The Motley Fool

Tschüss Rentenlücke ‒ mit schönen Grüßen aus Neuseeland

In die Sonne, an den Strand, auf ein Kreuzfahrtschiff oder gar auf die eigene Yacht? Als Rentner hat man viel Freizeit und somit die Qual der Wahl.

Was? Ich zeichne hier ein unrealistisches Bild vom Rentnerdasein? Vor allem hinsichtlich der kommenden Rentnergenerationen, die dank demografischem Wandel jetzt für alles bezahlen und später kaum etwas herausbekommen werden?

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Okay. Vielleicht ist nicht für jeden zukünftigen Rentner Platz auf dem Kreuzfahrtschiff. Aber du musst zugegeben: So oder so ähnlich stellst du dir deine Rente auch vor. Sorgenfrei – jedenfalls hinsichtlich finanzieller Probleme.

Wenn du dich nicht auf das staatliche Rentensystem verlassen willst, solltest du jetzt anfangen, an deiner Rentenlücke (das, was du gerne als Rente hättest, minus das, was du von der gesetzlichen Rentenversicherung erwartest) zu arbeiten.

Oder du ziehst nach Neuseeland. Denn dort werkelt seit über 20 Jahren ein Staatsfonds, der die wirtschaftlichen Konsequenzen des demografischen Wandels für die Einwohner Neuseelands abfedern soll. Mit Erfolg?

Superfund me!

So viel sei vorweg verraten: Der NZ Super Fund arbeitet tatsächlich mit beachtlichem Erfolg.

Seit der Gründung im September 2003 konnte der Staatsfonds eine durchschnittliche Rendite von 10,37 % pro Jahr (nach Kosten und vor Steuern) erwirtschaften (Stand: Jahresbericht 2018). Das kann sich sehen lassen. Schließlich sprechen wir hier von etwa 25 Jahren Anlagehistorie, in denen es an den Märkten nicht immer nur in eine Richtung ging.

Aber zunächst das Wichtigste. In was genau investiert der NZ Super Fund eigentlich?

Mit einem Anteil von 64,8 % ist der Staatsfonds zum überwiegenden Teil im weltweiten Aktienmarkt investiert. Direkt danach folgen festverzinsliche Anlagen mit einem Anteil von 9,6 %.

Kurios ist das Investment in Holz. Satte 5,7 % nimmt dieser Rohstoff im Portfolio ein. Der aktuellen Größe des Fonds nach zu urteilen entspricht dies einer Positionsgröße von etwa 2,2 Mrd. US-Dollar (Stand: Jahresbericht 2018).

Ähnlich groß wie die Holzposition ist der Anteil an Beteiligungen, die nicht über die Börse gehandelt werden. Spricht: Private Equity.

Sehr lokalpatriotisch erscheint mir der Staatsfonds nicht. Nur 4 % des Portfolios sind für Beteiligungen in Neuseeland reserviert.

Die übrigen 10,6 % verteilen sich auf Immobilien, Infrastruktur und Ackerland.

Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht

Wie man dem Jahresbericht 2018 entnehmen kann, hat der NZ Super Fund aktuell eine Größe von etwa 40 Mrd. US-Dollar. Das klingt recht mickrig. Allerdings hat Neuseeland auch nur etwa 4 Millionen Einwohner.

Demnach ist jeder Einwohner Neuseelands aktuell mit etwa 10.000 US-Dollar investiert. Kein schlechter Wert, wenn man bedenkt, dass der Staatsfonds vergleichsweise jung ist.

Bei dem guten Zahlenwerk fragt man sich natürlich automatisch, ob so ein Staatsfonds nicht auch etwas für Deutschland wäre. Schließlich ist auch das Land in Schwarz-Rot-Gold nicht immun gegen den demografischen Wandel.

Vielleicht wird es demnächst einen deutschen Staatsfonds geben, vielleicht aber auch nicht. Vertrauen würde ich darauf nicht. Da mache ich mir meinen Staatsfonds lieber selbst.

Der NZ Super Fund zeigt meiner Meinung nach sehr gut, wie so etwas aussehen kann. Erkenntnis Nummer eins: Der überwiegende Anteil der Investments gehört in die weltweiten Aktienmärkte.

Ist das riskant? Natürlich! Gibt es Alternativen? Klar, die gibt es immer. Aber wie heißt es so schön im Jahresbericht 2018 des NZ Super Fund: „Veränderung ist heutzutage das Einzige, was sicher ist.“

Es gibt übrigens einen deutschen Staatsfonds, der beinahe so groß ist wie der NZ Super Fund. Der „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“. Na dann, auf die Zukunft!

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