil schon geschehen ist. So wurde nun der mit der Sanierung beauftragte Jurist Louis du Preez auch als Vorstandsvorsitzender eingesetzt.

Aber eine Familienangehörige Angela Krüger-Steinhoff sitzt immer noch im Aufsichtsrat. Mittlerweile wurden noch mehr Betrugsfälle der Familie Steinhoff aufgedeckt, so dass weitere Klagen wahrscheinlich sind. Die berühmten Panama-Papers haben offengelegt, dass die Steinhoffs sogenannte Offshore-Gesellschaften besitzen, über die sie sich wahrscheinlich über Jahrzehnte am eigenen Unternehmen bereichert haben. Hier wird man aber erst die Ergebnisse abwarten müssen.

Vieles ist noch unsicher

Insgesamt hat das Unternehmen durch seine Gläubiger drei Jahre Zeit für seine Sanierung erhalten. Aktuell geht es vor allem darum, Steinhoffs Zahlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten und den Gläubigern ein schlüssiges Konzept vorzulegen. Nur, wenn sich diese mit Abschreibungen zufrieden geben, kann die Sanierung gelingen. Derzeit hat aber beispielsweise ein Gläubiger (LSW GmbH) Klage gegen Steinhoff eingereicht und blockiert so die Umschichtung der Schulden. Dieser Prozess ist also noch nicht abgeschlossen.

Möglich sind auch eine Auflösung des Unternehmens und der Verkauf einiger Tochtergesellschaften an andere Investoren, wie es mit der Einrichtungskette Poco Domäne bereits geschehen ist. Wahrscheinlich wäre dies sogar die beste Lösung, um wieder volles Vertrauen herzustellen.

Foolishes Fazit

Die Aktie wird zwar immer noch an der deutschen Börse gehandelt, ist aber mit mittlerweile 0,1175 Euro (17.01.2019) eher etwas für Spekulanten. Es existieren weiterhin keine belastbaren Zahlen, so dass keine Bewertung möglich ist. Aktuell ist noch keine Besserung oder eine finale Lösung erkennbar und viele Fragen sind noch offen. Zudem ist die Familie Steinhoff immer noch mit dem Unternehmen verknüpft. Investoren warten deshalb weiterhin gespannt ab.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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