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Was ist eine Unternehmensanleihe?

Ein diversifiziertes Portfolio enthält eine Vielzahl von Vermögenswerten, einschließlich Aktien und Anleihen. Anleihen sind zwar nicht unbedingt die lukrativste Investition, aber was ihnen an höheren Renditen fehlt, machen sie durch Stabilität wett.

Der Anleihenmarkt setzt sich tatsächlich aus verschiedenen Arten von Anleihen zusammen. Es gibt Schatzanweisungen der US-Regierung, Kommunalanleihen von Staaten, Städten und Landkreisen und Unternehmensanleihen von — richtig geraten — Unternehmen, die sich Kapital beschaffen wollen. Hier werden wir einen tiefen Einblick in Unternehmensanleihen geben, um dir zu helfen festzustellen, ob sie für dich geeignet sind. Wir werden die wichtigsten Begriffe, die man kennen muss, wie Fälligkeitstermine, Zinssätze und Bonitäten, durchgehen, damit du verstehst, wie Unternehmensanleihen funktionieren. Wir zeigen dir auch, wie du Anleihen von Fall zu Fall bewerten und eine Anlagestrategie entwickeln kannst.

Wie funktionieren Unternehmensanleihen?

Eine Anleihe ist ein Schuldtitel, der von einem Unternehmen ausgegeben wird, um Geld zu beschaffen. Im Falle einer Unternehmensanleihe handelt es sich bei dem betreffenden Unternehmen um eines, das aus einer Vielzahl von Gründen Kapital aufnehmen möchte, sei es zur Erweiterung, Modernisierung von Anlagen oder für Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Der beste Weg, über Unternehmensanleihen aus Sicht der Investoren nachzudenken, ist, sie mit einem Schuldschein zu vergleichen. Wenn du Anleihen kaufst, leihst du im Wesentlichen einem Unternehmen Geld für einen vorbestimmten Zeitraum, bekannt als die Laufzeit einer Anleihe. Dieser Zeitraum kann zwei Jahre, fünf Jahre oder zehn Jahre betragen, je nach individuellen Bedürfnissen. Das Unternehmen wiederum verpflichtet sich, dir einen bestimmten Betrag an Zinsen für dieses Darlehen zu zahlen und dann deine anfängliche Investition oder dein Kapital zurückzuzahlen, sobald die Anleihe am Ende der Laufzeit ausläuft oder fällig wird.

Zum Beispiel kannst du eine 10-jährige, 20.000-US-Dollar-Anleihe kaufen, die 3 % Zinsen zahlt. Das Unternehmen, das diese Anleihe ausgibt, verspricht wiederum, dir alle sechs Monate Zinsen auf diese 20.000 US-Dollar zu zahlen und dir nach 10 Jahren deine 20.000 US-Dollar zurückzuzahlen.

Warum werden Zahlungen für Unternehmensanleihen halbjährlich geleistet? Früher mussten die Anleihegläubiger tatsächlich die physischen Coupons der ursprünglichen Anleihezertifikate einreichen, um die ihnen zustehenden Zinszahlungen zu kassieren. Diesen Prozess auf monatlicher Basis durchzuführen, wäre mühsam, aber ein ganzes Jahr zu warten, würde zu einer langen Verzögerung der Zinszahlungen führen. Daher schienen halbjährliche Zahlungen damals sinnvoll, und der Usus hat sich seitdem fortgesetzt, obwohl die Zinszahlung inzwischen digitalisiert wurde.

Dieses Beispiel ist jedoch eine grundlegende Darstellung der Funktionsweise von Unternehmensanleihen. Wenn du Unternehmensanleihen kaufst, wirst du normalerweise einen festen Zinssatz haben, und du wirst jährlich die gleiche Zinszahlung (bekannt als Kuponzahlung) erhalten, bis deine Anleihe fällig wird. Einige Anleihen funktionieren jedoch unterschiedlich.

Variabel verzinsliche Anleihen sind Anleihen mit variablen Zinssätzen, die sich auf der Grundlage externer Richtwerte wie dem U.S. Treasury Bill Rate oder LIBOR (kurz für London Inter-bank Offered Rate — der Zinssatz, den Weltbanken heranziehen, wenn sie sich gegenseitig Zinsen für kurzfristige Kredite berechnen) ändern. Variabel verzinsliche Anleihen werden in der Regel von Unternehmen ausgegeben, die unter Investment Grade oder “Junk”-Status fallen. Das bedeutet, dass ihre Bonität außergewöhnlich niedrig ist und sie daher als risikoreichere Anlage angesehen werden.

Es gibt auch Nullkupon-Anleihen, die nicht verzinst werden. Diese kauft man unter dem Nennwert (d. h. dem Betrag, den der Emittent zur endgültigen Rückzahlung verspricht) und erhält nach der Fälligkeit ihren vollen Wert. Zum Beispiel könntest du für eine Nullkupon-Anleihe im Wert von 5.000 US-Dollar nur 4.000 US-Dollar zahlen, aber 5.000 US-Dollar dafür bekommen, sobald sie fällig wird.

Dann gibt es noch Wandelanleihen. Diese funktionieren wie normale festverzinsliche Anleihen, indem sie regelmäßig Zinsen zahlen, nur mit der Option, in Aktien umgewandelt zu werden (daher der Name). Der Vorteil von Wandelanleihen besteht darin, dass bei steigenden Aktienkursen auch die Werte der Anleihen steigen. Gleichzeitig hast du bei fallenden Aktienkursen die Möglichkeit, deine Anleihen bis zur Fälligkeit zu halten und dein Kapital zurückzubekommen. Allerdings können Wandelanleihen schwer zu bekommen sein, da nicht alle Unternehmen sie ausgeben. Da sie außerdem die Flexibilität bieten, in Aktien umgewandelt zu werden, sind ihre Zinsen oder Coupons im Allgemeinen niedriger als bei einer festverzinslichen Unternehmensanleihe.

Wie kauft man Unternehmensanleihen?

Da Aktien an öffentlichen Börsen gehandelt werden, sind sie ziemlich einfach zu kaufen und zu verkaufen. Unternehmensanleihen hingegen werden nicht öffentlich gehandelt. Vielmehr bekommt man sie Over-the-Counter, was bedeutet, dass sie über einen Dritten gekauft werden, wie ein Broker. Als solches kann es schwierig sein, festzustellen, ob du einen fairen Preis für die Anleihen erhältst. Es ist nicht illegal,wenn dir ein Broker eine Anleihe über ihrem Nennwert verkauft, oder zu einem viel höheren Preis als der aktuelle Kurs ist.

Die gute Nachricht ist, dass die Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) den Anleihenmarkt so reguliert, dass die Transaktionspreise den Investoren irgendwann zur Verfügung stehen. Diese Informationen sind jedoch nicht immer so aktuell, wie sie sein könnten.

Nichts davon ist ein Grund, keine Unternehmensanleihen zu kaufen. Als Investor solltest du das jedoch wissen. Es spricht auch für die Bedeutung der Zusammenarbeit mit einem Broker, dem du vertrauen kannst.

Beachte auch, dass man Unternehmensanleihen einzeln oder in Form von Aktien eines Anleihenfonds kaufen kann. Bei ersterem wählt man ein Unternehmen und kauft Anleihen, die es ausgegeben hat. Bei zweiterem kaufst du dich in einen Fonds ein, der in Unternehmensanleihen investiert und profitierst so von einer sofortigen Diversifikation. Denk daran: Wenn du Anleihen von einem einzigen Unternehmen kaufst und es seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommt (auf die wir gleich eingehen werden), wirst du Geld verlieren. Wenn du dich in einen Anleihenfonds einkaufst und einer von 30 Emittenten in Geldprobleme gerät, bleibt der großer Teil der Investition davon unberührt.

Wie man mit Unternehmensanleihen Geld verdient

In den meisten Fällen gibt es zwei Möglichkeiten, durch Investitionen in Unternehmensanleihen Geld zu verdienen. Die erste ist, deine Anleihen zu halten, bis sie fällig werden, und bis dahin die Zinszahlungen zu kassieren. Die zweite ist, die Anleihen zu einem Kurs zu verkaufen, der höher ist dein Kaufkurs.

Um auf unser Beispiel zurückzukommen, sagen wir, du kaufst eine 10-jährige, 20.000-US-Dollar-Anleihe, die 3 % Zinsen auf den Nennwert, also 20.000 US-Dollar zahlt. Im ersten Szenario würdest du diese Anleihe für 10 Jahre halten, 3 % Zinsen pro Jahr erhalten und deine 20.000 US-Dollar nach einem Jahrzehnt zurückbekommen. Im zweiten Szenario hast du vielleicht die Möglichkeit, deine Anleihen für 22.000 US-Dollar zu verkaufen und so die Differenz zu kassieren.

Wie bereits erwähnt, gibt es Ausnahmen. Wenn du zum Beispiel Nullkupon-Anleihen kaufst, profitierst du, indem du für deine Anleihen weniger als den Nennwert bezahlst und nach der Fälligkeit den vollen Nennwert erhältst. Ebenso kannst du profitieren, wenn du Aktien eines Anleihenfonds kaufst, der an Wert gewinnt, und du diese Aktien zu einem höheren Preis als du dafür bezahlt hast, verkaufst.

Unternehmensanleihen im Vergleich zu anderen Anleihen

Unternehmensanleihen sind nicht die einzige Art von Anleihen. Eine weitere beliebte Anlagemöglichkeit sind Kommunalanleihen, d. h. Anleihen, die von Städten, Staaten und anderen Ortschaften ausgegeben werden. Kommunalanleihen funktionieren wie Unternehmensanleihen, mit einem wesentlichen Unterschied: der steuerlichen Verrechnung der von dir kassierten Zinszahlungen. Wenn du Zinsen für Unternehmensanleihen erhältst, gelten diese als steuerpflichtiges Einnahmen. Aber wenn du Zinsen für Kommunalanleihen bekommst, ist das auf US-Bundesebene immer steuerfrei. Allerdings bieten Unternehmensanleihen tendenziell höhere Zinssätze als Kommunalanleihen, die diese Steuerbefreiung in den USA in vielen Fällen mehr als ausgleichen können.

Es gibt auch Treasury-Anleihen, also Anleihen, die von der US-Regierung ausgegeben werden, auch bekannt als T-Bonds. Treasury-Anleihen haben eine Laufzeit von 10 Jahren oder länger, und da sie durch die US-Regierung gesichert sind, gelten sie als praktisch risikofrei. Wie auch Kommunalanleihen bieten Treasury-Anleihen tendenziell niedrigere Zinssätze als Unternehmensanleihen.

Unternehmensanleihen versus Aktien

Es ist einfach, Aktien und Anleihen in die gleiche Kategorie einzuordnen. Immerhin ist es dein Ziel, in beide zu investieren und Geld zu verdienen. Aber in Wirklichkeit sind sie sehr unterschiedlich. Wenn du Unternehmensanleihen kaufst, gewährst du einem Unternehmen ein Darlehen im Austausch gegen Zinszahlungen oder einen anderen finanziellen Anreiz. Du erhältst jedoch keinen Vorteil, wenn das Unternehmen außergewöhnlich gut abschneidet.

Wenn du Aktien kaufst, besitzt du dagegen tatsächlich einen Anteil an dem betreffenden Unternehmen, und im Falle von Stammaktien erhältst du ein Stimmrecht. In einigen Fällen erhältst du auch Dividenden, die im Wesentlichen einen Anteil am Unternehmensgewinn darstellen. Aber verwechsle nicht Zinszahlungen und Dividendenzahlungen — bei ersteren bekommst du einen vorgegebenen Betrag gemäß einem Vertrag oder einer Anleihevereinbarung, und bei letzteren profitierst du, wenn das Unternehmen, in das du investiert hast, gut abschneidet.

Wie man Unternehmensanleihen für das Portfolio auswählen kann

Sobald du dich für eine Investition in Unternehmensanleihen entschieden hast, musst du sicherstellen, dass du die richtigen kaufst. Daher musst du die folgenden Faktoren beachten:

  • die Laufzeit der Anleihen
  • den Kurs der Anleihen
  • die Bonität des Emittenten der Anleihen

Je länger du bereit bist, dein Geld herzugeben, desto höher fällt in der Regel die Zinszahlung aus, die du erhältst. Gleichzeitig gehen längere Anleihebedingungen mit mehr Risiko einher, so dass du den Vorteil eines höheren Zinssatzes gegen die Möglichkeit abwägen musst, keinen Zugriff auf dein Geld zu haben, bis die Anleihe fällig wird. Wenn du für ein weit entferntes Ziel wie z. B. den Ruhestand investierst, dann könnte eine Anleihe mit einer 10-jährigen Laufzeit ein guter Ansatz sein, besonders wenn der Zinssatz höher ist als das, was du mit einer fünfjährigen Anleihe desselben Emittenten erhalten würdest. Aber wenn du Grund zu der Annahme hast, dass du dein Geld früher brauchst, bist du besser dran, in kurzfristige Anleihen zu investieren.

Dann gibt es noch den Kurs deiner Anleihen zu berücksichtigen. Wie oben erwähnt, kann es schwer sein, herauszufinden, ob du einen fairen Preis für deine Anleihen erhältst, also sei vorsichtig, wenn dir ein Preis berechnet wird, der weit über dem Nennwert liegt. Zögere nicht, deinen Broker zu fragen, was sein oder ihr Aufschlag auf diese Anleihe ist. Wenn du eine gute Beziehung zu deinem Broker hast, sollten diese Informationen leicht verfügbar sein. Gleichzeitig zögere nicht, zu vergleichen. Wenn es eine bestimmte Anleihe gibt, die du im Sinn hast, hole dir Angebote von verschiedenen Brokern ein.

Nicht zuletzt ist die Bonität des Emittenten einer Anleihe zu berücksichtigen. Ein Kreditrating ist ein Maß für die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Je höher das Rating, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommt und du Geld verlierst.

Es gibt drei bekannte Ratingagenturen, die Anleiheemittenten bewerten:

  1. Standard & Poor’s (S&P)
  2. Moody’s
  3. Fitch

S&P und Fitch verwenden ein ähnliches System, das Anleiheemittenten wie folgt von am wenigsten bis am riskantesten bewertet:

  • AAA
  • AA
  • A
  • BBB
  • BB
  • B
  • CCC
  • CC
  • C
  • D (bezieht sich auf Anleihen, die sich bereits im Verzug befinden)

Das Ratingsystem von Moody’s unterscheidet sich nur leicht:

  • Aaa
  • Aa
  • A
  • Baa
  • Ba
  • B
  • Caa
  • Ca
  • C

Weiters werden Zahlen oder Symbole verwendet, um zusätzliche Details zur Bonität eines Emittenten zu geben. S&P und Fitch verwenden zu diesem Zweck Plus- und Minuszeichen, während Moody’s Zahlen einsetzt. Daher ist beispielsweise ein B+ Rating von S&P besser als ein B oder B-, wobei ein Ba1 von Moody’s ein höheres Rating als Ba2 oder Ba3 ist.

In der Regel gilt: Je niedriger die Bonität eines Unternehmens, desto höher ist der Zinssatz, den du beim Kauf der Anleihe bekommst. Das liegt daran, dass die Investoren für die Übernahme dieses Risikos belohnt werden müssen. Folglich, wenn man sich zwei verschiedene Anleiheemittenten mit der gleichen Bonität und der gleichen Anleihelaufzeit ansieht, aber einer bietet einen höheren Zinssatz als der andere an, könnte es sich lohnen, den höheren Zinssatz zu wählen — wenn alles andere gleich ist.

Beachte, dass Unternehmensanleihen mit einem Rating unter BBB- von S&P und Fitch sowie Baa3 von Moody’s als Junk-Anleihen gelten. Diese auch als Hochzinsanleihen bezeichneten Anleihen bieten vergleichsweise hohe Zinsen, aber ein wesentlich höheres Ausfallrisiko. Während Hedgefonds dafür bekannt sind, Junk-Anleihen zu kaufen, sind sie im Allgemeinen keine geeignete Wahl für den durchschnittlichen Investor, und für Anfänger durchaus gefährlich.

Denk auch daran, dass sich Anleihenratings im Laufe der Zeit ändern können. Ein Unternehmen kann mit einer hohen Bonität beginnen, stößt aber auf finanzielle Schwierigkeiten, die zu einer Änderung seines Ratings führen.

Doch es besteht kein Grund zur Panik, wenn du Anleihen eines Unternehmens kaufst, das mit einem Moody’s-Rating von Aaa beginnt, aber auf Aa herabgestuft wird, da das immer noch ein starkes Rating ist. Sei eher vorsichtig, wenn das Rating bis zu dem Punkt fällt, an dem es nahe dem Junk-Status kommt. In einigen Fällen lohnt es sich, Anleihen mit einem minimalen Verlust zu verkaufen, anstatt darauf zu warten, dass das emittierende Unternehmen vollständig in Verzug gerät, wodurch du noch größere Verluste erleidest.

Vorteile von Unternehmensanleihen

Ein Vorteil von Unternehmensanleihen ist, dass sie eine relativ sichere Investition sind — zumindest im Vergleich zu Aktien. Zugegeben, je besser du die Anleihen recherchierst, desto sicherer wird deine Investition sein. Doch du solltest wissen, dass der Anleihenmarkt allgemein viel weniger volatil ist als der Aktienmarkt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass zumindest festverzinsliche Anleihen einen ziemlich zuverlässigen Ertragsstrom bieten. Wenn du zum Beispiel eine 10-jährige, 20.000-US-Dollar-Anleihe mit 3 % Zinsen kaufst, kannst du dich auf 600 US-Dollar Einnahmen pro Jahr freuen — vorausgesetzt, der Anleiheemittent ist in der Lage, alle seine Verpflichtungen zu erfüllen. Die Dividenden, die du aus Aktien generieren könntest, sind dagegen nicht sicher — das heißt, Aktienemittenten sind vertraglich nicht verpflichtet, Dividenden zu zahlen, auch wenn sie finanziell gut abschneiden.

Nachteile von Unternehmensanleihen

Ein großer Nachteil von Unternehmensanleihen ist die Notwendigkeit, dein Geld für einen längeren Zeitraum zu blockieren. Bei Aktien hingegen ist es nicht erforderlich, dass du dich auf einen bestimmten Zeitraum festlegst. Allerdings steht es dir immer frei, Unternehmensanleihen zu verkaufen, bevor sie fällig werden. Wenn dir gelingt, das zu einem Zeitpunkt zu tun, an dem der Markt stark ist, kannst du Geld verdienen — oder zumindest vermeiden, Geld zu verlieren. Aber wenn du zu einem schlechten Zeitpunkt verkaufst, weil du Bargeld brauchst, könntest du gezwungen sein, unter dem von dir geleisteten Kaufpreis zu verkaufen, was zu einem Verlust führen würde.

Ein weiterer Nachteil von Unternehmensanleihen ist das so genannte Zinsrisiko. Beim Kauf von Unternehmensanleihen stimmst du zu, einen bestimmten Zinssatz für die gesamte Laufzeit dieser Anleihe zu akzeptieren. Aber wenn das gleiche Unternehmen später Anleihen mit einem höheren Zinssatz ausgibt, verlieren deine Anleihen automatisch an Wert, weil du auf diesem niedrigeren, früheren Zinssatz festsitzt, wobei neue Investoren es rational vorziehen würden, Anleihen von demselben Unternehmen (d. h. mit dem gleichen Ausfallrisiko) zu kaufen, die einen höheren Zinssatz zahlen.

Zum Beispiel kannst du die bereits so oft erwähnte 10-jährige, 20.000-US-Dollar-Anleihe kaufen, die 3 % Zinsen zahlt. Wenn das gleiche Unternehmen sechs Monate später Anleihen mit 4 % Zinsen ausgibt, beginnt dein Anleihewert zu sinken, und dein Geld ist jahrelang zu diesem Zinssatz blockiert.

Ein weiteres großes Problem ist, dass du im Allgemeinen nicht annähernd die gleiche Rendite sehen wirst, die du mit Aktien erzielen würdest. Im Laufe der Zeit könnte das deine Fähigkeit beeinträchtigen, Vermögen aufzubauen.

Zwischen 1928 und 2010 erzielten Aktien eine durchschnittliche Rendite von 11,3 %, während Anleihen durchschnittlich nur 5,28 % erreichten. Das ist der große Unterschied. Nehmen wir an, du investierst 20.000 US-Dollar über einen Zeitraum von 10 Jahren bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 5,28 %. Nach einem Jahrzehnt hast du 33.457 US-Dollar. Aber wenn du stattdessen eine durchschnittliche jährliche Rendite von 11,3 % erzielen würdest, würdest du auf 58.342 US-Dollar kommen.

Da Anleihen außerbörslich gehandelt werden, ist es schwer zu wissen, ob du sie zu einem fairen Kurs kaufst, und zu viel zu bezahlen kann leicht deinen Gewinn beeinträchtigen. Darüber hinaus werden Anleihen in der Regel in Stückelungen zu 1.000 US-Dollar verkauft, was bedeutet, dass du, wenn du mit einem begrenzten Investitionsbetrag beginnst, du dich nicht in den Markt sondern nur in diese eine Anleihe einkaufen kannst (während man leicht einzelne Aktien für deutlich weniger als 1.000 US-Dollar pro Aktie finden kann).

Obwohl Anleihen als eine sicherere Anlageform als Aktien angesehen werden, sind sie nicht risikofrei. Wenn ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät und nicht genug Geld hat, um die Zinszahlungen zu leisten oder sein ausstehendes Kapital zurückzuzahlen, wirst du Geld verlieren. Wenn man bedenkt, dass man einen Teil seiner Zinszahlungen als Steuern abtreten muss, ist es leicht zu verstehen, warum einige Investoren vor Unternehmensanleihen zurückschrecken.

Sind Unternehmensanleihen das Richtige für dich?

Nachdem wir nun die Besonderheiten von Unternehmensanleihen durchleuchtet haben, lautet die Frage: Sind sie eine gute Investition für dich? Natürlich gibt es hier keine allgemein gültige Antwort, denn sie hängt von deinen persönlichen Bedürfnissen und Zielen ab. Aber du solltest folgendes wissen: Anleihen sind eine gute Möglichkeit, um zu diversifizieren, egal ob du zum ersten Mal investierst oder schon seit Jahren dabei bist. Stell dir vor, du investierst in Aktien und in Anleihen, und der Aktienmarkt erlebt einen anhaltenden Abschwung. Wenn du zu diesem Zeitpunkt weiterhin Anleihezinsen kassierst, könnte dieses Geld helfen, einige Verluste deiner Aktien auszugleichen.

Das heißt, wenn du relativ jung bist, könntest du erwägen, verschiedene Anleihen zu erwerben, die zu verschiedenen Zeiten fällig werden. Zum Beispiel, anstatt eine 10-jährige, 20.000-US-Dollar Anleihe zu kaufen, könntest du 5.000 US-Dollar in eine 2-jährige Anleihe, weitere 5.000 US-Dollar in eine 3-jährige Anleihe, zusätzliche 5.000 US-Dollar in eine 5-jährige Anleihe und die restlichen 5.000 US-Dollar in eine 10-jährige Anleihe investieren. Wenn die Zinssätze während dieser 10 Jahre steigen, oder sich andere Investitionsmöglichkeiten ergeben, hast du auf diese Weise an verschiedenen Zeitpunkten Zugang zu einem Teil deines Geldes.

Während jüngeren Anlegern generell empfohlen wird, mehr von ihrem Geld in Aktien und weniger in Anleihen zu investieren, gilt das Gegenteil für Rentner. Der Grund? Wenn du planst, dir deine Investitionen in naher Zukunft auszahlen zu lassen, um deine Lebenshaltungskosten zu decken, wirst du nicht viel Zeit haben, eine Korrektur auszusitzen. Da der Anleihenmarkt jedoch relativ stabil ist, ist es unwahrscheinlicher, dass du Verluste erleidest, wenn du deine Unternehmensanleihen verkaufen musst.

In diesem Sinne können Unternehmensanleihen eine intelligente Investition für ältere Menschen im Ruhestand sein. Die regelmäßigen Zinszahlungen, die man einnimmt, können als willkommener Einnahmensstrom dienen, wenn man kein Gehalt mehr erhält.

Im Endeffekt bestehen gute Chancen, dass Unternehmensanleihen einen gewissen Platz in deinem Portfolio finden. Denk an deine Risikobereitschaft sowie an deine mittel- und langfristigen Ziele, und du wirst wahrscheinlich feststellen, dass Unternehmensanleihen dir in vielerlei Hinsicht zugute kommen können.

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Dieser Artikel wurde von Maurie Backman auf Englisch verfasst und am 03.01.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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