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Coca-Cola ist ein Tech-Unternehmen

Foto: Coca-Cola

Da die amerikanischen Technologiegiganten AppleAmazon, Alphabet, Facebook und Microsoft heute zu den wertvollsten Unternehmen der Welt gehören, und geduldige Anleger reich belohnt haben, sind Technologieaktien in aller Munde. Viele sind auf der Suche nach dem nächsten Netflix. Einige bleiben Technologieaktien aber lieber fern, weil sie ihnen zu volatil und riskant sind.

Was aber letztendlich eine Technologieaktie ist, liegt im Auge des Betrachters. Je mehr man über Technologie nachdenkt, desto weniger eindeutig erscheint die Zuordnung. Das Kerngeschäftsmodell von Amazon ist es, Versandhandel über das Internet zu organisieren. Das macht Quelle aber auch seit einigen Jahren so. Mittlerweile arbeitet eigentlich jeder Versandhändler über eine Internetplattform. Insofern könnte man sagen, dass Amazon gar nicht als Technologieunternehmen groß geworden ist, schließlich hat es – zumindest anfangs – sein Geld nicht über Technologie verdient und auch keine neuen Technologien entwickelt.

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Was man als Technologie wahrnimmt und der Technologiebranche zuordnet, ändert sich mit dem Lauf der Zeit. In vieler Hinsicht ist auch Coca-Cola, Liebling vieler Value-Investoren und Technologieaktienskeptiker, ein Tech-Unternehmen. Das Unternehmen wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Atlanta gegründet und war für sein Wachstum, ähnlich wie Amazon, auf bahnbrechende neue Technologien angewiesen. Zwei waren besonders wichtig:

1. Abfülltechnik

Coca-Cola beginnt auf seiner Internetseite das Kapitel über die Geschichte der Flaschenabfüllung mit den folgenden Worten:

    „Coca-Cola® wurde 1886 als Sodabrunnen-Getränk ins Leben gerufen und kostete damals fünf Cent pro Glas. Das frühe Wachstum war beeindruckend, aber erst nachdem ein leistungsfähiges Flaschen-Abfüllsystem entwickelt wurde, entwickelte sich Coca-Cola zu der weltbekannten Marke, die es heute ist.“

Erst die großen Fortschritte, die Anfang des 20. Jahrhunderts bei der Abfülltechnik gemacht wurden, ermöglichten es Coca-Cola nicht nur in ausgeschenkter Form verkauft zu werden. Ende der 1920er Jahre waren Flaschen bereits die Hauptverkaufsart, was die Grundlage für eine anhaltende und weltweite Expansion war.

Saubere und abgefüllte Getränke, die komplett dicht sind, sind für uns heute selbstverständlich, aber einst war das eine neue Technologie. Heute genießt Coca-Cola in vielen Entwicklungsländern vor allem deswegen einen sehr guten Ruf, weil deren Produkte verlässlich keimfrei abgefüllt sind.

2. Kühltechnik

Auch wenn die Coca-Cola-Flasche noch so schön und sauber abgefüllt ist, warm schmeckt ihr Inhalt nicht wirklich. Deswegen war die Entwicklung der Kühltechnik ein wichtiger Wegbereiter für den Erfolg des braunen Getränks.

Carl von Linde erfand den ersten praktischen Kühlschrank. In den 1920er Jahren begann die Massenproduktion von Kühlschränken für den Heimbedarf. Heute hat in den meisten Ländern auch die entfernteste Provinztankstelle einen Kühlschrank.

Im Zeitverlauf und bei der genaueren Analyse von Geschäftsmodellen verschwimmt der Begriff „Technologie“. Ist Amazon oder Quelle ein Technologieunternehmen? Oder beide? Oder keines? Ist Coca-Cola eines? Was ist mit Linde?

Anleger sollten nicht in zu festen Kategorien denken. Technologie ist nicht das, was an der Börse zählt, sondern ob ein Geschäftsmodell funktioniert oder nicht, und wie eine Aktie bewertet ist.

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Offenlegung: Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien), Amazon, Apple, Facebook und Netflix. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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