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Berkshire : Die Position in Apple ist 21,6 Mrd. US-Dollar weniger wert und warum Warren Buffett das wahrscheinlich nicht kümmert

Seit dem Höchststand von mehr als 233 US-Dollar Mitte 2018 hat Apple (WKN:865985) etwa 37 % seines Wertes verloren und ist tief in den Bärenmarkt gefallen. Mit 252,5 Mio. Aktien im Aktienportfolio bedeutet dies, dass die Investition von Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2) 21,6 Mrd. US-Dollar verloren hat – zumindest auf dem Papier.

Das ist eine ordentliche Summe, auch im Zusammenhang mit Berkshire. Wenn du jedoch denkst, dass Warren Buffett sich Sorgen um seine Investition macht, dann überleg dir das nochmal genau – denn das genaue Gegenteil ist wahrscheinlich der Fall.

Berkshires Apple-Investition

Apple erschien erstmals Anfang 2016 im Aktienportfolio von Berkshire Hathaway. Der ursprüngliche Kauf umfasste etwa 9,8 Mio. Aktien und hatte zu diesem Zeitpunkt einen Wert von etwa einer Milliarde US-Dollar – relativ wenig für eine Berkshire-Investition. Außerdem kam der ursprüngliche Kauf überhaupt nicht von Buffett. Einer seiner Bevollmächtigten, Ted Weschler oder Todd Combs, war zunächst dafür verantwortlich. Bereits im nächsten Quartal fügte Berkshire weitere 5,42 Mio. Aktien zu seiner Position hinzu.

Seitdem wurde der Anteil von Berkshire in fast jedem Quartal erhöht – einschließlich der letzten acht in Folge – und selbst nach dem jüngsten Rückgang ist Apple die mit Abstand größte Aktienposition im Portfolio des Unternehmens.

Quartal zusätzlich gekaufte Apple-Anteile Gesame Position
4Q 2016 42.131.950 57.359.652
1Q 2017 71.997.454 129.357.106
2Q 2017 834.854 130.191.960
3Q 2017 3.900.822 134.092.782
4Q 2017 31.241.180 165.333.962
1Q 2018 74.233.671 239.567.633
2Q 2018 12.388.244 251.955.877
3Q 2018 522.902 252.478.779

DATENQUELLE: BERKSHIRE HATHAWAY 13-F ANGABEN

Warum Buffett so viel Geld in Apple investiert hat

Apple hat ein paar Eigenschaften, die Buffett liebt. Er hat großen Respekt vor CEO Tim Cook, das Unternehmen hat Tonnen von Bargeld und es generiert weiterhin jede Menge freien Cashflow, um nur einige Punkte zu nennen. Außerdem kauft Apple jede Menge Aktien zurück, eine Strategie, die Buffett liebt, wenn er glaubt, dass ein Unternehmen billiger gehandelt wird, als es seinem tatsächlichen Wert entspricht.

Und Buffett liebt Apples Geschäftsmodell. Das Unternehmen verfügt über einen bemerkenswert loyalen Kundenstamm und es hat sich als äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich erwiesen, ihm Marktanteile abzujagen. Da das Servicegeschäft von Apple (Apple Music etc.) weiter wächst, sollte dieser Wettbewerbsvorteil sich zukünftig noch besser auszahlen.

Ebenso wichtig war, dass Buffett nicht in Apple investierte, weil er dachte, dass sich das iPhone XS verkaufen würde, oder  dass die Weihnachtssaison besonders gut ausfallen würde, oder weil sich die Produkte von Apple in China so gut verkaufen lassen würden, obwohl ein Handelskrieg tobt: „Niemand kauft eine Farm, weil er denkt, dass es nächstes Jahr regnen wird“, sagte Buffett CNBC letztes Jahr. „Man kauft sie, weil man denkt, dass sie auch noch in 10 oder 20 Jahren eine gute Investition ist.“

Mit anderen Worten: Buffett ist es wirklich egal, wie hoch die Verkaufszahlen von Apple für ein bestimmtes Quartal (oder auch ein Jahr) sind. Solange das Unternehmen seinen Marktanteil und seine Wettbewerbsvorteile aufrechterhält, ist die langfristige These für die Aktie intakt.

Buffett liebt Situationen wie diese

Natürlich genießt es niemand, wenn der Wert seiner Investitionen sinkt. Aber Warren Buffett hat es in früheren Zeiten immer gut gefunden, wenn eine Kombination aus zwei spezifischen Dingen passiert ist: Eine Aktie, die er liebt, wird zu Schnäppchenpreisen gehandelt und Berkshire hat Tonnen von Bargeld zur Verfügung. Beides trifft jetzt zu: So hatte Berkshire am Ende des dritten Quartals mehr als 100 Mrd. US-Dollar in bar, das sind etwa 80 Mrd. US-Dollar mehr, als Buffett generell in der Kasse haben will.

Noch wissen wir nicht, was Buffett und sein Team während des volatilen vierten Quartals getrieben haben, aber ich wäre äußerst überrascht, wenn es sich nicht als ihr aktivstes Quartal 2018 in Bezug auf Aktienkäufe herausstellen würde. Und ich wäre auch überrascht, wenn Buffett nicht seinen Anteil an Apple zu diesen niedrigen Preisen erhöht hätte.

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Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und am 08.01.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt diese. The Motley Fool hat folgende Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

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